Mit Elan ins Marx-Jahr

Kurt Beck, Rainer Auts, Werner Rössel, Salvatore Barbaro und OB-Referent Tobias Reiland (v.r.) am Dienstag in Mainz. Foto: MWWK Mainz

MAINZ. Am gestrigen Dienstag hat sich der Beirat der “Karl Marx 2018 – Ausstellungsgesellschaft mbH” (KAMAG) zur konstituierenden Sitzung im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Mainz getroffen. Das Gremium unterstützt die Ausstellungsgesellschaft bei der Realisierung der Landesausstellung “Karl Marx 1818–1883. Leben. Werk. Zeit.” sowie des Jubiläumsprogramms anlässlich des 200. Geburtstags des in Trier geborenen Denkers Karl Marx. Vom 5. Mai 2018 an wird in Trier bis zum 21. Oktober die vom Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Trier getragene Landesausstellung zum Leben und zu den Werken von Marx in seiner Zeit zu sehen sein. “Dieses Treffen ist eine hervorragende Chance, unsere Kräfte zu bündeln und so das Jubiläumsjahr und die Landesausstellung 2018 zu einem einmaligen Ereignis werden zu lassen”, sagte der Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzende Salvatore Barbaro, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

Dem Beirat gehören 22 Mitglieder aus Politik, politischen Stiftungen, Hochschulen, Kirchen und anderen Institutionen an. “Die Vielfalt des Gremiums spiegelt den Facettenreichtum des Themas Karl Marx wider. Alle haben eine andere Perspektive, und zusammen ergibt sich ein schlüssiges, vielschichtiges Bild, das wir 2018 in Trier präsentieren möchten”, betonte Oberbürgermeister Wolfram Leibe.

Auch Kurt Beck, Ex-Ministerpräsident und Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, freut sich auf das Jubiläumsjahr: “Das Museum Karl-Marx-Haus eröffnet 2018 die neu konzipierte Dauerausstellung. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der KAMAG in der Vorbereitung des Jubiläums 2018. Die breite und intensive Auseinandersetzung mit Karl Marx wird Trier auch nachhaltig bereichern.” Die Friedrich-Ebert-Stiftung als Trägerin des Museums Karl-Marx-Haus sowie das Bistum Trier mit dem Museum am Dom sind wichtige Kooperationspartner der Ausstellungsgesellschaft.

Die Teilnehmer des Beirats wurden von den Organisatoren der Landesausstellung über den aktuellen Stand informiert: Für die beiden Ausstellungsteile im Rheinischen Landesmuseum Trier sowie im Stadtmuseum Simeonstift Trier konnten zwei renommierte Gestaltungsbüros gefunden werden. Die Marketing-Maßnahmen zur überregionalen Vermarktung laufen nach Angaben der Veranstalter auf Hochtouren, und das Jubiläumsprogramm nimmt mit bereits über 120 Veranstaltungen deutliche Konturen an. “Vonseiten des Bistums Trier ist uns wichtig, das Verhältnis von Mensch und Arbeit aus heutiger, christlicher Sicht in das Karl-Marx-Jubiläumsjahr einzubringen. Das Thema Arbeit geht alle an. So wünsche ich allen Beteiligten aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft ein gutes und erfolgreiches Miteinander bei diesem großen Projekt”, so Dompropst Prälat Werner Rössel vom Bistum Trier.

Die Ausstellung

Rheinland-pfälzische Landesausstellung vom 5. Mai bis 21. Oktober 2018 in Trier

Er zählt zu den bedeutendsten Denkern des 19. Jahrhunderts: Karl Marx. Kaum eine Persönlichkeit aus dieser Zeit ist heute noch so bekannt, aber auch so umstritten. Am 5. Mai 2018 jährt sich der Geburtstag des großen Gelehrten und Revolutionärs zum 200. Mal. Aus diesem Anlass wird vom 5. Mai bis 21. Oktober 2018 in dessen Geburtsstadt Trier die große Landesausstellung Karl Marx 1818–1883. Leben. Werk. Zeit. präsentiert. Erstmals überhaupt widmet sich eine kulturhistorische Ausstellung Marx‘ Leben, dessen bedeutenden Werken und dem vielfältigen Wirken in der Zeit.

