Ode an die Vergänglichkeit

Von links nach rechts: Joya Ghosh, Angela Seebach, Michael Roller. Foto: Paul

TRIER. Frühere Mitglieder des Katz-Theaters haben sich zum Ensemble Théâtre Gérard zusammengeschlossen. Ihre Aufführung des Einakters “Der König stirbt” kommt in einer Präsentation des Satiricon Theaters am 8. März erstmalig im Großen Saal der Tufa zur Aufführung.

In einer sich immer schneller drehenden Welt sind die bewährten sicheren Fundamente, die bisher Halt boten, nur noch scheinbare Stützen. Das Einzige, auf das sich der moderne Mensch wirklich verlassen kann, sind die Unsicherheit und die damit einhergehende Absurdität des Festhaltens von bislang Bestehendem. “In anderthalb Stunden stirbst du. Am Ende der Vorstellung bist du tot.“ So leitet Margarete (Joya Ghosh), die erste Frau des Königs (Michael Roller), den Loslassprozess ihres Mannes ein.

Gemeinsam mit den Figuren innerhalb des Reichs, der zweiten Frau des Königs (Angela Seebach), der Ärztin und Sterndeuterin (Melanie Telle), der Wächterin (Elke Hennig) und Julchen, dem Dienstmädchen (Anna Lankes), erlebt der Zuschauer die verschiedenen Facetten, Sichtweisen, Bewältigungs- und Selbsttäuschungsstrategien der Vergänglichkeit.

Das Ableben, die Dekonzeptionalisierung des Königs, und die damit einhergehende Auflösung und Demaskierung des Königreichs stehen ebenfalls für die vielen Loslassprozesse, die ein Mensch in seinem Leben erfährt, damit etwas Neues entstehen kann.

Die Theatergruppe “Théâtre Gérard“ inszeniert in Ionescos Bühnenwerk “Der König stirbt“ die Auflösung materiellen Lebens, exemplarisch verdeutlicht durch den Zerfall eines Königreichs und das Dahinscheiden einer königlichen Existenz.

Eugène Ionesco war ein französisch-rumänischer Autor. Er gilt als bedeutendster französischer Dramatiker der Nachkriegszeit und als ein führender Vertreter des absurden Theaters. Ab den 1980er Jahren trat Ionesco auch als Maler hervor.

Das neu gegründete Ensemble Théâtre Gérard wird vom renommierten Satiricon Theater präsentiert. Gemeinsam mit dem Ensemble führte Gerd Freyberg Regie.

Weitere Aufführungen sind am 22. und 24. März (kleiner Saal) sowie am 13., 18. und 26. April. Tickets gibt es unter diesem Link. (tr)


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