Mr. 47 Prozent und die Zocker

Eine angeblich verschwundene E-Mail belastet CDU-Chef Udo Köhler. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Eine E-Mail kommt angeblich nicht an, ein Fraktionsvorsitzender ins Schwitzen und ein Bewerbungsverfahren in Gang: Die Trierer Union hat ihre Chaostage eingeleitet. Während sich das Kandidatenfeld für die Nachfolge des abgewählten Kulturdezernenten Thomas Egger sortiert und auf drei aussichtsreiche Bewerber reduziert, hat die CDU ein Problem. Ihre beiden Kandidaten sind beschädigt: Stadtrat Thomas Albrecht nennt sich selbst einen “Kunstbanausen”, und Thomas Schmitt, in dieser Woche präsentiert und dem Vernehmen nach Wunschkandidat der Unions-Führung, hat mit seiner politischen Vergangenheit im Saarland zu kämpfen. Von Martin Eich

Thomas Albrecht war ungehalten und Udo Köhler in der Defensive. Ob es stimme, vernahm der Oberstaatsanwalt und Stadtrat seinen Vorsitzenden am Montag letzter Woche während der turnusmäßigen Sitzung der CDU-Mandatsträger, was der reporter wenige Stunden vorher gemeldet hatte: dass Köhler seit längerer Zeit darüber informiert war, dass der Jura-Professor und Konstanzer Theaterintendanten Christoph Nix – wie Albrecht selbst – für die Nachfolge des abgewählten Kulturdezernenten Thomas Egger kandidieren will. Köhler musste keine Sekunde nachdenken: Nein, das treffe nicht zu. Er habe nichts gewusst.

Der Dialog wiederholte sich wenig später, nur die Besetzung wechselte. Nach der Sitzung liefen sich Köhler und der kulturpolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Markus Nöhl, über den Weg. Auch der Sozialdemokrat befragte den CDU-Mann eingehend und vor Zeugen. Und wieder ließ die Antwort keine Unklarheiten offen: Er, Köhler, sei nicht über die Bewerbung des renommierten Theatermachers und Kulturmanagers informiert gewesen.

Ungehalten über den eigenen Fraktionschef: Thomas Albrecht. Foto: Rolf Lorig

Zwei Antworten, und beide sind falsch. Köhler wusste es, und er wusste es frühzeitig. Genauer: seit dem 28. Januar, 17.15 Uhr. Da klickte Nix am fernen Bodensee auf den Versenden-Button seines E-Mail-Programms und Sekundenbruchteile später landete im Posteingang des Trierer Christdemokraten eine Nachricht, die das unwürdige Gezerre und Gewürge, zu dem das Auswahlverfahren inzwischen verkommen ist, hätte vermeiden können. Nix’ E-Mail liegt dem reporter vor: Köhlers Adresse ist korrekt geschrieben, der Versand ordnungsgemäß protokolliert.

Der Adressat beharrt trotzdem auf seiner Darstellung. “Ich habe nichts bekommen”, beteuert Köhler auf Anfrage. Um danach die vermeintlichen Fallstricke moderner Kommunikationstechnologie zu bemühen und nachzuschieben: “Vielleicht habe ich die Nachricht auch versehentlich gelöscht.” Die CDU-Stadtratsfraktion wird demnächst vieles zu besprechen und manches aufzuarbeiten haben.

Zumal noch ein anderes Detail den Unions-Mann belastet. Ausgerechnet am Vormittag dieses für Köhler schwarzen Montags, an dem er sich lästiger Nachfragen erwehren musste, war die Redaktion einer Trierer Tageszeitung über Nix’ Kandidatur informiert worden. “Aus Stadtratskreisen”, wie zu erfahren ist. Der einzige Stadtrat, der zu diesem Zeitpunkt nachweislich von der Personalie hätte wissen können, wissen müssen: Udo Köhler.

