Theater Trier – Sibelius entmachtet – “Das ist kein Spaß mehr”

Ludwig, Egger, Leibe, Pressechef Hans-Günther Lanfer und Birk am Montag auf der Pressekonferenz in Mertesdorf, auf der die Entscheidungen zum Theater bekanntgegeben wurden.

Ludwig, Egger, Leibe, Pressechef Hans-Günther Lanfer und Birk am Montag auf der Pressekonferenz in Mertesdorf, auf der die Entscheidungen zum Theater bekanntgegeben wurden.

TRIER. Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) hat den Generalintendanten des Trierer Theaters, Karl Sibelius, in Absprache mit seinen Dezernenten auf dem wirtschaftlichen und finanziellen Sektor entmachtet. Zugleich erließ Liebe eine sofort gültige Haushaltssperre für den gesamten freiwilligen Leistungsbereich der Stadt, die nicht nur das Kulturdezernat von Thomas Egger (SPD), sondern auch die Dezernate von Sozialdezernentin Angelika Birk (Grüne) und Schuldezernent Andreas Ludwig (CDU) betrifft. Die finanzielle Situation am Trierer Theater ist noch prekärer, als dies vom reporter vor knapp drei Wochen aufgedeckt wurde. In 2015 lag das Defizit laut Leibe bei 1,3 Millionen Euro, für 2016 wird ein ähnliches Minus erwartet. Sibelius bekommt ferner einen Verwaltungsdirektor an die Seite gestellt. Bis die Stelle besetzt ist, übernimmt Egger dessen Aufgaben kommissarisch. Im Ergebnis darf Sibelius von sofort an keine Verträge jedweder Art mehr im Alleingang abschließen, sondern nur noch nach dem “Vier-Augen-Prinzip” (Leibe) mit dem Kulturdezernenten. “Ich habe als Finanzdezernent der Stadt nicht mehr das Vertrauen in den Generalintendanten”, sagte Leibe mit ernster Miene, “dass der finanzielle Bereich ohne Kontrolle von alleine läuft.”

Am 19. Mai deckte der reporter nach intensiven Recherchen in seinem Artikel “Theater Trier – Das Minus-Haus” die prekäre Finanzsituation am Theater Trier auf. Was folgte, waren Angriffe, wütende Kommentare und eine Flut von E-Mails, die den reporter bezichtigten, das Trierer Theater zerstören zu wollen. Oberbürgermeister Wolfram Leibe hat am heutigen Montag auf der turnusmäßigen Pressekonferenz des Stadtvorstandes nach der Klausurtagung des Gremiums in Mertesdorf durch seine Erklärungen mit diesen Vorwürfen aufgeräumt. Denn die finanzielle Situation des Kulturhauses am Augustinerhof ist noch prekärer, als vom reporter Mitte Mai dargestellt.

Leibes Sätze fielen am Montag wie Hammerschläge. “Herr Sibelius leitet ein städtisches Amt”, sagte der Stadtchef, “und es geht nicht nur darum, dass die Budgets eingehalten werden, sondern auch um den Schutz der Mitarbeiter.” Denn das Trierer Theater steckt mit seinen über 220 Mitarbeitern offensichtlich in einer der schwersten Krisen seit seinem Bestehen in den letzten mehr als 200 Jahren. 2015 wurde der Etat um 1,3 Millionen Euro überzogen, für 2016 liegt die Defizit-Prognose laut Leibe in der gleichen Größenordnung. “Da wird auch nichts mehr zu korrigieren sein”, sagte der OB ohne Umschweife. Deswegen hat Leibe mit sofortiger Wirkung eine Haushaltsperre erlassen, “damit dieses Defizit nicht noch weiter ansteigt”.

Denn die Finanzierung des Theaters fällt in den Bereich der freiwilligen Leistungen, über den die Kommunalaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) wacht. Wegen des extrem hohen Defizits beim Theater läuft die Stadt Gefahr – wie vom reporter bereits Mitte Mai beschrieben – aus dem Kommunalen Entschuldungsfonds (KEF) des Landes zu fliegen. Die nun verhängte Sperre betrifft aber nicht nur Eggers Kulturdezernat, sondern auch die Dezernate von Ludwig und Birk. Die Sozialdezernentin der Grünen wollte sich am Montag nicht explizit zu den Turbulenzen rund ums Theater äußern, sondern bediente sich nur kurz der Formulierung Leibes: “Ja, das ist in der Tat kein Spaß mehr hier”, sagte Birk.


