Schlussakkord beim Mosel Musikfestival

Der “Ohrensessel” mit Tobias Scharfenberger führt die Zuhörer ins Programm ein. Foto: Rolf Lorig

TRIER/REGION. Zum Schlussakkord des Mosel Musikfestivals singt der Trierer Bachchor am Dienstag, 3. Oktober, 17 Uhr, in der Konstantinbasilika gemeinsam mit dem Vokalensemble St. Paulin und dem Trierer Domchor den 100. Psalm, opus 106 von Max Reger in D-Dur.

Die Vertonung begann Reger 1908, die Uraufführung des spätromantischen viersätzigen Werkes ging 1919 über die Bühne. “Eine feste Burg ist unser Gott”, die “Hymne der Reformation”, die Martin Luther selbst gedichtet und vertont haben soll, verbindet jeweils im letzten Satz Regers 100. Psalm mit Felix Mendelssohn Bartholdys Reformationssinfonie, Nummer 5 opus 107. 1830, zum 300. Jubiläum der Confessio Augustana – dem Jahrestag der Formulierung des lutherischen Glaubensbekenntnisses – komponiert, erlebte das Werk seine Uraufführung erst 1832 in Berlin. Damals ohne nachhaltigen Erfolg.

Wie groß der Jubel bei der Uraufführung der “Reformationskantate” opus 28 von Albert Becker im Jahr 1883 war, weiß niemand mehr. Obwohl sie als musikalisch abwechslungsreich gilt, mit anspruchsvollem Chorsatz und aufwendiger Orchestrierung, geriet die grandiose Kantate Anfang des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Becker, ein Zeitgenosse von Johannes Brahms, schrieb sein Werk zum 400. Geburtstag Martin Luthers, dem 10. November 1883. Wiederentdeckt wurde das Werk erst 2012 und erlebte in der Dresdner Auferstehungskirche anlässlich des 529. Geburtstages von Martin Luther seine Rehabilitation.

Solisten sind Sabine Zimmermann (Sopran), Dagmar Linde (Alt) und David John Pike (Bass). Es spielt das Philharmonische Orchester der Stadt Trier.

Vor dem Konzert wird es um 15.30 Uhr im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais eine Programmeinführung unter dem Titel “Ohrensessel” geben. Der künftige Intendant des Mosel Musikfestivals, Tobias Scharfenberger, referiert zu den Themen “Schlussakkord – Eine feste Burg ist unser Gott, Reger 100. Psalm” und “Mendelssohns Reformationssinfonie”. Für diese Veranstaltung ist keine zusätzliche Eintrittskarte erforderlich.

Karten gibt es in den Vorverkaufsstellen bei Ticket Regional und online. Alles über das Moselmusikfestival findet sich auf moselmusikfestval.de. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured, Moselmusikfestival Hinterlasse einen Kommentar

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