Neue Straßenbeleuchtung bringt öffentliches WLAN

Simon Engelbert schätzt die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre bei einem Glas Tee zwischen zwei Terminen mal die Mails checken zu können. Fotos: Rolf Lorig

Simon Engelbert schätzt die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre bei einem Glas Tee zwischen zwei Terminen mal die Mails checken zu können. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Im Zuge des Umbaus der öffentlichen Straßenbeleuchtung arbeiten die Stadtwerke Trier (SWT) am Ausbau eines öffentlichen WLAN-Netzes. Damit rückt in der Innenstadt der Traum von der grenzenlosen Datenmobilität ein gutes Stück näher.

Überall und an jedem Ort sich ins Internet einloggen können – seit dem letzten Frühjahr ist dieser Traum greifbarer geworden. Nach langem Widerstand, der vor allem aus der CDU kam, hat die Bundesregierung in weiten Teilen die Störerhaftung abgeschafft. Anbieter von WLAN müssen nun nicht länger für Rechtsverletzungen haften, die über ihr Netzwerk begangen werden. Auch der Europäische Gerichtshof hat sich mit dem Thema befasst. Hier kam man ebenfalls zu der Auffassung, dass Gewerbetreibende, die ein offenes WLAN anbieten, nicht so ohne weiteres für über ihr Netzwerk begangene Rechtsverletzungen haften müssen. Zwei elementare Entscheidungen, die auch in der Römerstadt Trier Auswirkungen haben.

Oberfläche des SWT City Wlan

Oberfläche des SWT City Wlan

In der Moselmetropole arbeiten die SWT mit Hochdruck am Aufbau eines öffentlichen WLAN-Netzes. Diese Arbeiten gehen parallel einher mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung. ‟Als die Stadtwerke zum 1. Januar 2016 die hoheitliche Aufgabe der Straßenbeleuchtung übernommen haben, waren rund 120 unterschiedliche Straßenleuchten-Typen im Einsatz‟, erläutert Carsten Grasmück, Sprecher der SWT. Nach den Vorgaben des Lichtmasterplans der Stadt Trier sollen diese innerhalb der nächsten Jahre auf nur fünf unterschiedliche, sehr energieeffiziente LED-Leuchtentypen reduziert werden. Ziel sei es, in den nächsten Jahren jährlich mindestens 1.000 alte Leuchten auf LED-Technologie umzustellen. Im vergangenen Jahr habe man zudem 500 Leuchten darüber hinaus erneuert. ‟Dies entspricht Investitionen von rund 1,5 Millionen Euro jährlich‟, sagt Grasmück und weist darauf hin, dass die neuen Leuchten über ein intelligentes Datenmanagementsystem gesteuert und gewartet werden können.

Und an genau dieser Stelle kommt das WLAN ins Spiel. Denn die Beleuchtungsinfrastruktur wollen die SWT zum Aufbau einer neuen  Informationstechnologie gleich mehrfach nutzen: Neben einem öffentlichen WLAN sollen auch neue Ladepunkte für den Ausbau der Elektromobilität generiert werden.

Beim WLAN sind die Anfänge bereits gemacht: In den letzten Wochen konnten Besucher des Weihnachtsmarktes sich bereits per WLAN im Netz tummeln. Möglich machten das die Router für das City WLAN, das bereits in einigen Beleuchtungsmasten des Domfreihofs integriert ist. Das City-WLAN selbst ist aktuell von Porta Nigra und Brunnenhof über Hauptmarkt und Domfreihof bis zum Kornmarkt verfügbar. In diesem Jahr soll das Angebot auf die gesamte Innenstadt und 2018 auf den Alleenring ausgebaut werden, so Grasmück. (rl)


Drucken
Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 2 Kommentare

2 Kommentare zu Neue Straßenbeleuchtung bringt öffentliches WLAN

  1. Jessica Niemeyer

    ´´Lichtmasterplan ´´… soso na hoffentlich werden jetzt endlich Römer – und Kaiser Wilhelm Brücke ( man erinnert sich an die tolle Beleuchtung an Zurlauben 2016 ), Frankenturm ,Viehmarktthermen,Karl Marx Museum , usw endlich auch beleuchtet , Lichtakzente gesetzt an vielen alten Fassaden , Lichtbrücken über die Mosel installiert , die gesamte Treverisbushaltestelle ( wie konnte man einen neu restaurierten Straßenzug nur so dunkel gestalten ,daß sich jeder dort abends fürchtet ?) erhellen – es gibt noch genug dunkle Ecken in der Stadt – es werde Licht !

     
    • Jan Kober

      Die Kritik an der Treveris-Bushaltestelle vermisste ich bisher, stimmt.
      Die war vor dem Umbau in einem schlechten Zustand, aber da konnte man halt noch auf das Alter vertrösten. Anno 201X aber so was abzuliefern wie dort ist trostlos. Beleuchtung haben sie schon angesprochen, die versetzten, viel zu kleinen Wartehäusschen und v.a. die “Trauminfrastrultur” für Alkis. Speziell letzteres war bei solch einer Bestuhlung doch vorprogrammiert. Andere Kommunen/Verkehrsbetriebe machen Anlehn-Stützen an so Plätze, aber doch keine Diskussionsforen für Alkis direkt vor einem Discounter.

       

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.