Der Kommentar − Hut ab, Herr Leibe!


Auch deswegen stellt Leibe, der die Solidarität des Stadtvorstandes in der Theater-Frage betonte, dem Generalintendanten mit sofortiger Wirkung einen Verwaltungsdirektor an die Seite. Jene Position also wird reaktiviert, die der Stadtrat vor Sibelius’ Amtsantritt mit Eggers Einverständnis abgeschafft hatte. Die Stelle wird ausgeschrieben; bis zur Besetzung übernimmt Egger die Position kommissarisch. Im Ergebnis bedeutet dies: Sibelius darf ohne Rücksprache mit dem Dezernenten keine Verträge mehr im Alleingang abschließen – weder für Produktionen noch für Aufträge noch bei der Verpflichtung vom Mitarbeitern.

Eggers Aufgabe besteht nun ferner auch darin, mit dem Intendanten über die Änderung des Vertragsverhältnisses zwischen Sibelius und der Stadt zu verhandeln. Denn noch wird der Österreicher als Generalintendant mit absoluten Vollmachen auf dem künstlerischen und wirtschaftlichen Sektor bezahlt – mit dem höchsten Gehalt aller städtischen Amtsleiter. Das soll sich jetzt jedoch ändern. Apropos Kunst: Hier setzt auch der Stadtvorstand weiter Vertrauen in den Österreicher. “Die Grundfrage ist beantwortet”, sagte Leibe, “der Kulturausschuss hat dem Intendanten in zwei Sitzungen den Rücken gestärkt, und das gilt.”

Der Generalintendant Sibelius ist seit heute entmachtet.

Der Generalintendant Sibelius ist seit heute entmachtet.

Der Finanzdezernent Leibe strebt jetzt allerdings eine “ehrliche und realistische Haushaltsplanung” für 2017 und 2018 an. “Alles andere nutzt uns nichts und bringt uns nicht weiter”, betonte der Stadtchef. Denn ähnliche Defizite wie im vergangenen und laufenden Jahr könne die Stadt sich nicht mehr erlauben. “Es hat sich gezeigt”, so Leibe, “dass die Realität zu komplex für einen einzigen Mann ist.” Dabei gehe es nicht um ein Gegeneinander, sondern darum, wie die Lage gemeinsam in den Griff zu bekommen sei. Der OB kündigte auch an, Rückstellungen für Abfindungen zu bilden, die möglichweise wegen der sich andeutenden Prozesse ob der Personalpolitik des Intendanten auf die Stadt zukommen werden. Die vom reporter dokumentierten Personalquerelen bestätigte Leibe. “Ja, es laufen Prozesse.”

Egger wies seinerseits die Vorwürfe von FWG-Sprecher Hermann Kleber zurück. Der Stadtrat der Freien Wähler hatte gegenüber dem reporter kritisiert, dass der Kulturausschuss trotz Nachfrage nicht über das wahre Ausmaß der prekären Finanzsituation des Theaters informiert worden sei. “Wir haben so informiert, wie unser Kenntnisstand zu diesem Zeitpunkt im November war”, sagte Egger, der ferner betonte, dass die Haushaltssperre in seinem Dezernat nicht nur das Theater, sondern alle freiwilligen Leistungen betreffe. (et)

Anmerkung…

…der Redaktion: Intendant Karl Sibelius war am Montag trotz mehrmaliger Anfrage für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Politik 17 Kommentare

17 Kommentare zu Theater Trier – Sibelius entmachtet – “Das ist kein Spaß mehr”

  1. derbeobachter

    Das wurde aber wirklich auch Zeit. Ich hoffe es folgt daraus die einzig richtige Konsequenz – Herr Sibelius soll von seinem Amt zurücktreten. Trier ist nicht der Ort für seinen künstlerischen Ansatz. Er hat die Stadt und das Publikum in seinem missionarischen Eifer für die moderne, provokative Kunst überfordert und sich selber auch, das zeigt das dramatische Ausmass der Verschuldung. Ich hoffe das teater hat ein Ende und es wird wieder ein Theater Trier geben, dass wirklich für die Bürger der Stadt und der Region da ist, nicht nur für die Annerkennung in den überregionalen Feuilletons.

