Musik, Moselfische und Pyrotechnik in Zurlauben

Auf dieser Strecke werden Tausende ab dem 6. Juli das diesjährige Zurlaubener Heimatfest feiern. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Der Trierer Party-Marathon geht weiter. Nach dem Altstadtfest und vor dem Olewiger Weinfest konzentrieren sich die Partyhungrigen nun auf das alte Fischerdorf Zurlauben. Denn dort geht ab dem 6. Juli mit dem Zurlaubener Heimatfest die Post ab. Chef-Organisator Christian Reichert verspricht die volle Dosis, will die wegen der Bauarbeiten am Hochwasserdamm abgespeckte Version des letztjährigen Festes weit hinter sich lassen. Für Reichert, der sich schon heute auf das kommende Geschehen freut, steht fest: “Solch eine Spar-Version darf es nie wieder geben!”

Ein Beitrag von Rolf Lorig

Am heutigen Samstag starten die ersten sichtbaren Vorbereitungen zum 63. Zurlaubener Heimatfest. Für Geschäftsführer Christian Reichert, der seit 2004 als offizieller Hauptverantwortlicher alle Vorbereitungen koordiniert, beginnt mit dem Aufstellen der Fahnenstangen durch die rund 14 freiwilligen Helfer die heiße Phase. Er selbst ist schon seit einem guten halben Jahr mit den Vorbereitungen beschäftigt. Es ist eine Menge Papierkram, der erledigt werden will, bevor der Startschuss für ein solches Fest erfolgen kann.

“Die Kosten sind nicht unbeträchtlich”

Christian Reichert ist erleichtert, dass die Bauarbeiten am Moselufer endlich abgeschlossen sind. Vom Platz her steht ihm und den übrigen Organisatoren – Ausrichter sind der “MGV Zurlauben 1896 e.V.“ und die KG „M’r wieweln noch en Zalawen 1911 e.V.“ sowie die Zurlaubener Wirte – die fast identische Fläche wie vor dem Beginn der Bauarbeiten zur Verfügung. “Wir werden in diesem Jahr 84 Attraktionen haben”, sagt er und macht deutlich, dass diese Zahl die Imbiss- und Verkaufsstände sowie die der Fahrgeschäfte, die ebenfalls keine Beeinträchtigungen mehr hinnehmen müssen, beinhaltet. Dass es auch in diesem Jahr leckere Heimatkost wie Moselfische und Viez geben wird, versteht sich beim Zurlaubener Heimatfest von selbst.

Die neue Freitreppe in Zurlauben wird beim Zurlaubener Heimatfest mit Sicherheit ein gefragter Aufenthaltsort sein.

Eigentlich mag Reichert nicht mehr an das vergangene Jahr zurückdenken. Die Baustelle am Moselufer wirkte sich äußerst negativ auf das finanzielle Ergebnis aus. “Wir mussten Kredite aufnehmen, um die offenen Forderungen begleichen zu können.” Die Kosten für das Zurlaubener Heimatfest sind nicht unbeträchtlich: “Der finanzielle Rahmen bewegt sich normalerweise um die 75.000 Euro.”

Da wäre im vergangenen Jahr eine Solidaritätsaktion der Moselschiffahrt-Unternehmen äußerst hilfreich gewesen. Aber: “Ich bekam kurz vor dem Fest einen Anruf aus Koblenz. Das dort ansässige Unternehmen war empört, dass wir das Feuerwerk haben ausfallen lassen. Schließlich, so die Klage, habe man für diese Fahrt schon Karten verkauft, die man nun zurückgeben müsse”, erinnert sich der Geschäftsführer. Was kaum einer weiß: Die Unternehmen kommen gerne mit ihren prachtvollen Schiffen zum Fest. An den Kosten aber beteiligen sie sich nach Auskunft des Veranstaltungsleiters nicht.

Das Feuerwerk kommt vom Pyrotechnik-Weltmeister

Die Trierer hatten für den Ausfall des Feuerwerks im vergangenen Jahr Verständnis. Viele kamen dennoch, der Betrieb auf der reduzierten Fläche war beträchtlich. In diesem Jahr aber werden alle Freunde des bunten Feuerwerkspektakels wieder voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Zum einen ist die Wetterprognose bestens, zum anderen stehen mit dem Pyrotechnik-Weltmeister Helmut Reuter und seinem Team von “Steffes-Ollig Feuerwerk” erfahrene Profis bereit, die berechtigten Raum für höchste Erwartungen geben.

Freuen kann man sich aber auch über ein abwechslungsreiches Musikprogramm, das erstmals von einer Rundbogenbühne, die sich bei der neu angelegten Stufenanlage zur Mosel hin befinden wird. “Uns war es wichtig, dass wir ein musikalisches Programm bieten können, das einen möglichst breit angelegten Geschmack bedienen kann”, so Reichert.

Als Erste sind am Freitag, 6. Juli, ab 18 Uhr die “Duckentcher” dran. Ihr Auftritt dauert knapp drei Stunden, nur unterbrochen vom Fassanstich, mit dem das Fest um 18.30 Uhr offiziell eröffnet wird. Gegen 21.15 Uhr übernehmen die Trierer Singer und Songwriter “Nico Mono” die Bühne. Ihr Auftritt, der sicherlich viele Menschen vor die Bühne ziehen wird, dauert etwa eine Stunde, danach spielt mit “24th Frame” eine weitere Trierer Formation auf.

Am Samstag beginnt das Bühnenprogramm um 17.30 Uhr mit “Big Notes”. Um 20 Uhr lockt die “Pratzbähnt” aus Trier-Irsch mit ihrem stimmungsvollen Brass-Sound, danach sind mit “Pullmann” Indie, Rock, Rap und Blues angesagt. Von 23 – 23.15 Uhr darf die Gruppe pausieren, dann sind die Pyrotechniker mit ihrem Feuerwerk am Zug.

Der musikalische Mix am Sonntag ist bunt, Live-Auftritte wechseln sich mit DJ-Größen wie “Carnage23” ab. Und am Montag spielen zum Abschluss noch einmal die “Duckentcher” von 19.30 bis 21.30 Uhr. Den musikalischen Abschluss übernimmt ab 22 Uhr die Formation “Männer” mit deutschsprachigen Songs von Lindenberg, Grönemeyer, Müller-Westernhagen und anderen.

Freut sich auf das kommende Heimatfest: Cheforganisator Christian Reichert

Security wacht über den Zugang

Wie in den vergangenen Jahren wird eine Security-Firma ein waches Auge auf den Betrieb haben. Dazu gehören am Eingang ebenso Taschenkontrollen wie eine Beschränkung des Zugangs: “Wir haben innerhalb der Organisation einen Kern von Sicherheitsverantwortlichen, der aufpasst, dass nicht zu viele Menschen auf der Festfläche sein werden. Zwar freuen wir uns über jeden einzelnen Besucher, allerdings haben wir auch eine Verantwortung gegenüber diesen Menschen, die wir sehr ernst nehmen.”

Worüber sich Cheforganisator Christian Reichert besonders freut: “Wir haben auch in diesem Jahr einen Schirmherrn gefunden.” Es handelt sich dabei um Markus Leineweber, der Hausobere der Klinik “Barmherzige Brüder”. Er habe spontan zugesagt und auch angeboten, dass sich das Krankenhaus mit einem eigenen Weinstand engagiert. “Das fanden wir im kompletten Vorstand toll”, strahlt Reichert und denkt schon einen Schritt weiter: “Vielleicht kann der MGV Zurlauben später auch mal in der Krankenhaus-Kapelle eine Messe musikalisch gestalten.”


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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