Köhlers Motiv

Diese Episode ist mehr als eine Fußnote. Sie zeigt exemplarisch, wie das Besetzungsverfahren für den verwaisten Dezernentensessel im Augustinerhof immer mehr zu einem polit-moralischen Armageddon wird. Denn mit dem CDU-Politiker ist nun auch die andere parlamentarische Galionsfigur des sogenannten “Verantwortungsbündnisses” aus Union und Grünen ins Zwielicht geraten. Zuvor hatte schon Köhlers Kollegin Petra Kewes – die bereits während des Theaterskandals durch offensiv ausgestelltes Nichtwissen auffiel – einräumen müssen, eine Journalistin belogen zu haben. Ohne, dass dies bislang in Konsequenzen gemündet hätte: Kewes ist immer noch im Amt und aus der einstigen Pleiten- nun eine Pleiten-und-Pattex-Politikern geworden.

Wie es anders und besser geht, bewies in dieser Woche ausgerechnet die Administration von US-Präsident Donald Trump, bei der Kewes Berliner Parteifreunde das eigene Empörungsdrehmoment sonst überhaupt nicht schnell genug hochfahren können. Kaum war publik geworden, dass Sicherheitsberater Michael Flynn seinen Vizepräsidenten Mike Pence über die Inhalte eines Telefonats belogen hatte, trat er schon zurück. Nur Flynns originelle Ausrede (“Ein Versehen, der hohen Geschwindigkeit der Ereignisse geschuldet.”) könnte Kewes nicht kopieren: Die Grünen-Frontfrau hatte es nicht bei einer Lüge bewenden lassen, sondern sich gleich als Wiederholungstäterin profiliert.

Wie sich kürzlich herausstellte, hatte Köhler auch ein Motiv, die Bewerbung des hochqualifizierten und parteilosen Nix nicht an die Unions-Gremien weiterzuleiten. Intern stand man zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem saarländischen CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Schmitt in Verbindung, der als Wunschkandidat der christdemokratischen Führung gilt und sich morgen der Fraktion vorstellen soll. Thomas Albrecht, der sich selbst als “Kunstbanause” bezeichnet und bislang nicht mit kulturpolitischen Initiativen aufgefallen war, gilt selbst vielen Unions-Kollegen als kaum vermittelbar und nur als Notlösung, sollte sich kein anderer Bewerber mit schwarzem Parteibuch finden.

Seine E-Mail kam angeblich nicht an: Christoph Nix. Foto: Ilja Mess

Statt Thomas Albrecht, Jurist, könnte auf Thomas Egger, Jurist, also Thomas Schmitt, Jurist, nachfolgen – die Thomas-Dichte im Stadtvorstand bliebe zumindest gewahrt. Vordergründig wäre der 43-Jährige keine schlechte Wahl. Schmitt, das ergibt ein dreistündiges Telefonat, versteht etwas vom Theater, ist kulturaffin, bescheiden und diplomatisch. Als Sohn eines Grund- und Hauptschullehrers und einer Sekretärin in Körperich aufgewachsen, sang er in Chören, engagierte sich früh in der Jungen Union sowie der CDU und arbeitete nach dem Studium fünf Jahre im Saarbrücker Wirtschaftsministerium, bevor er in den Landtag einzog und dort zunächst kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion wurde, später zudem Parlamentarischer Geschäftsführer. Ein Mann, der das Unions-Gen in sich trägt.

Mitwisser oder Mittäter?

Und exakt das könnte jetzt einer Zukunft an der Mosel entgegenstehen. Schmitt war in unterschiedlichen Funktionen gefährlich nahe an den Epizentren der beiden veritabelsten Politikskandale, die das daran nicht gerade arme Saarland in jüngster Zeit zu bieten hatte. Deren Bestandteile waren die gleichen, die auch in Trier die kulturpolitische Agenda der vergangenen zwei Jahre geprägt haben und weiterhin prägen werden: Finanzen und Bauen.

