Luther-Platz – Ortsbeirat gegen Stadtspitze

TRIER. Der Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld hat am Donnerstag den in der letzten Woche vorgelegten Vorschlag des Stadtvorstands und der Evangelischen Kirchengemeinde, den Platz seitlich neben der Konstantin-Basilika und vor dem Eingang nach dem Reformator Martin Luther zu benennen, mit zehn zu eins Stimmen abgelehnt. Stattdessen schloss sich der Beirat mit sieben zu sechs Stimmen dem daraufhin von Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) ins Spiel gebrachten Kompromissvorschlag an, nur die Umbenennung der Fläche vor dem Haupteingang zur Basilika (zwischen den Mauerresten des römischen Vorbaus) und der Treppenanlage zum Palastgarten zu prüfen und dann erneut zur Beschlussfassung vorzulegen.

Die Ablehnung des Stadtvorstandsvorschlages begründete der Ortsbeirat nach lebhafter Debatte unter anderem damit, dass er zu spät in die Debatte um die Umbenennung von Teilen des jetzigen Konstantin-Platzes eingebunden worden sei. Zudem bedauere man, dass im Hinblick auf das Luther-Jubiläumsjahr ein unnötiger Zeitdruck entstanden sei. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen 2 Kommentare

2 Kommentare zu Luther-Platz – Ortsbeirat gegen Stadtspitze

  1. Franz

    Es ist mehr als schade, wenn die Entscheidung gegen den Vorschlag des Stadtvorstandes und anderer vor allem damit begründet wird, dass der Ortsbeirat zu spät eingebunden wurde. Inhaltliche, vielleicht politische oder andere Gründe sind sicherlich berechtigt, aber eine Entscheidung “dagegen” zu treffen, weil man “zu spät” gefragt wurde, finde ich persönlich nicht richtig.

     
    • Dominik Heinrich

      Der Trier-Reporter hat eine Pressemitteilung der Stadt übernommen, die die Inhalte der sachlichen Beratung im Ortsbeirat nur verkürzt darstellt. Dass der Ortsbeirat zu spät eingebunden wurde, war für die Entscheidung nicht ausschlaggebend und von den Ortsbeiratsmitgliedern nur eine Randbemerkung.

      Von den Ortsbeiratsmitgliedern wurde eine Vielzahl von Argumenten benannt. In Kürze einige zusammengefasst: Grundsätzlich wird der Wunsch der Evangelischen Gemeinde, einen Platz oder eine Straße nach Martin Luther zu benennen begrüßt. Nach Vorgabe der Stadt dürfen Straßen und Plätze nicht ohne wichtigen Grund umbenannt werden. Für Trier als „Römerstadt“ hat Konstantin eine große Bedeutung. Daher wurde es kritisch gesehen, dass nach dem Vorschlag des Stadtvorstandes der „Konstantinplatz“ auf die Parkplatzfläche vor dem Roten Turm reduziert werden sollte. Da ein Platz räumlich durch seine Randbebauung definiert wird (und nicht durch Benennungsschilder), wäre nicht deutlich, wo der Martin-Luther-Platz endet und der Konstantinplatz beginnt.

      Nachdem der Beratungsverlauf zeigte, dass es im Ortsbeirat keine Mehrheit für die konkrete Anregung des Stadtvorstandes geben würde, unterbreitete Herr Ludwig den Kompromissvorschlag die Fläche vor dem Haupteingang zur Basilika (zwischen den Mauerresten des römischen Vorbaus) und der Treppenanlage zum Palastgarten als Martin-Luther-Platz zu benennen. Er wies jedoch darauf hin, dass dieser Vorschlag noch nicht mit dem Stadtvorstand oder dem Presbyterium abgestimmt worden sei. Dieser Kompromissvorschlag fand Zuspruch. Aus dem Ortsbeirat kam der Hinweis, dass in Anbetracht der Flächengröße überlegt werden sollte, einen anderen Begriff als „Platz“ zu finden. Es wurde von Einigen darauf hingewiesen, dass für eine abschließende Beratung im Ortsbeirat eine Verwaltungsvorlage erforderlich sei.

      Aus der Beratung ergaben sich unterschiedliche Standpunkte, über die wie folgt abgestimmt wurde:

      a) Im Umfeld der Konstantinbasilika soll keine Umbenennung erfolgen. Statt dessen wird die Stadtverwaltung gebeten im Stadtgebiet eine andere geeignete Straße oder anderen Platz (ggf. in einem Neubaugebiet) Martin Luther zu widmen.

      Zustimmung: 5
      Ablehnung: 6
      Enthaltung: 1

      b) Der Vorschlag des Stadtvorstandes wird vom Ortsbeirat begrüßt.

      Zustimmung: 1
      Ablehnung: 10
      Enthaltung: 0

      c)Die Stadtverwaltung wird gebeten, den von Herrn Ludwig vorgebrachten Kompromissvorschlag zu überprüfen und das Ergebnis dem Ortsbeirat erneut zur Abstimmung vorzulegen.

      Zustimmung: 7
      Ablehnung: 6
      Enthaltung: 0

       

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