Nero brachte Besucher und Umsatz nach Trier

Eine Analyse der Nero-Ausstellung nehmen Elisabeth Dühr, Markus Groß-Morgen und Marcus Reuter vor. Links Pressesprecherin Tina Altmayer. Fotos: Rolf Lorig

Eine Analyse der Nero-Ausstellung nehmen Elisabeth Dühr, Markus Groß-Morgen und Marcus Reuter vor. Links Pressesprecherin Tina Altmayer. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Zufriedene Gesichter gab es am Mittwoch im Rheinischen Landesmuseum. Anlass dafür war eine Pressekonferenz, bei der die Direktoren der an der Nero-Sonderausstellung beteiligten Museen öffentlich Bilanz zogen. Ihr Fazit: Die Mühen und Anstrengungen haben sich gelohnt – für die Museen, die Stadt und das Umland.

Von Rolf Lorig

Marcus Reuter, Direktor des Rheinischen Landesmuseums, kann sich ein zufriedenes Schmunzeln nicht verkneifen. In diesem Jahr habe es über 4000 Sonderausstellungen in Deutschland gegeben, erzählt er. Trotzdem mobilisierte die Nero-Sonderausstellung in den drei großen Trierer Museen 272.678 Menschen. Reuters Freude steckt Kulturdezernent Thomas Egger an: ‟Diese Ausstellung war für Trier und das Umland Gold wert‟, stellt er fest.

Wie viel genau, das haben mit finanzieller Unterstützung der Trier Tourismus Marketing (ttm) und der Initiative Region Trier (IRT) zwei Firmen, darunter das Trierer Marktforschungsinstitut Biehl und Partner, ausgerechnet. Im Durchschnitt hat demzufolge jeder Besucher 91 Euro in Trier gelassen. Bei Tagesgästen waren das im Schnitt 34 und bei Übernachtungsgästen 155 Euro. Gegenüber der Konstantin-Ausstellung im Jahr 2007 stellt Reuter eine deutliche Steigerung fest. Damals ließen Tagesgäste 24 Euro und Übernachtungsgäste 88 Euro in Trier.

Insgesamt seien in diesem Jahr etwa 19 Mio. Euro in Trier ausgegeben worden, die reine Wertschöpfung belaufe sich dabei auf 9,2 Mio. Euro. Das Gesamtbudget für alle drei Museen habe 3,80 Mio. Euro betragen, so Reuter. Auch die Einnahmeziele seien ersten Berechnungen zufolge eingehalten worden. Diese lagen bei 1,3 Mio. Euro für das Landesmuseum, 250.000 Euro für das Stadtmuseum Simeonstift und 200.000 Euro für das Museum am Dom.

Viel Lob von den Besuchern erhalten

Um ihn drehte sich in den letzten Monaten die Trierer Welt: Kaiser Nero

Um ihn drehte sich in den letzten Monaten die Trierer Welt: Kaiser Nero

Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift, widmet sich in ihrem Part den Besuchern. Diese hätten den Ausstellungsmachern viel Lob gezollt: Inhaltlich sei die Schau im Durchschnitt mit der Schulnote 1,6 bewertet worden. Die Qualität der Exponate und ihre Präsentation habe einen großen Eindruck hinterlassen und sei rundum positiv bewertet worden. Gleiches gelte für Kompetenz und Freundlichkeit der Gästebetreuer, die 3251 Gruppen durch die Ausstellungen führten.

Laut Dühr kam das Gros der Übernachtungsgäste aus den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Bei den Tagesgästen waren das Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Auch aus dem Ausland kamen Gäste: 36 % aus Luxemburg, 17 % Niederlande, 14 Prozent Belgien, 13 % Schweiz und 11% aus Österreich. Die Franzosen habe man offenbar nicht erreicht, bedauert Dühr und wirft dann noch einen Blick auf Alter und Einkommen der Gäste. Altersmäßig stellten die 50 – 70-Jährigen die größte Gruppe, das verfügbare Haushaltsnettoeinkommen sei bei der größten Gruppe mit 2000 – 3000 Euro angegeben worden, immerhin gaben noch 18 Prozent 5000 Euro und mehr an. Das lasse den Schluss auf ein bildungsaffines Publikum mit gutem Einkommen zu. Was sie wie auch ihre Kollegen freut: ‟Die Besucher kamen eigens wegen Ausstellung. Die Stadt mit ihren Attraktionen und Kulturdenkmälern war dieses Mal schmückendes Beiprogramm.”

Doch wie wurden die Besucher auf die Ausstellung aufmerksam? Markus Groß-Morgen beleuchtet diesen Aspekt. Seinen Ausführungen zufolge waren Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften, Plakate und Flyer in erster Linie verantwortlich für die Resonanz. Zudem habe eine Auswertung der Presse habe ergeben, dass 35 % der Berichte vor Beginn der Ausstellung veröffentlicht wurden. Das Gros der Beiträge aber habe sich über die gesamte Laufzeit verteilt.

Kulturelle Angebote wichtige Bestandteile der Urlaubsplanung

Auch die Frage, in welchen Monaten die meisten Gruppen sich auf den Weg nach Trier gemacht haben und wie sich diese Gruppen zusammensetzen, beleuchtet der Direktor des Museums am Dom. Die meisten Besuchergruppen kamen demnach im September, gefolgt von den Monaten Juni, Juli und Oktober. Den größten Anteil der Gruppen mit 52 % stellten privat organisierte Gruppen oder Vereine. Zwar sei die Zahl der Gruppen in den Sommerferien etwas eingebrochen, doch dies sei durch die hohe Zahl von Einzelbesuchern problemlos kompensiert worden. Alles in allem habe es sich herausgestellt, dass für die Zielgruppe der Nero-Ausstellung kulturelle Angebote wichtige Bestandteile der Urlaubsplanung seien. Für über 40 % der Befragten seien solche Angebote auch wichtige Entscheidungsgründe für oder gegen eine Urlaubsregion.

Und wie geht es nun weiter? Die drei Direktoren sehen sich an und lächeln. Die nächste Sonderausstellung anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx beschäftigt ihre Mitarbeiter bereits hinter den Kulissen. Das Rheinische Landesmuseum und das Stadtmuseum Simeonstift werden dann in der Zeit vom 5. Mai bis zum 21. Oktober 2018 die Hauptlast tragen. Aber auch das Museum am Dom ist als Kooperationspartner wieder mit dabei, genau wie das Museum Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Brückenstraße. Langeweile wird es bis dahin garantiert nicht geben…


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Kultur 1 Kommentar

Kommentar zu Nero brachte Besucher und Umsatz nach Trier

  1. Rainer Landele

    zitat: ” Altersmäßig stellten die 50 – 70-Jährigen die größte Gruppe, das verfügbare Haushaltsnettoeinkommen sei bei der größten Gruppe mit 2000 – 3000 Euro angegeben worden, immerhin gaben noch 18 Prozent 5000 Euro und mehr an.”

    leckomio
    na, dann hoffentlich beim nächsten male eine sozialticket für die hartz 4ler der region. damit die auch was haben von karl marx…

     

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