Refugee Law Clinic Trier startet Ausbildungsangebot

Vorsitzender Ammar Bustami hob die Bedeutung der Vernetzung für den Verein in Trier hervor. Foto: RLC

Vorsitzender Ammar Bustami hob die Bedeutung der Vernetzung für den Verein in Trier hervor. Foto: RLC

TRIER. Mit einer Auftaktveranstaltung an der Universität Trier begann am Dienstag das Ausbildungsangebot der Refugee Law Clinic Trier. Vier Monate nach der Vereinsgründung (der reporter berichtete) stellte sich der Verein in der zweistündigen Kick-Off-Veranstaltung der Öffentlichkeit vor und warb um Unterstützung sowie Mitarbeit, um eine studentische Rechtsberatung für Flüchtlinge in Trier auf die Beine stellen zu können. Vor den etwa 400 anwesenden Gästen im überfüllten Hörsaal sieben, die sich vorwiegend aus Studierenden, Kooperationspartnern und weiteren Interessierten zusammensetzten, führte Ammar Bustami, der erste Vorsitzende des Vereins, durch das Programm.

Kernanliegen seiner Ausführungen war es, die Bedeutung der Vernetzung des Vereins innerhalb Triers hervorzuheben. Insbesondere die “enge Zusammenarbeit mit der Universität” und “allen in der Flüchtlingshilfe aktiven Stellen in Trier” sei zwingende Voraussetzung für eine funktionierende Flüchtlingsberatung, betonte Ammar Bustami. Dass dieser Appell bereits Früchte trug, wurde durch die Grußworte des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Michael Jäckel sowie des Dekans des juristischen Fachbereichs, Prof. Dr. Thomas Rüfner, auf universitärer Seite deutlich – aber auch durch die Begleitworte der Bundestagsabgeordneten Dr. Katarina Barley (SPD), aus dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der ökumenischen Beratungsstelle, in denen das Engagement der beteiligten Studierenden gelobt wurde und das Projekt der Refugee Law Clinic durch eine Kooperation unterstützen.

In der anschließenden Projektvorstellung konkretisierte Jana Schollmeier die Zielsetzung der Refugee Law Clinic Trier. Diese verfolge eine individuelle und eine soziale Zweckrichtung: Zum einen durch die konkrete Beratung Flüchtlingen und Asylbegehrenden die Möglichkeit zu geben, eine rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen, denn “nur wer seine Rechte kenne, kann diese auch ausüben”. Zum anderen sei das Thema Einwanderung für viele Menschen hochemotional besetzt.Die Refugee Law Clinic Trier könne durch ihre Arbeit Studierende und die Bevölkerung in Trier für “das Thema Einwanderung sensibilisieren und so Vorbehalte und Berührungsängste gegenüber Migrantinnen und Migranten abbauen”.

Das Interesse am Projekt RLC war groß am Dienstag auf den Uni. Foto: RLC

Das Interesse am Projekt RLC war groß am Dienstag auf den Uni. Foto: RLC

Bis die Refugee Law Clinic in die Einzelfallberatung einsteigen kann wird allerdings noch etwas Zeit verstreichen, erläuterte Alexander Weidler. Denn die rechtlichen Voraussetzungen für eine studentische Rechtsberatung setze zur Qualitätssicherung einen gewissen Vorlauf voraus. Insbesondere müssten die beratenden Studierenden “das im Sommersemester beginnende Ausbildungsprogramm absolvieren”, bevor unter Anleitung von Praktikern Anfang nächsten Jahres mit der individuellen Flüchtlingsberatung begonnen werden könne. Zunächst fänden daher vom Sommersemester 2015 an – in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Trier – fünf Ringvorlesungen zu verschiedenen Themenkomplexen des Asyl- und Ausländerrechts statt.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Vortrag von Prof. Dr. Jan Bergmann zur aktuellen Entwicklung in der europäischen Asylpolitik, der die europäische Flüchtlingspolitik provokant aus dem Blickwinkel eines Vorsitzenden Richters am VG Stuttgart erläuterte und mit seiner Rede den ersten Grundstein für das nun beginnende Ausbildungsprogramm der RLC Trier legte. (aw)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft 1 Kommentar

Kommentar zu Refugee Law Clinic Trier startet Ausbildungsangebot

  1. Gisela Lohmüller

    Großartige Veranstaltung! Gratulation!
    Sehr gute Präsentation des Teams!
    Ich kann euch nur viel Glück wünschen für die wichtige Aufgabe, der ihr euch stellen wollt!
    Der Vortrag von Jan Bergmann war super!
    Ich war von seiner realitätsbezogenen Darstellung, aber auch von seiner Menschlichkeit sehr beeindruckt. Sein Appell an euch, Menschen, vor allem Frauen, zu begleiten bei ihren Anhörungen zum Asyl-Antrag kann ich nur sehr unterstützen. Diese Hilfestellung ist dringend geboten. Das weiß ich aus meiner Erfahrung. Ich wünsche euch einen möglichst baldigen Start in eure praktische Arbeit.
    Danke auch für die freundliche Begrüßung von Christina und anderen. Herzliche Grüße, Gisela Lohmüller

     

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