Was Deutschland ältester Stadt sein Theater, ist Deutschland kleinstem Flächenland sein Saarland-Museum: ein regionales Erbitterungsthema, das bundesweit für Negativschlagzeilen sorgte. Der Bau eines vierten Pavillons, ein Lieblings- und Prestigeprojekt des einstigen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU), geriet zum Fiasko. Ursprünglich auf etwa zehn Millionen Euro veranschlagt, verdreifachten sich die Kosten. Schon früh versuchte die Regierung des hochverschuldeten Landes mittels allerlei Taschenspielertricks, das gegenüber einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit zu kaschieren. Am 23. Juli 2009, rund zwei Wochen vor dem Spatenstich, bezifferte die damalige Kulturministerin und jetzige Ministerpräsidenten Annegret Kramp-Karrenbauer anlässlich einer Pressekonferenz die Baukosten mit 14,5 Millionen Euro – im Ministerium selbst ging man zu diesem Zeitpunkt bereits, wie ein Untersuchungsausschuss später nachwies, von mindestens 20,1 Millionen aus.

Schmitt war nahe an den Epizentren der beiden veritabelsten Politikskandale im Saarland. Foto: privat

Die Ministerin selbst forderte an diesem Tag ihre Pressesprecher auf, in einer Aussendung die Passage über die Baukosten zu ändern: In der Ursprungsversion der Erklärung war von 20,1 Millionen Euro Baukosten die Rede, die detailliert aufgeschlüsselt wurden; in der geänderten Fassung nur noch von 14,5 Millionen Euro. Weitere Kosten wurden nicht näher quantifiziert. Sie habe die Risiken ja “benannt, aber nicht beziffert”, verteidigte sich Kramp-Karrenbauer später ungelenk gegenüber dem Untersuchungsausschuss, um sich dann doch noch kleinlaut eine halbe Entschuldigung abzuringen: “Ich mache mir im Rückblick Vorwürfe.”

Der Vorgang wirft auch Fragen an Schmitt auf. In einer parlamentarischen Demokratie sind die Wege zwischen der Ministerialbürokratie und den Abgeordnetenbüros der Regierungsfraktionen kurz; im Saarland, das kleiner ist als der Landkreis Emsland, sind sie traditionell noch kürzer. Entweder Schmitt war bei Kramp-Karrenbauers ebenso dreistem wie dilettantischen Manipulationsversuch Mitwisser (und damit, im politischen Sinne, Mittäter) – oder er hat als zuständiger Fraktionssprecher und langjähriges Mitglied des entsprechenden Landtagsausschusses tatsächlich nicht gemerkt, dass die Fachministerin die Öffentlichkeit falsch informierte. Im zweiten Fall hätte er, der innerhalb der saarländischen Union als enger Vertrauter von Kramp-Karrenbauer gilt, seiner Aufsichtsfunktion als Abgeordneter nicht genügt. Keine Empfehlung für die Leitung eines Dezernats, das während der nächsten Jahre als Auftraggeber mehrerer Bauvorhaben fungieren soll.

Dempfles Beteuerung

Unmittelbar war Schmitt als Parlamentarischer Geschäftsführer hingegen in die beispiellose Erhöhung der Fraktionsfördermittel nach der Landtagswahl 2009 – die Union hatte unter dem wenig später zum Bundesverfassungsgericht abgeschobenen Peter Müller mit 13 Prozent Verlust eine krachende Schlappe erlitten – involviert, mittels der die Wahlverlierer ihre Finanzausstattung und Apparate sichern wollten. Um satte 47 Prozent erhöhten die Fraktionen unter Federführung der CDU die eigene Förderung, rechnete damals das Fernsehmagazin Panorama nach. Medien schäumten ob dieses “planmäßigen Raubzugs”, Verfassungsrechtler Herbert von Arnim nannte die Erhöhung “maßlos”, die Parlamentarier kümmerte es nicht. Genüsslich führte Panorama danach Schmitt vor. Seine misslungenen Erklärungsversuche sind noch heute im Internet zu finden (siehe Kasten). Kaum vorstellbar, dass solch ein freihändiger und freizügiger Umgang mit Steuergeldern in einer Stadt wie Trier auf Beifall stößt.