Wer war Marx, und was trieb ihn an? Was regte ihn zu seinen Werken an, die später weltbekannt wurden? Was kann man heute noch von ihm lernen? Diese und zahlreiche weitere Fragen stellt die Landesausstellung an zwei Ausstellungsstandorten mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten im Rheinischen Landesmuseum Trier und im Stadtmuseum Simeonstift Trier. Mehrere hundert Kunstwerke aus ganz Europa sowie ausgewählte Objekte und Inszenierungen laden die Besucherinnen und Besucher ein, in das Leben von Karl Marx und in die wechselvolle Zeit des 19. Jahrhunderts einzutauchen.

Das Rheinische Landesmuseum Trier beleuchtet unter dem Titel “Leben. Werk. Zeit.” Karl Marx und sein Jahrhundert: Auf rund 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird der intellektuelle wie politische Werdegang von Marx nachgezeichnet. Prägend für den Philosophen und späteren Ökonomen ist dabei das 19. Jahrhundert mit seinen wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen: Freiheits- und Demokratiebestrebungen wie auch Industrialisierung und Urbanisierung sind Kennzeichen dieser bewegten und spannungsreichen Zeit. Die Ausstellung gewährt Einblicke in Marx‘ wichtigste Schriften und zeigt dabei, was an den Ideen des herausragenden Analytikers seiner Zeit bis heute aktuell ist.

Den Menschen Karl Marx mit seiner Familie, die verschiedenen Aufenthaltsorte seines bewegten Lebens und wichtige Weggefährten im In- und Ausland nimmt die Ausstellung “Stationen eines Lebens” im Stadtmuseum Simeonstift Trier in den Blick. Welche Rolle spielten Trier, Paris und London im Leben von Marx? Wer und was prägte den jungen Denker? Grundlage für diese und viele weitere Fragen sind unter anderem persönliche Zeitdokumente und Lebensschilderungen, die auf knapp 600 Qudratmetern Ausstellungsfläche die Biographie von Karl Marx beleuchten und so ein lebendiges Bild des Menschen hinter der Ikone zeichnen.

Die Schau reiht sich ein in die Tradition der großen Trierer Ausstellungen wie “Konstantin der Große” (2007) und “Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann” (2016). Träger der großen Landesausstellung sind das Land Rheinland-Pfalz sowie die Stadt Trier.

Trier gedenkt dem 200. Geburtstag von Karl Marx mit einem umfangreichen Jubiläumsprogramm mit zahlreichen Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Kultur und politischer Bildung. Zwei wichtige Kooperationspartner sind dabei das Museum Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung, das im Mai 2018 seine neu konzipierte Dauerausstellung eröffnet, und das Museum am Dom des Bistums Trier, das sich in der Ausstellung “lebensWERT.Arbeit” den Themenfeldern Arbeitswelten und Menschenwürde in der zeitgenössischen Kunst nähert. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Kultur 1 Kommentar

Kommentar zu Mit Elan ins Marx-Jahr

  1. Rüdiger Kalupner

    Nun wird es spannend für alle, die Karl Marx feiern wollen und weiterdenken, ja, zu Ende denken wollen.

    Was wird geschehen, wenn das gesamte ‘Karl-Marx-2018’-Establishment in Deutschland schon im Jahr 2017

    1. mit dem evolutionslogischen, politisch-übermächtigen Exodus aus dem globalen Reich der Notwendigkeit (= Auflösung des 2%Wachstumszwang-Kapitalismus) mit anschließenden Übergang ins globale Reich des Schöpferischen (= Ordnung des öko-KREATIVEN Evolutionspfades)
    und
    2. mit den geistes-wissenschafltichen Grundlagen für diese Weltrevolution, die als Evolutionsprozess- und Chaosphysik entwickelt und machtpolitisch getestet vorliegen –

    konfrontiert werden?

    Und was geschieht in Deutschland und in der Weltpolitik, wenn bekannt wird und bestätigt wird, dass die Regierung der VR China schon seit einigen Jahrzehnten auf der Grundlage dieses evolutionsprozess- und chaosphysikalischen Theoriestands agiert?

    Karl Marx und Friedrich Engels hätten sicherlich ihre Freude am fast selbstläuferischen Exodus aus dem Reich der Notwendigkeit, besonders wenn er von Trier aus startete.

    Alles Große ist bekanntlich genial einfach, besonders wenn eine kleine Gruppe mit der evolutionseigenen Geniepunkt-Innovation das rettende Größte betreibt.

    Rüdiger Kalupner
    Entwickler evolutionärer Steuerungssysteme
    und deren Durchsetzung auf chaosphysikalischer Grundlage

    Erlangen, am 6.4.2017

     

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