Positive Beschäftigungszahlen für die Region Trier

Sie brachten bei der Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen positive Botschaften: Heribert Wilhelmi und Edeltraud Nikodemus. Foto: Rolf Lorig

Sie brachten bei der Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen positive Botschaften: Heribert Wilhelmi und Edeltraud Nikodemus. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Für den Arbeitsmarkt in der Region Trier war 2016 ein gutes Jahr: Es gab deutlich mehr Beschäftigte und wenig mehr arbeitslose Menschen. Zwar stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozent auf vier Prozent, diese Steigerung ist aber der Flüchtlingssituation geschuldet. Insgesamt profitiert die Region nach wie vor sehr stark vom Arbeitsmarktangebot der luxemburgischen Nachbarn.

Von Rolf Lorig

Bei der jährlichen Pressekonferenz zur Situation auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich Heribert Wilhelmi, Leiter der Trierer Agentur für Arbeit, mit den Zahlen des vergangenen Jahres recht zufrieden. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Edeltraud Nikodemus erläuterte er die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Danach waren durchschnittlich 11.223 Menschen im Jahr 2016 ohne Arbeit. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr liegt hier bei 135 Personen. Die höchste Monatsquote lag mit 4,5 Prozent im Monat Januar, die niedrigste mit 3,7 Prozent in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober.

Sehr zufrieden war Wilhelmi angesichts der deutlich gestiegenen Zahl der Beschäftigten. ‟Erstmalig haben wir bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten die Zahl 170.000 überschritten‟, zeigte sich Wilhelmi hoffnungsfroh und wertete die Zahl als Beweis dafür, dass der Arbeitsmarkt nach wie vor aufnahmefähig sei. Ein weiterer Beweis finde sich auch in der Zahl der gemeldeten offenen Stellen. Diese habe in 2016 bei 15.310 gelegen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 1.705 Stellenangeboten bedeute. Insgesamt konnten laut Wilhelmi die Jobsuchenden im Jahresdurchschnitt monatlich aus 4.459 Angeboten wählen.

Gut 30.000 Pendler arbeiten in Luxemburg

grenzgaenger

Doch wo fanden sich die verschiedenen Stellenangebote? ‟Genau 5.497 Stellenangebote kamen aus der Zeitarbeitsbranche. Auf den folgenden Plätzen reihten sich der Handel mit 1.543 Stellen und das verarbeitende Gewerbe mit 1.499 Angeboten ein.” Gastronomie und Gesundheitswesen meldeten danach in 2016 mehr als 1000 Stellenangebote. ‟Diese Branchen haben einen hohen Personalbedarf und beschäftigen in der Region Trier sehr viele Menschen‟, so Wilhelmi. Erwähnenswert auch der Blick zum Nachbarn Luxemburg: ‟Von 30.914 rheinland-pfälzischen Pendlern kommen gut 30.000 aus der Region Trier.”

Zudem habe es mit 884 freien Stellen einen deutlichen Zuwachs im Öffentlichen Dienst gegeben, ergänzte Edeltraud Nikodemus, wovon in besonderem Maße Frauen profitiert hätten. Dies sei vor allem der Flüchtlingssituation geschuldet, bei der die Betreuung der Menschen weiterhin hohe Personalressourcen im gesamten öffentlichen Sektor erforderten. Bei der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern waren im Jahresdurchschnitt 2.022 Ausländer arbeitslos gemeldet und damit  509 mehr als im Vorjahr. Doch auch hier gab es positive Nachrichten: 402 Frauen und Männer aus den Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien sind inzwischen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber der Mitte des Vorjahres  ist das ein Plus von 95.

Interessant auch der Blick auf die saisonale Beschäftigung. In der Stadt Trier waren im Dezember 3.152 Frauen und Männer auf Jobsuche und damit 63 mehr als im November. Im Landkreis Trier-Saarburg waren es 2.548 (+110), Im Kreis Vulkaneifel 1.465 (+55), im Eifelkreis Bitburg-Prüm 1636 (+83) und im Landkreis Bernkastel-Wittlich 2.365 (+145) Menschen.

Ähnlich das Bild bei der Langzeitarbeitslosigkeit. In der Stadt Trier sind immer noch 845 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos, jedoch ist die Zahl zum Vormonat um 24 gesunken. Im Landkreis Trier-Saarburg hat sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um vier auf 680 Personen erhoht, ist jedoch gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 32 gesunken. mIm Landkreis Bernkastel-Wittlich sind es derzeit noch 559 Menschen, hier hat sich die Zahl zum Vormonat um zwei verringert. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm fanden 369 Menschen den Weg aus der Arbeitslosigkeit, im Kreis Vulkaneifel waren es 258.

Stabile Wirtschaftslage mit niedriger Arbeitslosigkeit

personalnachfrage

Alles in allem falle der Blick in die Region zufriedenstellend aus, so Wilhelmi. Die Region zeichne sich durch eine stabile Wirtschaftslage mit niedriger Arbeitslosigkeit aus. Der Kreis Bitburg-Prüm sei sogar mit einer Arbeitslosenquote Spitzenreiter in Rheinland-Pfalz. Auch der Landkreis Trier-Saarburg liege mit 3,3 Prozent ganz vorne im landesweiten Ranking Dahinter folge der Bernkastel-Wittlich (3,7 Prozent) und der Vulkaneifelkreis mit 4,5 Prozent.

Anders dagegen der Blick auf die kreisfreie Stadt Trier. Hier liegt die Arbeitslosenquote mit 5,7 Prozent um 0,3 Prozent höher als im Vorjahr. Im Vergleich mit den übrigen kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz könne Trier aber nach Landau die zweitniedrigste Quote aufweisen.

Die diesjährigen Herausforderungen für den regionalen Arbeitsmarkt liegen aus der Sicht von Heribert Wilhelmi und Edeltraud Nikodemus weiter im Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit, der Vorbereitung und Integration der geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt und der Steigerung der Erwerbsbeteiligung bei den schwerbehinderten Menschen sein. Dass dies gelingen kann, da zeigten sich die beiden führenden Köpfe der Trierer Agentur für Arbeit optimistisch. Man werde die Herausforderungen in Zusammenarbeit mit den Kammern der Region angehen und die Betriebe mit Programmen und Geld unterstützen. Und finanzieller Beteiligung in Zusammenarbeit mit den Kammern der Region angehen Edeltraud Nikodemus zeigte sich sicher: ‟Die vorhandene positive Grundstimmung gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten weiter steigen wird.”


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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