“Nicht Parteipolitik, sondern die Sache zählt”

Seit vier Tagen im Amt: Bürgermeisterin Elvira Garbes. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Seit dem 15. Februar ist Elvira Garbes Bürgermeisterin und Sozialdezernentin von Trier und damit Nachfolgerin von Angelika Birk. Bei einer Pressekonferenz im Rathaus suchte sie das Gespräch mit den Medien.

Nein, eine Schonzeit habe sie nicht gehabt, meint die 61-Jährige, die im kommenden Monat ihren nächsten Geburtstag feiert. Sie sei sofort ins kalte Wasser gesprungen, sagt sie und fügt mit einem Lächeln in Richtung Oberbürgermeister Wolfram Leibe ein “worden” an. Der grinst und ergänzt: “Sie ist gesprungen, wir haben sie noch ein wenig gestoßen.” Die Chemie, so der erste Eindruck, scheint im neuen Stadtvorstand zu stimmen. Denn zu der Vorstellung der neuen Bürgermeisterin sind auch die übrigen Dezernenten mitgekommen.

Lieber arbeiten als mit der Rente flirten

Warum tut sich ein Mensch, der theoretisch schon bald seine Rente in Anspruch nehmen könnte, so etwas nochmals an? Die Antwort ist offen und ehrlich: “Ich arbeite gerne und ich wollte auf jeden Fall noch Dezernentin werden.”

Eine vergleichbare Stelle gab es auch in ihrem bisherigen Wirkungskreis zu besetzen. Allerdings gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Regelung, nach der man sich nur bis zu einem Alter von 58 Jahren da noch hätte bewerben können. “Das empfinde ich als Diskriminierung”, sagt Garbes. Glücklicherweise gibt es in Rheinland-Pfalz diese Regel nicht, weshalb die Diplom-Sozialarbeiterin ihr Glück in Trier versuchte. Mit Erfolg. Von 52 im Stadtrat abgegebenen Stimmen entfielen 47 Ja-Stimmen auf die Frau mit dem Parteibuch der Grünen − bei vier Enthaltungen und einer Gegenstimme.

Eines stellt Garbes im Gespräch mit den Medien klar: “Es geht nicht um parteipolitische Farben, es geht um die Sache.” Klare Worte, an denen man die Dezernentin später wird messen können.

Eine ganz große Herausforderung sieht sie in den Finanzen der Stadt. Ja, sie wisse, dass Trier finanziell nicht auf Rosen gebettet sei, sagt sie. Hier will sie in den nächsten Wochen und Monaten ganz genau hinschauen, wie die Geldströme ihres Dezernates laufen und auch die Finanzierbarkeit von Projekten genau überprüfen. Eines steht für sie schon jetzt fest: “Alle Wünsche wird man nicht erfüllen können.”

Übergabe: Aufgrund der neuen Aufgabenverteilung im Stadtvorstand führt Dezernent Andreas Ludwig das Schulamt in den Aufgabenbereich der Bürgermeisterin zurück.

“Keine Trier-spezifischen Probleme”

Natürlich habe sie mitbekommen, was sich kommunalpolitischen in der jüngeren Zeit in Trier ereignet habe. Die Vorgänge um das Theater Trier sind ihr ebenso bekannt wie auch die Kritik an ihrer Vorgängerin. Darüber habe sie sich in den letzten Monaten in den Medien informiert. Und auch die Sitzungen des Stadtrates kennt Garbes aus dem Offenen Kanal, den man im Rheinland bei Youtube einsehen kann. Doch was sie erfahren habe, seien keine Trier-spezifischen Probleme, meint sie und verweist darauf, dass es in einer Demokratie nun einmal immer mehrere Meinungen und damit auch Reibungspunkte gebe. Zudem sei ihr als gebürtige Daunerin die Trierer Mentalität nicht fremd, weshalb sie auch auf eine Eingewöhnung hofft. Dazu werde sicherlich ihr neuer Wohnsitz beitragen. Eine neue Wohnung habe sie bereits gefunden, die müsse aber noch hergerichtet werden. Und nein, ihr Haus in Köln werde sie nicht aufgeben, sondern immer wieder zwischen Trier und dem Rheinland pendeln.

Und dann war das Gespräch auch schon wieder vorbei. Alle mussten zurück an ihre Arbeit – die Journalisten in die Redaktionen und die Bürgermeisterin in ihr Büro, wo Baudezernent Andreas Ludwig bereits wegen der Übergabe des Schulressorts auf sie wartete. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 15 Kommentare

15 Kommentare zu “Nicht Parteipolitik, sondern die Sache zählt”

  1. Jürgen

    da bin ich ja dann mal gespannt wenn das thema sanierung egbert wieder auf den tisch kommt (-: das ist dann ein idikator ob die sache oder das geklüngel zählt !

     
    • Rainer Landele

      klar, weil ja alles, womit man persönlich nicht einverstanden ist gaaaanz objektiv ’ne schweinerei der anderen seite sein muss…

       
      • Marco Berweiler

        @Landele: Sie wollen uns doch jetzt nicht allen Ernstes weismachen, dass die CDU “die Kröte” Egbert nicht deshalb schlucken musste, um die Grünen für die (Un-) Verantwortungsgemeinschaft zu gewinnen ??? Gibst Du mir Egbert, so geb ich Dir den dm auf dem Petrisberg …

         
      • Horst Fackler

        Nein Herr Landele, egal wie man es betrachtet, es wäre eine vollkommen überflüssige Maßnahme … ..