Der Panorama-Beitrag


Aus dem kurzfristigen Luxus, das Egger-Dezernent besetzen zu dürfen, könnte der Union somit ein langfristiger Nachteil erwachsen. Bei den insgesamt 37 Bewerbungen für den freien Chefsessel sei “sonst nichts Besonderes” dabei, sagen zwei, die die Liste gesehen haben, übereinstimmend und unabhängig voneinander. Bedeutet: Vermutlich werden es Schmitt, Albrecht oder Nix. Die beiden Unions-Kandidaten – Kunstbanause gegen Parteisoldat – bringen aber jeweils einen Malus mit, der sich bei der nächsten Kommunalwahl in zwei Jahren gegen die CDU richten könnte. Zumal die Partei in Trier ihr einstiges Alleinstellungsmerkmal längst verloren hat. Auf der einen Seite bedroht sie eine sachlich auftretende AfD, die im Theaterskandal keinen Fehler gemacht hat, auf der anderen Seite mit Wolfram Leibe ein sozialdemokratischer Oberbürgermeister, dessen Strahlkraft weit in das bürgerliche Lager hineinreicht. Der Kulturdezernent wäre ein Pfund, mit dem die Union künftig wuchern könnte. Bislang sieht es nicht so aus, als ob dies gelingt.

Fast scheint eine ausgleichende Gerechtigkeit zu walten. “Wir werden die SPD als zweitstärkste Kraft im Rat nicht aus der Stadtregierung ausschließen. Die großen Fraktionen müssen in den Dezernaten präsent sein”, hatte Ex-Fraktionschef Ulrich Dempfle noch vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren generös getönt. Jetzt, wo dieses Wort offenbar nichts mehr gilt, trägt die Union auch allein die Last der Verantwortung. Die Zocker könnten sich verzockt haben. Oder, wie es schon Bertolt Brecht in seinem Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens im Blick auf zwei suboptimale Alternativen ausgedrückt hat: Ja, mach’ nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch ’nen zweiten Plan. Geh’n tun sie beide nicht.


Drucken
Erstellt am Autor Martin Eich in Featured, Politik 24 Kommentare

24 Kommentare zu Mr. 47 Prozent und die Zocker

  1. Thomas Schön

    Vielleicht lässt sich ja Uli Holkenbrink reaktivieren. Falls er sein CDU-Parteibuch nicht längst zurückgegeben hat.

     
  2. eifelgirl

    Das lässt nichts Gutes für Trier erahnen !! Dieses Parteingeklüngel im Stadtrat ist ja furchtbar. Für den Posten sollte der beste Bewerber genommen werden und nicht “das richtige Parteibuch”…und vielleicht kann jemand mal Herrn Köhler im Umgang mit den “neuen Medien” – sprich email – unterstützen…..

     
  3. Volker Zemmer

    Trier ist halt in allem ganz speziell, ganz speziell besonders. Anderswo wäre Frau Kewes schon längst abgeschossen und Herr Köhler auch schon abgesägt. Hier kann man sich aber scheinbar alles erlauben, in der Provinz, die ihrem Namen mal wieder alle Unehre macht.

     
  4. Giftspritze

    Kleine Ungereimtheit am Rande,wie soll Udo Köhler die Info an die Tageszeitung am Montag morgen ,den 28.1,weitergegeben haben,wenn er sie erst am Abend des 28.1. gegen 17.15 bekommen haben soll oder auch nicht????Vielleicht bin ich einfach zu kritisch oder ich lese zu genau…..

     
    • Sascha

      Der 28.01 war ein Samstag.
      Am darauffolgenden Montag wurde der TV informiert.
      Wer (einen Kalender) lesen kann ist klar im Vorteil.