     
  2. Volker p

    Wie kann man den Bürgen der Stadt Trier verkaufen, dass einer das Theater Trier in den Ruin treibt und dann noch im Zeitalter leerer Kassen fast 10.000 Euro im Monat verdient .
    Und sich dann noch für schlechte schauspielerischer Leistung seiner selbst Gage von der Stadt zu kassieren
    Unglaublich
    Der neue kaufm Leiter macht den Job ja auch nicht für 4,50euro
    Also wieder ein Haufen Geld wird verprasst von der Stadt weil man nicht den A…. In der Hose hat und sagt : Schluss mit dem Typen

     
  3. Pai

    Es ist bedauerlich, dass durch die ‘Verdienste’ weniger viele jetzt darunter leiden müssen.
    Die Haushaltssperre trifft nun auch Bereiche, die sichtbar mit dem Theater so nichts zu tun haben.
    SIE müssen es jetzt aber ausbaden, weil sie auch zum ‘freiwilligen Leistungsbereich’ zählen und sind noch nicht einmal Schuld daran.
    So etwas sollte auch, meiner Meinung nach, personelle Konsequenzen nach sich ziehen.

     
  4. Treverin

    Einfach nur widerlich, welches Bashing hier in den Kommentaren wieder gegen KS losgetreten wird. @Volker p waren Sie überhaupt einmal in einem der beiden Stücke in denen KS spielt? @derbeobachter was ist denn ihrer Meinung nach “der künstlerische Ansatz” für Trier? Die Eroberungen des Cäsar am besten noch in lateinischer Sprache vorgetragen? Ich warte auf ihr Konzept für Trier. Hier.

     
  5. Butcher

    derbeobachter (offensichtlich kein sehr gründlicher) und Volker p sind Paradebeispiele für das hasspredigende Spießbürgertum in Trier, die in ihren Mustern und Gewohnheiten so eingefahren sind, dass sie weder Sinn für Kunst und Kultur haben, noch sich für Neues öffnen und dieses annehmen können. Von solchen Personen kann man auch garnicht erwarten, dass sie zwischen Finanzen, Schauspiel und Persönlichem differenzieren können. Trier ist bereit. Zum Glück ist dad auch nicht generationsabhängig. In Trier leben nur leider viele Menschen, die meinen, zu allem eine Meinung zu haben..ihre Infos aber nur aus den Medien beziehen oder vom Nachbar am Gartenzaun und nichts davon hinterfragen. Aber wenn das alle sagen..muss es ja stimmen! Trierer Logik. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Ihr seid das Armutszeugnis dieser Stadt und kein Intendant und Theater der Welt will euch als Gäste.

     
  6. porta

    Nein, es ist wirklich kein Spass mehr, wie hier ein Intendant demontiert wird.

     
  7. Kruemel

    Treverin/Butcher/Porta, die Fakten sprechen doch eine ziemlich deutliche Sprache.

    Die Dezernate von Ludwig und Birk sind jetzt mitbetroffen, wegen eines offensichtlich (siehe Fakten) überforderten, jetzt nur noch, Intendanten.
    Was diese Kürzungen mit sich ziehen ist Ihnen anscheinend egal, Sie scheren sich einen Dreck darum.
    @Butcher, glauben Sie das auch wirklich was Sie da schreiben ? Sie können einem wirklich Leid tun.

