Mosel Musikfestival – Qualität zieht Besucher an

Beeindruckende Bilanz: Hermann Lewen und Tobias Scharfenberger steigerten den Zuspruch fürs MMF deutlich. Foto: Rolf Lorig

REGION. Außergewöhnliche Projekte, Konzerte mit legendären Solisten und spektakuläre Soloprogramme in Weingütern, Kirchen, Kapellen und Klöstern, Ruinen, Schlössern und Open-Air hat das Mosel Musikfestival (MMF) in der Saison 2017 präsentiert. Dieses Angebot zog 16.500 Besucher zwischen 8. Juli und 3. Oktober an – eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 3.000 Besucher, wie das MMF heute mitteilt. 66 Konzerte an 42 verschiedenen Spielorten zwischen Saarburg und Winningen stellte das Team um den scheidenden Intendanten Hermann Lewen und dessen Nachfolger Tobias Scharfenberger auf die Beine.

In Lewens Abschiedssaison, der das Festival 1985 aus der Taufe hob, konzertieren Weltstars wie Pianist Grigory Sokolov, Sängerin Magdalena Koẑená, Klezmer-Legende Giora Feidman, Pianistin Khatia Buniatishvili und Geiger Renaud Capuçon. Aber auch der Südtiroler Shooting-Star Herbert Pixner, das Ensemble Mnozil Brass oder der britische Pianist James Rhodes feierten riesige Erfolge.

Experimentell waren die beiden Projekte zum Luther-Jahr: Jazz-Pianist Markus Burger und Saxofonist Jan von Klewitz improvisierten mit dem Athos-Ensemble über Choräle der Lutherzeit in der nächtlichen Konstantinbasilika. Der große Reformer und Theologe stand auch im Mittelpunkt eines herausragenden Projektes von Kirchenmusikdirektor Martin Bambauer. Das Philharmonische Orchester Trier und der Bachchor untermalten live die Musik zum Film Luther, in der Hollywood-Star Joseph Fiennes die Hauptrolle spielte.


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Aber noch jemand machte 2017 auf sich aufmerksam. Die Trierer Musikerin Julia Reidenbach leitete das deutschlandweit größte Geburtstagskonzert für Rolf Zuckowski. 3500 Menschen strömten in die Arena Trier, um dem Chor über Brücken und Band zuzuhören, die für den 70-jährigen Zuckowski ein stimmiges Potpourri seiner Lieder sangen.

Kündigt jetzt schon “Themenschwerpunkte” für die kommende Saison an: Tobias Scharfenberger. Foto: Rolf Lorig

“Ganz großer Beliebtheit erfreuen sich regelmäßig die Konzerte auf den Spitzenweingütern an Mosel und Saar, die Open-Air- und die Picknick-Konzerte”, resümiert Scharfenberger. “Aber auch kleine Formate, wie das Barockkonzert zum Frühstück im Ambiente der ehemaligen Wollfabrik Moselkern zogen die Menschen in ihren Bann.” Und die kamen nicht nur aus der näheren Umgebung. Zahlreiche Gäste reisten aus dem Köln-Bonner-Raum an, dem Münsterland, Ruhrgebiet, Rhein-Main-Gebiet, Süddeutschland und sogar aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und Skandinavien. Ein Beweis dafür, dass sich das Mosel Musikfestival mit seiner Künstlerauswahl und Programmgestaltung zu einem wichtigen Tourismus- und Wirtschaftsfaktor gemausert hat, der nicht zu unterschätzen ist. Dabei liegt das Budget des Mosel Musikfestivals lediglich bei rund einer Million Euro.

Ausblick: Wie geht es weiter mit dem Mosel Musikfestival, wenn ab 1. Januar der neue Intendant Tobias Scharfenberger das Sagen hat? Auf jeden Fall spannend! Denn die Saison 2018 steht unter dem Motto “Industriekultur” des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Bereits jetzt verrät Scharfenberger einige Details. “Das Festival wird in den kommenden Jahren eigene Themenschwerpunkte erhalten. So werden wir wegen der großen Jubiläen – Karl Marx, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, August Horch – stark das 19. Jahrhundert beleuchten.” Auch die Synthese von Künstlern, Programminhalten und Spielstätten soll noch weiter zugespitzt werden, damit ein noch stärkeres Profil entstehen kann. “Außerdem wird es eine eigene Konzertreihe für Kinder und Familien geben.”

Das Programm des Mosel Musikfestivals für das Jahr 2018 wird am 1. Dezember vorgestellt. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Kultur, Moselmusikfestival Hinterlasse einen Kommentar

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