       
    • Stephan Jäger

      „wie soll Udo Köhler die Info an die Tageszeitung am Montag morgen ,den 28.1,weitergegeben haben,wenn er sie erst am Abend des 28.1. gegen 17.15 bekommen haben soll oder auch nicht????“

      Einen „Montagmorgen, den 28.01.“ hat es zuletzt im Jahre 2013 gegeben. Und eine saudumme Frage wird auch durch noch so viele Fragezeichen zu nichts anderem als eben einer saudummen Frage.

       
  5. Giftspritze

    Weitere Frage ,was stand denn in dieser geheimnisumwitterten E-Mail drin(von Nix an Köhler),wenn damit das”Gezerre und Gewürge”in dem Auswahlverfahren vermieden worden wäre????Viele Grüße vom Fragensteller…..

     
    • Sascha

      Wenn Herr Albrecht von der Bewerbung von Herr Nix gewusst hätte, hätte er sich seine Bewerbung vielleicht gespart.
      Ich unterstelle Herr Albrecht mal, dass es ihm darum geht den Posten bestmöglich zu besetzen und nicht um sich selbst zu profilieren.

       
  6. paddy

    Der reporter will Herrn Nix herbeischreiben, das ist doch schon seit dem ersten Artikel über diesen sicherlich ehrenwerten Herrn offensichtlich.

    Ich halte es aber lieber mit dem OB: Ich hab was gegen Heilsbringer.

    Und ich hab was gegen den nächsten Künstler und Paradiesvogel an verantwortlicher Stelle. Ist schonmal schiefgegangen…

     
    • Rainer Landele

      mit diesem artikel sind die chancen von herrn nix doch gerade erheblich gesunken. oder denkt jemand ernstaft, da kommt bei den wählenden begeisterung auf, wenn man erneut erlebt, wie jemand im eigenen interesse der lokalen presse emails (& protokolle? was soll das sein, bei einer mail? wird ja wohl kaum eine empfangs- bzw. lesebestätigung sein) zukommen läßt? erinnert doch arg an die aktion von sibelius, als er den OB/stadtrat quasi erpresste…

       
  7. LPL

    “Viele Spötter meinen, reich an Geist zu sein, und sind nur arm an Takt.” (Lichtenberg)
    Schon wieder ein Mal, Martin Eich. Einer der uns schon durch die Theater Kriese gepeitscht hat. Einer der erst Ruhe gibt, wenn der letzte Tropfen Blut vergossen wurde. Einer der weder Anstand noch Seriösität sein Eigen nennen darf. Einer der durch blanken Populismus meint Dinge, erklären zu können. Also Einer der völlig in die Zeit von AFD und Donald Trump passt.
    Diese Kommentierung empfiehlt NIX, also entscheiden die Ratsmitglieder, Gott sei Dank, ohne vorher unter Druck gesetzt worden zu sein.
    Frei nach Martin Eich:”Mögen die Spiel beginnen!”

     
    • Stephan Jäger

      „Einer der durch blanken Populismus meint Dinge, erklären zu können. Also Einer der völlig in die Zeit von AFD und Donald Trump passt.“

      Warum sich argumentativ mit Meinungen auseinandersetzen, die nicht mit der Eigenen übereinstimmen, wenn man sie doch einfach als „Populismus“ bezeichnen kann. Dann flugs noch einen Trump und eine AfD drauf gepackt. Wer sollte da noch Zweifeln daran hegen, dass man zu 100% im Recht ist?

      Wenn etwas in die Zeit passt, dann ist es leider diese doch recht simple Vorgehensweise. Vom „Stil“ her stark an das erinnernd, was andernorts gewisse Fräuleins so von sich gegeben haben. Ein Schelm also, wer böses dabei denkt.

