Mosel Musikfestival: “Es gibt viel zu entdecken”

Der SR zeichnete das von Professor Ralf Otto geleitete Konzert in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin auf. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Mit einer Aufführung der “Matthäus-Passion” ist am Freitag das Mosel Musikfestival in seine neue Spielzeit gestartet. Über 100 Musiker, bestehend aus dem Bachchor Mainz und der Deutschen Radiophilharmonie unter der Leitung von Professor Ralf Otto, brachten in der früheren Abteikirche St. Maximin das von Johann Sebastian Bach komponierte und von Felix Mendelssohn-Bartholdy überarbeitete Werk in der Leipziger Fassung zu Gehör. Gut 500 Konzertbesucher erlebten einen musikalisch und inhaltlich ganz besonderen Abend.

Für Tobias Scharfenberger ist die Zeit der Bewährung gekommen. Der sympathische Kammersänger verantwortet erstmals als Intendant und Nachfolger von Hermann Lewen eine komplette Spielzeit. Und eines ist sicher: Scharfenberger traut sich was! Was alleine schon der Auftakt deutlich macht. Im Sommer Passionsmusik, eine klingende Predigt. Oha!

Doch damit nicht genug der Neuerungen. Für die kommenden 64 Konzerte an 45 Spielstätten plant er neben den “normalen” Spielorten auch solche ein, die sich nicht gerade durch ein klassisches Konzertsaal-Feeling auszeichnen. Ein altes Kraftwerk (20. Juli), die Rotationshalle eines Druckhauses (28. Juli), die Werkhalle eines Schaltanlagenbauers (12. August) sind an dieser Stelle nur einige Beispiele für die neuen Wege, die Intendant Scharfenberger in diesem Jahr beschreiten will. Es ist ein mutiger, aber auch notwendiger Schritt, wenn er aus dem Schatten von Herman Lewen heraustreten möchte. Es ist aber auch ein wirklich phantasievoller Schritt, der den Konzertbesuchern der Region mit Sicherheit viele neue Eindrücke bescheren wird.

Kein Wunder, dass der Trierer Kulturdezernent Thomas Schmitt, Mitglied im Aufsichtsrat des Mosel Musikfestivals, in dem neuen Programm eine maßgebliche kulturelle Bereicherung der Region sieht. In seiner Begrüßung der Gäste lud er darum folgerichtig alle ein, möglichst viele Konzerte zu besuchen. Denn “es gibt viel zu entdecken.” -flo-


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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