Regionale Konjunkturdynamik lässt etwas nach

Frühlingshaft, doch nicht mehr ganz so gut wie noch zu Jahresbeginn. Foto: IHK Düsseldorf

TRIER. Das regionale Konjunkturklima präsentiert sich laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier frühlingshaft, doch nicht mehr ganz so gut wie noch zu Jahresbeginn. Das schlägt sich im IHK-Konjunkturklimaindikator nieder, der von 127 auf 120 Punkte gefallen ist. An der Umfrage haben sich mehr als 150 regionale Unternehmen mit rund 18 000 Beschäftigten beteiligt.

40 Prozent der Befragten bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 50 Prozent als befriedigend und nur zehn Prozent als schlecht. Ebenfalls 40 Prozent der Unternehmen konnten ihre Umsätze in den vergangenen zwölf Monaten steigern; lediglich 19 Prozent mussten Rückgänge hinnehmen.

Die Geschäftserwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind laut IHK mit einem Pluszeichen versehen. 22 Prozent der Betriebe erwarten bessere, 66 Prozent gleichbleibende und 12 Prozent schlechtere Geschäfte. Damit liegen die Optimisten zehn Prozentpunkte vor den Pessimisten. Vor vier Monaten betrug der Abstand allerdings noch 18 Prozentpunkte.

“Das regionale Konjunkturklima bewegt sich auf dem guten Niveau der vergangenen Jahre und damit im deutlich positiven Bereich. Es hat in den letzten Monaten einen leichten Dämpfer erhalten, der auf rückläufige Umfragewerte insbesondere im Dienstleistungssektor zurückgeht. Dafür floriert die Industrie“, erläutert IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt die Daten.

Im Industriesektor sind laut IHK die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten besonders zufrieden und optimistisch gestimmt. Alle wichtigen Kenngrößen zeigen nach oben. Die Kapazitätsauslastung und der Auftragsbestand sind deutlich überdurchschnittlich. Der Auftragseinang in den letzten drei Monaten, gerade aus dem Ausland, hat zugelegt.

“Und auch die Exporterwartungen fallen expansiv aus: 30 Prozent der Industriebetriebe erwarten höhere, 62 Prozent gleichbleibende und nur acht Prozent rückläufige Ausfuhren. Bislang zeigen sich in der Region also kaum sichtbare Bremsspuren, etwa durch die Brexit-Debatte oder die US-Wirtschaftsfpolitik“, sagt Matthias Schmitt.

Auf der konjunkturellen Haben-Seite vermerkt die Kammer auch die ausgeprägte Investitionsneigung der Betriebe. 36 Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten mehr, nur 13 Prozent weniger investieren. Ebenso planen die Unternehmen, neue Arbeitsplätze zu schaffen.

“Es gibt aber auch Risiken. Die Firmen nennen den Fachkräftemangel, die Arbeitskosten, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und deutlich verstärkt wieder die Energie- und Rohstoffpreise. Solche Faktoren darf man nicht aus dem Auge verlieren, denn eine gute Konjunktur, auch wenn sie lange anhält, ist eben kein Selbstläufer“, warnt Matthias Schmitt. (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft 1 Kommentar

Kommentar zu Regionale Konjunkturdynamik lässt etwas nach

  1. Rainer Landele

    zitat: “Die Firmen nennen den Fachkräftemangel, die Arbeitskosten, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und deutlich verstärkt wieder die Energie- und Rohstoffpreise. ”

    das ist einfach der hohn. früher haben immer die bauern/winzer gejammert – zuviel regen, zuviel sonne, zu kalt, zu trocken. oder eben anders herum.

    also, warum ist das der hohn? ganz neoliberal durch dekliniert:

    fachkräftemangel? bildet mehr aus und bezahlt mehr für eure fachkräfte. dann habt ihr auch weniger mangel.

    arbeitskosten? interessieren die so sehr? wo sie doch nur EIN teil der preisbildung sind? und: ist nicht das humankapital das wichtigste im betrieb? zahlt mehr – dann können die leute auch mehr konsumieren.

    energie- und rohstoffpreise? hmm, letzteres keine ahnung. irgendwie war zumindest eisen und kupfer mal teurer als aktuell… energiepreise? welche? strom? ist doch superbillig für die industrie. öl und gas? na ja, etwas teurer als vor einem jahr – 1/3 des preises vor 3-5 jahren. also: hauptsache gejammert…

     

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