       
  8. Daniel Karl

    Ich kann Herrn Prof. Dr. Dr. Nix nur raten, seine Kandidatur zurückzuziehen. Wenn er denn je eine Chance hatte, so ist sie nun endgültig futsch. Meines Erachtens hätte er ohnehin nicht nach Trier gepasst, er fällt von seinem Profil doch sehr stark in die Kategorie Sibelius. „Interreligiöses Tourismuskonzept“ ist mir von der Laudatio von Herrn Eich auf Nix in Erinnerung geblieben. Sinnloses Geschwafel, hohle Phrasen oder ist damit gemeint, dass die Besucher aus China und die Einheimischen demnächst gemeinsam Karl Marx als Gottheit anbeten?
    Man merkt, dass weder Herr Nix noch Herr Eich aus der Trierer Region stammen. Sie sind sich beide nicht bewusst, wie sehr solche obskuren, diffamierenden Artikel die Menschen hier anwidern. In Trier attackiert man nie jemanden von vorne und versucht ihn bloß zu stellen, wenn man etwas kritisiert, macht man es immer indirekt. Das muss man nicht mögen, es ist aber so. Dieser Wesenszug ist den beiden Protagonisten verborgen geblieben und deshalb blamieren sie sich auch. Wer so agiert, wird hier nix.
    Ich kann nur hoffen, dass Herr Eich nicht auch noch die Namen der anderen Bewerber erfährt, dann werden noch mehr konstruierte Pamphlete veröffentlicht und es bewirbt sich in Trier niemand mehr, der etwas auf dem Kasten hat. Es ist wirklich widerlich…

     
    • paddy

      So ist es Recht! Und diese Trierer Art müssen nicht nur Dezernents-Kandidaten verstehen sondern auch Intendanten. Wer das Trierer Publikum befriedigen will muss eben anerkennen, dass hier die Uhren noch etwas anders ticken, und das ist auch gut so!

       
      • Stephan Jäger

        „So ist es Recht! Und diese Trierer Art müssen nicht nur Dezernents-Kandidaten verstehen sondern auch Intendanten.“

        Ich fürchte, der Beitrag von Herrn Karl war nicht in jeder Hinsicht „so ganz“ ernst gemeint. Ich wüsste zumindest nicht, was an dieser (leider) tatsächlich recht typischen Trierer „Von hinten durch die Brust ins Auge“-Art „gut so“ sein sollte.

         
        • Daniel Karl

          Die genannte Schilderung ist wertfrei. Der Leser kann sich seine eigene Meinung bilden. Für den Sachverhalt ist dies unerheblich. Weder kann man erfolgreich ein Theater führen, noch Kulturdezernent werden, wenn man die Grundmentalität der Mehrheitsbevölkerung in einer Region missachtet. Nix hatte die falsche Strategie, auch als Außenseiter ohne Parteibuch.

           
          • Stephan Jäger

            Es sind zwei Paar Schuhe, ob man die „Grundmentalität der Mehrheitsbevölkerung“ missachtet, oder, ob man sie teilt. Als Beispiel mag unser derzeitiger OB dienen: Ich glaube nicht, dass er die Mentalität der Trierer, die er inzwischen ja zu genüge „am eigenen Leibe“ erfahren durfte, missachtet. TEILEN tut er sie, zumindest, soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann, GOTTSEIDANK nicht.

  9. Marco Berweiler

    die eine rutscht von der Maus ab, und der andere löscht angeblich versehentlich Nachrichten.

    Damals hatte man sie noch ausgelacht, aber Merkel hatte im Nachhinein doch Recht: “Das Internet ist für uns alle Neuland …”

    Schwarz-Grün hat es nun aber selbst in der Hand, nochmals zu überlegen und vor allem letztlich auch zu zeigen, ob man nur nach Absprachen und Parteibuch entscheidet oder einfach nur denjenigen wählt, den die Stadt Trier und deren Bürger verdient haben: den ABSOLUT BESTEN Bewerber

     
  10. Daniel Karl

    Antwort auf Stephan Jäger:

    Zugegeben, die Formulierung „missachtet“ ist missverständlich. Gemeint war „missachtet“ im Sinne von „nicht beachtet“ bzw. „nicht berücksichtigt“. Die Lernphase von Oberbürgermeister Leibe scheint aber noch nicht abgeschlossen sein. Ansonsten würde er es nicht zulassen, dass eine Statue von Karl Marx auf einem Platz aufgestellt wird, der dem heiligen Simeon gewidmet ist.