     
  8. Anna Majewski

    Karl Maier Sibelius hat selbtsverständlich Unterstützer, die weiter zu ihm stehen. Das zeichnet ja gute Freunde oder Fans aus. Das sollte man auch akzeptieren. Er geriert sich nun als unverstandenes Opfer einer Hetzkampagne und das spießige Trier ist eben nicht bereit für so einen Genius. Trotzdem liegen die Fakten nun auf dem Tisch und jemand, der so austeilt wie KMS, die Leute so verprellt, die er erst engagiert hat und so ein Chaos in kürzester Zeit anrichtet, muss sich auch einen Sturm der Kritik gefallen lassen. Und das wird er aushalten. Er hat sich verhoben, wollte alle Macht und das fällt nun auf ihn zurück. Seine Verdienst oder guten Ideen sollen doch damit nicht geschmälert werden. Er ist eben mehr Künstler statt Führungskraft. Den Nachweis hat er zu einem hohem Preis für die Stadt erbracht.

     
  9. Maik Schuster

    Zu den Fakten:
    1. Sibelius ist künstlerich verantwortlich, ob man das mag oder nicht ist egal, es ist so. Punkt.
    2. Die finanzielle Katastrophe hat der höchstbezahlteste Amtleiter durch seine persönliche Unfähigkeit zu verantwortlichen. Punkt.
    3. Er verantwortet somit die notwendige Haushaltssperre mit allen Konsequenzen für alle freiwilligen Leistungen. Punkt.
    4. Falls er Charakter oder die Dinger im Beinkleid hat, wird er die notwendigen Konsequenzen zu ziehen wissen. Punkt.

     
  10. Patti

    Richtig ist, dass eine Hetzkampagne gegen Sibelius lief. Richtig ist auch, dass das Theater derzeit chaotisch geführt zu sein scheint. Richtig ist ebenso, dass das bürgerliche Trierer Publikum zu großen Teilen verprellt wurde. Richtig ist letztlich auch, dass ein anderes – nicht notwendigerweise jüngeres – alternatives Publikum angezogen wird. Optimalerweise hätte das Theater für jedes Publikum ein Angebot in Petto.
    Die kosmopolitischen Kritiker der in Trier heimischen, konservativen Bevölkerung können sich gerne eine andere Stadt suchen, statt die Ureinwohner zu beschimpfen. Trier bleibt Trier. Hei gitt geschennt wie eh unn je!

     
    • Stephan Jäger

      Hat jetzt nicht direkt mit dem Theater zu tun. Aber ein Fehler, der in Trier – vor allem von den „echtesten Trierern“ – immer wieder gerne gemacht wird, ist, primitiv mit „konservativ“ oder „bodenständig“ zu verwechseln.

       
      • Patti

        Sowohl diese Anschuldigung als auch die Aussage, auf die sich meine Replik bezog (das Trierer Publikum wolle keiner im Theater sehen, weil es seine Meinung vom Gartenzaun habe) sind verallgemeinernd und beleidigen eine ganze Gruppe ohne Anschauung von Individuen. “Solche Pauschalverurteilungen sind diskriminierend” – So würde man es jetzt sagen, wären Migrationsgruppen mit diesen Adjektiven (primitiv statt konservativ,usw.) versehen worden. Aber es ist sind ja die Stammtrierer, die beleidigt wurden. Dann geht das.
        Jedenfalls bedürfte es schon einiger Fallbeispiele, um die Aussage zu belegen, dass man hier primitiv statt konservativ sei.

         
  11. Veronika

    Warum immer nur“ feiert oder kreuzigt“ ihn? Die Stelle des Schauspieldirektors ist doch wieder frei. Da braucht es einen Künstler! Dann bliebe dem Theater der künstlerische und kreative Kopf Sibelius doch erhalten. Oder ist es eine Majestätsbeleidigung, wenn einer der offensichtlich mit seiner Aufgabe überfordert ist zu einer Aufgabe wechselt, die er sicher gut ausfüllen kann. Karl Maier Sibelius hat in einem Interview mal gesagt, er sei ein absoluter Teamplayer und er müsse nicht immer in der ersten Reihe stehen. Dann müsste es ihm doch möglich sein, seine Qualitäten in einem Team als Verantwortlicher für das Schauspiel und vielleicht auch für die Musicalsparte sinnvoll einzubringen.