        Aber für sie und ihr Grünen Kumpanen geht das scheinbar in Ordnung soviel Geld zu verballern, das an anderer Stelle sinnvoller ausgegeben wäre.

        Bei einer Deutscharbeit würde ne 6 -Thema verfehlt drunter stehen, wenn man sich diese Anstrengungen im Kontext des zugrunde liegenden Schulentwicklungskozept anschaut .

        Nicht umsonst gibt es massive und hoffentlich erfolgversprechende Interventionen gegen das dämliche ego-Egbert Projekt …

        Wäre nur schön wenn dieses Mal direkt klar und deutlich gesagt wird, wohin der Hase läuft, statt wieder ewig lang den Mantel des Schweigens drüber zu legen und die Zeit das ganze richten lassen …

         
  2. Jürgen

    nein eine schweinerei ist es wenn man es objektiv betrachtet !!!

    und nicht keine nur weil es ihr parteiheinricht war der das durchgeboxt hat und nun auch das nacheinkaufszentrum verhindern will … mitte gartenfeld regiert gerne über seine grenzen hinweg !

     
    • Rainer Landele

      “nein eine schweinerei ist es wenn man es objektiv betrachtet !!!”

      sage ich doch: gaaanz objektiv eine schweinerei!111elf!!

      aus ihrem betrachtungswinkel. und natürlich müssen alle, die es von anderem winkel betrachten teil des verschwörungsgeklüngels sein.

      das ist das schöne an demokraten wie sie: entweder man denkt und sieht die welt wie sie – oder aber man ist ein schwein…

       
      • Marco Berweiler

        @Landele: also Sie schaffen es mit Ihrem verbalen Ergüssen wirklich immer wieder, mich sprachlos zu machen … bitte aber auf keinen Fall als Kompliment auffassen !!!

         
        • Jürgen

          ehrlich ? mich schon lange nicht mehr …

          der springt halt auf jedes stöckchen und freut sich wie ein schneekönig wenn er ungrüne mit irgendwelchen frisch erfundenen attributen versehen kann …

          es macht ja schon spass drauf zu tippen wie lange es dauert bis der inoffizelle forumssprecher der grünen auf das nächste stöckchen springt … wie der rainer springt keiner …

           
          • Rainer Landele

            1. gibt es mittlerweile soviel stöckchen, da kann ich gar nicht überall rüberspringen

            2. haben sie ihren beitrag bestimmt nicht geschrieben, damit ich antworte. wenn doch: kommen sie vorbei: wir können viele schöne stunden miteinander haben. das bett ist frisch bezogen…

            3. wenn sie müll schreiben, darf, ach quatisch: muss man es nicht entsprechend kommentieren?

            was haben sie geschrieben? eine politische entscheidung sei objektiv eine schweinerei. respekt für so ein göttliches urteilsvermögen.

            @berweiler: dafür, dass ich sie sprachlos mache, schreibe sie ein wenig zuviel. also wäre meine empfehlung: lassen sie solche laberei, um glaubwürdig zu bleiben! ach nee, zu spät…

          • Hans G. Huber

            Landele und Jäger, warum macht man daraus eigentlich nicht ein neues TV-Format, so in Richtung Nachfolger der beiden Muppet-Show Opas vom Balkon, die beiden alten Quälgeister Statler und Waldorf, würde bestimmt grandiose Einschaltquoten erzielen!

          • Stephan Jäger

            „Landele und Jäger, warum macht man daraus eigentlich nicht ein neues TV-Format,…“

            Muss eigentlich feiges, dämliches persönliches Gepöbel unter Falschnamen selbst da unbedingt veröffentlicht werden, wo der Angepöbelte nicht einmal zuvor kommentiert hat?

  3. Marco Berweiler

    @Landele: sprachlos hat mit schreiben nichts zu tun … Sie sollten sich wirklich mal Sorgen um Glaubwürdigkeit machen – und zwar um Ihre eigene … Um mich brauchen Sie sich da nicht zu kümmern …

     
  4. Ingo Senftleben

    Bei der Muppet-Show gehört aber noch der Buggenum mit dabei. Und S.Jäger, wer so fett austeilt, muss dann halt auch mal seinen Namen außer der Reihe lesen. Sollte doch egal sein als Vielschreiber.

     
    • Hans G. Huber

      Ich bin’s nicht! 😉 Stimmt, guter Vorschlag Herr Senftleben!

       
  5. Stephan Jäger

    „Ich bin’s nicht!“

    Nein! natürlich „sind Sie es nicht“, Herr R… öhh Huber.

    @Senftleben: Ich teile, WENN ich austeile, wenigstens mit offenem Visier aus. Und nicht überall, ob es zum Kontext passt oder nicht, wie ein Kleinkind hinter Mama Falschnamen versteckt.

    Jeder halt so, wie er kann.

     

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