Mit der “Tut-sich-was-Tour” auf Rundfahrt durch Trier

Hier eine Aufnahme der Rollenden Bürgerversammlung aus dem Jahr 1999. Foto: Presseamt der Stadt Trier

TRIER. Alles kommt irgendwie wieder: Am Samstag, 10. November, startet mit der “Tut-sich-was-Tour” die erste Veranstaltung einer Reihe, die von 1994 an bis Anfang des neuen Jahrtausends als “Rollende Bürgerversammlung” bereits große Erfolge feierte. “Reiseleiter” der Auftaktfahrt ist Baudezernent Andreas Ludwig.

Schaut man auf die Online-Plattform “Trier mitgestalten”, findet sich bereits im Oktober 2014 der Vorschlag eines Bürgers, “in Zeiten der Politikverdrossenheit” die “Rollende Bürgerversammlung” wieder aufleben zu lassen.

Eine Idee, die Stadtrat Thomas Albrecht (CDU) sympathisch findet. Auch er war ein Anhänger der Rollenden Bürgerversammlung, schätzte dabei den direkten Kontakt der Bürger zur Verwaltung und zum Stadtrat. Auf seine Initiative hin stellte die CDU- Stadtratsfraktion am 17. Mai 2018 den Antrag, eine solche Einwohnerversammlung wieder durchzuführen. Bis auf die FDP konnten sich auch die übrigen Fraktionen für diese Idee erwärmen, weshalb der Antrag mit großer Mehrheit angenommen wurde. “Ich persönlich freue mich sehr, dass der Baudezernent diese Initiative jetzt so schnell umgesetzt hat. Diese Form der Bürgerbeteiligung ist meines Erachtens die anschaulichste und beste Möglichkeit, die Bürgerinnen und Bürger am kommunalen Geschehen zu beteiligen”, sagte Thomas Albrecht gegenüber dem Reporter.

Beeindruckend die lange Reihe von Stadtbussen, die im Jahr 1991 hier durch die Bonner Straße fuhr. Foto: Privatarchiv Lanfer

Auftakt 1991 mit 14 Bussen und 600 Bürgern

Erstmals startete die Rollende Bürgerversammlung am 27. Oktober 1991. Der frühere Leiter des Presseamtes, Hans-Günther Lanfer, erinnert sich: “Zu Beginn waren 14 Busse mit 600 Teilnehmern beteiligt.” Die Bürger fanden diese Informationsfahrten, die vor allen auch Konversionsgebiete zum Ziel hatten, so gut, dass die Teilnehmerzahl im Laufe der Zeit sogar weiter anstieg.”

Doch weshalb wurde diese Veranstaltungsreihe eingestellt? Lanfer: “Das hatte mehrere Gründe. Zum einen gingen uns im Laufe der Jahre die Ziele aus und es kam zu Wiederholungen. Zum anderen war es ein enormer logistischer Aufwand, der für die Planung mehrere Monate in Anspruch nahm. Und dann waren da ja auch die Kosten. Nicht nur, dass in der Spitze bis zu 20 Busse organisiert werden mussten. Wir hatten auch eine Bewirtung mit im Programm, die ebenfalls bezahlt werden musste.”

Die Kosten haben die heutigen Organisatoren gleichfalls im Blick. Ernst Mettlach, Pressesprecher der Stadt Trier, verweist darauf, dass lediglich vier Busse an der Rundfahrt beteiligt sein werden. Was bedeutet, dass lediglich 200 Teilnehmer mitfahren können. Doch wie will man das regeln? Mettlach: “Nach dem Windhundverfahren. Ab sofort kann man sich über die Behördenrufnummer 115 oder per Mail unter tutsichwas@trier.de anmelden. Die ersten 200 Anmeldungen werden dann berücksichtigt.”

Und noch etwas ist Mettlach wichtig: “Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk und feste Kleidung tragen.” Und wohin geht in diesem Jahr die Fahrt? “Wir starten um 9.30 Uhr vor dem Rathaus, fahren dann nach Trier-West, wo wir uns die geplanten Projekte zum Thema “Soziale Stadt” anschauen. Dann gehrt es weiter nach Zurlauben. Hier geht es um die Themen Hochwasserschutz und die MORO-Initiative “Landschaftsnetz Mosel”. Von dort aus fahren wir an der ehemaligen französischen Gendarmerie-Kaserne vorbei, wo aktuell ein privater Investor ein neues Wohnquartier errichtet. Der nächste und letzte Programmpunkt ist der Energie- und Technikpark am Grüneberg, wo wir nach einem Einblick hinter die Kulissen auch zu einem kleinen Mittagessen einladen. Nach der Besichtigung fahren wir wieder zum Rathaus zurück, wo die Tour gegen 14 Uhr endet.”

Ob der Auftakt zur “Tut-sich-was-Tour” nun auch der Auftakt zu einer neuen Reihe sein wird, das muss erst das Publikumsinteresse zeigen. “Wenn wir unsere Busse nicht gefüllt bekommen, dann werden wir darüber nachdenken müssen, ob dieses Angebot noch zeitgemäß ist oder ob wir eine andere Form der Kommunikation mit den Bürgern finden müssen”, sagt Michael Schmitz, Leiter des Amtes für Presse und Kommunikation. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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