     
    • Stephan Jäger

      Über die Marx Statue mag man denken wie man will. Es gehört thematisch nicht ganz hierher, hat aber wohl wenig mit der „Mentalität der Trierer“ zu tun.

      Der einzige Heilige, dem die Trierern – ihrer „Mentalität“ entsprechend – ständig mit Inbrunst huldigen, ist doch Sankt Florian (siehe auch die aktuelle Diskussion um die Ausweisung von Neubaugebieten). Da kann man sich durchaus mit Recht fragen, wieso es ausgerechnet Petrus aufs Stadtwappen geschafft hat und nicht er.

       
    • Stephan Jäger

      Ach so, …und zum Thema:
      Ob Herr Nix der geeignete Mann ist, wird sich ja möglicherweise (doch) noch zeigen. Unter den wenigen (genauer gesagt dreien), die bisher publik geworden sind, scheint er mir jedenfalls der mit Abstand Geeignetste zu sein.

      Dass allerdings Leute in entscheidenden Positionen, wie etwa der OB oder auch der Baudezernent, sich nicht allzusehr auf die „hiesige Art“ einlassen, begrüße ich ausdrücklich. Man kann ja seit Ewigkeiten beobachten, wozu das führt: Mauschelei, (teure) provinzielle Renommiersucht, infantiles Pöstchen-Gezänk und ein erstarrter Verwaltungsapparat, der die Stadt in ihrer Entwicklung schon heute Jahrzehnte hinter vergleichbare, einigermaßen zeitgemäß agierende Gemeinwesen zurückwirft und Schätze wie die Welterbestätten (am Potenzial gemessen) praktisch unbeachtet brach liegen lässt.

       
      • Sascha

        “Dass allerdings Leute in entscheidenden Positionen, wie etwa der OB oder auch der Baudezernent, sich nicht allzusehr auf die „hiesige Art“ einlassen, begrüße ich ausdrücklich.”

        100% Zustimmung.
        Wohin diese “Trierer Art” geführt hat sieht man am Schuldenstand der Stadt.
        Nach Schuldenuhr heute Morgen sind wir da bei einem Stand von 761.227.130€
        Das macht pro Trierer Bürger ganz grob 7.000€.
        Ein ganz schön teure Mentalität die Trier sich nicht mehr leisten kann.
        Sonst heißt es irgendwann nicht mehr Porta Nigra sondern Porta Red Bull.

        “Der einzige Heilige, dem die Trierern – ihrer „Mentalität“ entsprechend – ständig mit Inbrunst huldigen, ist doch Sankt Florian (siehe auch die aktuelle Diskussion um die Ausweisung von Neubaugebieten). Da kann man sich durchaus mit Recht fragen, wieso es ausgerechnet Petrus aufs Stadtwappen geschafft hat und nicht er.”
        – Herrlich 🙂
        Als römischer Legionär wäre es darüber hinaus noch ein passendes Bild auf dem Wappen.

        Trier hat unglaubliche Möglichkeiten die nur nicht genutzt werden.
        Mit dem Motto “Rom nördlich der Alpen” könnte man jede Menge Touris locken.
        Mit Marx wäre auch viel Geld zu verdienen (allein die Touris aus China).
        Touristisch gibt es viele gute Ansätze (die Erlebnisführungen sind toll), aber nichts davon ist konsequent zu Ende gedacht.
        Da hoffe ich auf den neuen Chef der ttm (der Name ist mir jetzt entfallen).

        Dann braucht Trier endlich ein neues Gewerbegebiet. Was da an Gewerbesteuer eingenommen wird ist angesichts der Lage der Stadt ein Witz.

         

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.