Pflegedirektor des Brüderkrankenhauses verabschiedet

Die beiden Pflegedirektoren mit ihren Gattinnen sowie von links nach rechts: Josef Willems (Personalleiter), Christian Weiskopf (Kaufmännischer Direktor), Professor Dr. Winfried A. Willinek (Ärztlicher Direktor), Markus Leineweber (Hausoberer), Bruder Peter Berg (Vorsitzender des Aufsichtsrats der BBT-Gruppe), Bruder Alfons Maria Michels (Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe) und Matthias Warmuth (Geschäftsführer Unternehmensentwicklung der BBT-Gruppe) Fotos: BKT

TRIER. Nach 46 Dienstjahren im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und 33 Jahren als Pflegedirektor wurde Pflegedirektor Aloys Adler (63) nun in den Ruhestand verabschiedet. Eine Feierstunde mit zahlreichen geladenen Gästen und Mitarbeitenden am Freitag, 8. September 2017 umrahmte die Staffelübergabe an seinen Nachfolger, Jörg Mogendorf (52).

Hausoberer Markus Leineweber hieß die zahlreichen Gäste willkommen, die anlässlich der Verabschiedung von Aloys Adler und der Begrüßung seines Nachfolgers Jörg Mogendorf ins Brüderkrankenhaus Trier gekommen waren. Die Verabschiedung von Aloys Adler in einen neuen Lebensabschnitt sei mehr als nur ein Wechsel in der Funktion des Pflegedirektors. Man verabschiede einen Menschen, der dem Brüderkrankenhaus mehr als 46 Jahre gedient habe und ein wesentliches Kapitel in der Entwicklung des Hauses geprägt habe, betonte Leineweber. Er dankte Aloys Adler für 20 Jahre gemeinsames Arbeiten, in denen er ihn für seine Besonnenheit, Aufrichtigkeit, die Präsenz des christlichen Grundbekenntnisses und ein gutes Gespür, für das, was als nächstes dran sei, auch immer als großes Vorbild erlebt habe.

Bruder Peter Berg, Aufsichtsratsvorsitzender der BBT-Gruppe und Bruder Alfons Maria Michels, Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe stellten in Ihrer Abschiedsansprache für die Anwesenden vier Rollen des scheidenden Pflegedirektors heraus: den Menschen Aloys Adler, den Krankenpfleger, das Direktoriumsmitglied und den dem Orden eng verbundenen Aloys Adler.
Der aus Merchingen im Saarland gebürtige Aloys Adler begann 1971 als Pflegehelfer im Brüderkrankenhaus und absolvierte von 1972 bis 1975 die dortige Krankenpflegeschule. Nach dem Grundwehrdienst übernahm er von 1976 bis 1979 unterschiedliche Aufgaben in der Pflege. 1978 wurde ihm die erste Stationsleitung übertragen. 1980 folgte dann die Ernennung zum stellvertretenden Pflegedirektor. Im Januar 1984 übernahm er nach umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen in Freiburg das Amt des Pflegedirektors im Brüderkrankenhaus Trier.

Staffelübergabe: Aloys Adler (rechts) begrüßt seinen Nachfolger Jörg Mogendorf im Amt des Pflegedirektors des Brüderkrankenhauses

Der “Urtyp“ des Pflegedirektors

Beide Ordensbrüder stellten ihre jeweils erste Begegnungen mit Aloys Adler heraus: Bruder Alfons Maria Michel erinnerte sich an den Schulassistenten Adler mit ausgezeichnetem Fachwissen in Anatomie und Physiologie und den später mit dem für die Vergabe der Nachdienste verantwortlichen Pflegedienstleiter. Bruder Peter Berg, der Adler 1984 mit dem Ordenseintritt zum ersten Mal begegnete, erlebte ihn immer wieder als “Urtyp“ des Pflegedirektors, der ihn auf den verschiedenen Etappen seines Weges begleitet habe. In seiner 33jährigen Tätigkeit als Pflegedirektor habe Adler mehrere 1000 Pflegekräfte im Brüderkrankenhaus eingestellt, begleitet, gefördert und gefordert. Den Wandel in der Pflege von 1980 bis 2017 habe er aktiv mitgestaltet und sei dabei stets “up to date“ geblieben. Als Direktoriumsmitglied habe er eine Konstante gebildet und in der gemeinsamen direktorialen Zusammenarbeit die ersten Schritte in der Strategieentwicklung mit großem Interesse und Engagement mitgestaltet: er sei offen für neue Ansätze und Methoden gewesen und habe dabei das Ganze im Blick behalten. Dabei sei ihm ein gutes Verhältnis zwischen Medizin und Pflege immer wichtig gewesen. Beide Ordensbrüder dankten Aloys Adler für den hohen Einsatz und das Engagement für das Brüderkrankenhaus und die BBT-Gruppe, seine hohe Loyalität und Verbundenheit zur Ordensgemeinschaft und wünschten ihm ein auch nach der beruflichen Phase ein weiterhin gesegnetes und erfülltes Leben.
Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und Leiter Gesundheits- und Sozialpolitik der BBT-Gruppe würdigte anschließend das berufspolitische Engagement Aloys Adlers: als Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Leitender Krankenpflegepersonen Rheinland-Pfalz e.V., Mitwirkender bei der Etablierung des Dachverbandes der Pflegorganisationen in Rheinland-Pfalz e.V. DPO oder als Mitbegründer der ersten und einzigen Interdisziplinären Fortbildungsveranstaltung in Bingen. Unter seiner Leitung führte das Brüderkrankenhaus als eine der ersten Einrichtungen die Praxisanleitung ein, die Zeiterfassung und die 5-Tage-Woche oder 1998 die Matrixorganisation als neues Managementmodell in der Pflegeorganisation. Er initiierte eigene Pflegekongresse im Haus für den inter- und intraprofessionellen Dialog und förderte die Akademisierung der Pflege. Er unterstützte maßgeblich die Gründung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, für die er intern und extern geworben habe und auch die Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt habe. Mai, der 20 Jahre als stellvertretender Pflegedirektor mit Adler zusammengearbeitet hat, dankte Adler für die stets verlässliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

