Neuer Marx fürs Museum – Willi Sitte im Simeonstift

Das Marx-Porträt des berühmten DDR-Malers Willi Sitte ist ab sofort im Museum Simeonstift zu sehen. Foto: VG Bild-Kunst

Das Marx-Porträt des berühmten DDR-Malers Willi Sitte ist ab sofort im Museum Simeonstift zu sehen. Foto: VG Bild-Kunst

TRIER. Die Bundesrepublik Deutschland stellt dem Stadtmuseum Simeonstift Trier ein Marx-Porträt des berühmten DDR-Malers Willi Sitte zur Verfügung. Es zeigt den bekanntesten Sohn der Stadt in sitzender Pose. Das Werk ist ab sofort in der Dauerausstellung des Stadtmuseums Simeonstift zu sehen. Im Extra: Stadtmuseum Simeonstift im Portrait.

Pünktlich zum 197. Geburtstag von Karl Marx am 5. Mai bereichert ein Porträt des berühmten Malers Willi Sitte (1921-2013) die stadtgeschichtliche Ausstellung des Stadtmuseums Simeonstift. Die Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland zeigt den berühmtesten Sohn der Stadt im Großformat: In Öl auf Hartfaser malte der Künstler den Gelehrten in reifem Alter in sitzender Pose. Das Gemälde fügt sich in eine lange Reihe von Karl-Marx-Darstellungen, von deren Vielfalt die Ausstellung “Ikone Karl Marx. Kultbilder und Bilderkult” (2013) im Stadtmuseum Simeonstift einen Eindruck vermittelte. Willi Sitte gehörte neben Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer zu den bedeutendsten Malern der DDR. Sein Gemälde ersetzt das bislang ausgestellte Marx-Porträt von Emil Dreyer, das eine Dauerleihgabe der Friedrich-Ebert-Stiftung war. Im Jahr 2018, anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx, wird eine große Ausstellung in Trier an sein Leben und Werk erinnern.

Extra – Stadtmuseum Simeonstift

Das Stadtmuseum Simeonstift ist das Museum der Stadt Trier. Mit einer Dauerausstellung und wechselnden Sonderausstellungen zu Trierer Themen oder Künstlern beleuchtet das Haus die Geschichte der ältesten Stadt Deutschlands. In diesem Jahr feiert das Stadtmuseum sein 111-jähriges Bestehen, seit 1945 befindet sich die Ausstellung im historischen Simeonstift aus dem 11. Jahrhundert. Seine Sammlung geht auf Schenkungen von Trierer Bürgern zurück.

Das Marktkreuz im Trebeta-Saal. Foto: Stadtmuseum

Das Marktkreuz im Trebeta-Saal. Foto: Stadtmuseum

Seit dem Umbau 2007, der mit der Eröffnung der vielbeachteten Konstantin-Ausstellung abgeschlossen wurde, gehört das Simeonstift zu den bedeutenden kommunalen Häusern in Rheinland-Pfalz. Neben den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Trier gehören auch Touristen aus der ganzen Welt zu den Besuchern, die sich die Stadtgeschichte mit den mehrsprachigen Audioguides erschließen können. In der jüngeren Vergangenheit macht das Museum auch mit innovativen Besucherformaten von sich reden: Ob Twitter-Führungen, Yoga im Museum, ein Seniorencafé oder frühkindliche Bildung – die Angebote richten sich an alle Alters- und Interessengruppen.

Dieses vielseitige Angebot des Museums im Bereich der Kulturellen Bildung hat dem Haus einen Rekord beschert: Mehr als 10.000 Personen haben im letzten Jahr an Veranstaltungen teilgenommen, seien es Führungen, Kindergeburtstage oder Vorträge zu Themen der Stadtgeschichte. “Diese Zahl freut uns außerordentlich”, sagt Dr. Elisabeth Dühr. “Sie zeigt uns, dass das Museum endgültig in der Stadt angekommen ist, dass die Triererinnen und Trierer wahrnehmen, was wir machen, und dass sie gerne zu uns kommen”. Auch bei den allgemeinen Besucherzahlen setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Mit knapp 50.000 Besuchern, darunter zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland, hat sich das Stadtmuseum zu einer wichtigen Säule in der überregionalen Wahrnehmung der Stadt Trier entwickelt.

Der gelbe Saal. Foto: Riehle

Der gelbe Saal. Foto: Riehle

Auch jenseits der Besucherzahlen blickt man im Stadtmuseum zufrieden auf die vergangene Saison zurück. Vor allem die Ausstellung “2000 Jahre Schifffahrt auf der Mosel” hat die Erwartungen übertroffen: “Das außerordentliche Interesse der Besucher an diesem Thema und die begeisterte Resonanz, auch auf den Katalog, hat uns sehr gefreut”, berichtet Dr. Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums. “Wir waren erstaunt darüber, wie viele Menschen in der Region noch selbst einen Bezug zur Schifffahrt haben.”

Aktuell zeigt das Stadtmuseum in der Ausstellung “Aufgemöbelt” einen Überblick über die städtische Möbelsammlung – mit hölzernen Kostbarkeiten von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert. Parallel hierzu arbeitet das Team des Museums bereits an den nächsten Ausstellungen, darunter zwei Mammutprojekte, die ihre Schatten voraus werfen: Nero 2016 (gemeinsam mit dem Rheinischen Landesmuseum und dem Museum am Dom) und Marx 2018 (gemeinsam mit dem Rheinischen Landesmuseum).

Ein Gastbeitrag des Museums Simeonstift


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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