“Es war eine kontinuierliche Herausforderung”

“Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“, mit diesen Worten begann Adler seine Abschiedsrede, überwältigt von den vorhergehenden Dankesreden. Er habe gegeben, was er konnte und nach 46 Jahren sei es an der Zeit, etwas anderes zu machen. Er freue sich auf den neuen Lebensabschnitt. Seine Aufgabe habe er immer im Dienst am Kranken, dem Unternehmen und den Mitarbeitenden verstanden. Die Förderung von Entwicklung und Entfaltung im Pflege-Team sei ihm immer wichtig gewesen. Mit heute fast 1.200 Mitarbeitenden im Pflegedienst habe sich die Zahl der Mitarbeitenden in der Pflege seit seinem Eintritt ins Brüderkrankenhaus 1971 fast verdreifacht. In den mehr als vier Jahrzehnten seiner Berufspraxis habe er sich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. “Es war eine kontinuierliche Herausforderung, bis hin zur Etablierung des dualen Pflegestudiengangs“, so Adler. Er dankte seinen Mitarbeitenden in der Pflegedirektion, den leitenden Pflegekräften seinen Sekretärinnen und allen Pflegekräften in den Stationen für die Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Pflege im Brüderkrankenhaus. Einen besonderen Dank richtete er an seine Familie. Seinem Nachfolger, Jörg Mogendorf sprach er sein volles Vertrauen aus und schloss mit einem Zitat Schwester Liliane Juchlis beim Pflegekongress 2010: „”Menschen und Pflege sind dynamische Prozesse des Lebens. Ich wünsche Ihnen Mut und Kraft und Gottes Segen für Ihren Weg.“

Christian Weiskopf, Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhauses dankte Aloys Adler für die langjährige erfolgreiche Direktoriumsarbeit. Er habe für Kontinuität im Direktorium gestanden und betrachte es als besondere Ehre, gemeinsam mit Adler die Geschicke des Hauses, das vom Familienbetrieb zu einem der größten Arbeitgeber der Region permanent gewachsen sei, gemeinsam verantwortet zu haben. Den Nachfolger Jörg Mogendorf, der seit 1. Juli 2017 die Amtsnachfolge angetreten hat, hieß er auf’s herzlichste willkommen. Dessen Vorstellung übernahm Matthias Warmuth, Geschäftsführer Unternehmensentwicklung der BBT-Gruppe. Er hob er die hohe Fachlichkeit hervor, die der gebürtige Koblenzer mitbringe sowie seinen Stil als Mensch für offene Rückmeldungen.

Jörg Mogendorf dankte in seiner Begrüßung Aloys Adler und den weiteren Kolleginnen und Kollegen für die Begleitung und Unterstützung in den ersten Wochen. Transparenz und Vertrauen seien eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. In seiner neuen Aufgabe wolle er gute Antworten finden auf die immer wichtiger werdenden Fragen der Work-Life-Balance. Es sei ihm wichtig, neue und qualifizierte Fachkräfte von außen zu begeistern und auch junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen.

Mogendorf (52) absolvierte nach Abitur und Grundwehrdienst ab 1985 zunächst eine dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger am Krankenhaus Marienhof in Koblenz. Nach seiner Ausbildung war er bis Juni 1991 als Krankenpfleger auf der Medizinischen Intensivstation des Krankenhauses Marienhof in Koblenz tätig, ab April 1990 zusätzlich als stellvertretende Leitung dieser Station. Es folgten verschiedene Fachweiterbildungen, u.a. zum “Mittleren Pflegemanagement“ beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe DBfK in Neuwied sowie zur Pflegedienstleitung an der Kreuznacher Akademie. Von Juli 1991 bis März 1994 war er Abteilungsleiter Pflege der Abteilung für Innere Medizin des Krankenhauses Marienhof in Koblenz. Ab April 1994 bis Juni 1997 arbeitete er als Praxisbegleiter und Mitarbeiter der Pflegedirektion und ab Dezember 1996 Pflegedienstleitung am St. Elisabeth Krankenhaus in Mayen. Von Juli 1997 bis Juni 2008 war er Pflegedirektor und Mitglied des Direktoriums im Krankenhaus der Augustinerinnen in Köln. Von 2003 bis 2005 absolvierte Jörg Mogendorf ein zweijähriges Studium an der Steinbeis Hochschule Berlin, das er mit dem Bachelor of Business Administration abschloss. Seit Juli 2008 bis zu seinem Wechsel ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier war er Pflegedirektor und Mitglied des Direktoriums am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH Kemperhof Koblenz. (tr)


Drucken
Erstellt am Autor Rolf Lorig in Allgemein, Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.