     
  12. Jonas

    @Treverin & @Butcher:

    Ich zum Beispiel war nicht im Theater zu jenen Vorstellungen. Das liegt auch daran weil ich Mitte 40 bin, 20 Stunden in einer und 30 Stunden die Woche in einer anderen Firma Woche arbeite und dann doch noch versuche möglichst viel Zeit mit meiner Frau und unseren zwei kleinen Kindern zu verbringen. Ich ging aber auch vor den Kindern und vor dem Schritt in die Teilselbstständigkeit nicht ins Theater, einfach weil es mich wie die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung einfach nicht interessiert.

    Wieso muss so ein Theater als freiwillige Leistung überhaupt so hoch bezuschusst werden? Anfangsfinanzierung “okay”, aber nach 200 Jahren sollte damit doch mal Schluss sein. Zumindest sollte nicht jede einzelne Karte so extrem hoch subventioniert werden. Würde meine Tochter für den Gang in den Kindergarten pro Besuch so hohe Subventionen bekommen, würde da weder der Wasserhahn tropfen noch müssten die ErzieherInnen so schlecht bezahlt werden.

    Wenn das Theater schon jetzt so in der Kritik ist, die Stadt sowieso schon so am finanziellen Abgrund steht, dann sollte sich die Stadt wieder einmal darauf besinnen was eine Stadt ausmacht und die eigenen Bürger fragen.
    Zu jedem Pflasterstein in Trier gab es in den vergangenen Jahren Workshops und Ideenwettbewerbe, wieso denn nicht was man (geplant) kulturell anders machen könnte?
    In der deutlich kleineren Stadt in der ich einst studiert hatte gab es auch kein Theater (mehr), aber das kulturelle Angebot war deutlich abwechslungsreicher und üppiger als hier in Trier. “Kleinkunst” ist oft nicht so kleinlich wie Profi-Theater.

    Übrigens, die einzige Theaterveranstaltung die in den letzten Jahren wirklich die Bürger “bewegte” war dieser Trauermarsch zur PortaNigra, alle danach war nur noch traurig.

     
  13. Jan Altman

    Als langjähriger Abonnement des Trierer Theater kann ich nur sagen, dass die Saison mit Karl Sibelius die spannendste seit Jahren war. Vorher waren die Theaterbesuche teilweise nur noch Pflichttermine, da die Aufführungen oft vorhersehbar waren und so werkgetreu, dass man sie in anderern Theatern oder im TV schon besser gesehen hatte. Es hat sich viel Positives in der Theaterlandschaft getan. Man wird zur Zeit überrascht, unterhalten und auch gefordert. Ich würde einen Abgang von Herrn Sibelius sehr bedauern, da ich keine Lust habe mir My fair Lady, La Boheme, Carmen usw. in herkömmlichen Inszenierungen wie schon seit Jahren nochmals anzusehen.

     
  14. Raven

    Ist es nicht etwas unfair Herrn Sibelius die ganze finanzielle Verantwortung anzulasten? Er ist doch erst seit August 2015 in Trier. Ich denke mal, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich konstatiere, dass da vorher schon was im argen gelegen haben muss. Ein bereits vorhandenes Haushaltsloch zu flicken und gleichzeitig hochwertig künstlerische Arbeit zu leisten, scheint mir unmachbar.

    Dass sich hier auch Leute in die Diskussion einklinken, die seit Jahren nicht mehr im Theater waren, war ja klar. Auch klar muss natürlich sein, dass deren Urteil über die künstlerische Arbeit des Intendanten wohl jeder faktischen Grundlage entsagt.

    @Jonas: Die Grundsatzfrage, ob das Theater als Institution nicht abgeschafft gehört, ist Meinungssache. Sie als Studierter müssten eigentlich erkennen, dass Sie hier wenig qualitativ argumentieren. Sie haben mangels Zeit noch kein Stück unter Sibelius gesehen, wissen aber das es nicht sehenswert ist? Stadttheater und ‘Kleinkunst’ sind zwei komplett andere Dinge. Die Freie Szene, die Sie wohl eigentlich meinen, ist kein Widerspruch zum Stadttheater, im Gegenteil. Beide können sich gegenseitig befruchten. Natürlich können Sie der Meinung sein, dass Theater seine Daseinsberechtigung verwirkt hat, es gibt da aber zum Glück auch noch Leute, die anderer Meinung sind.

    Etwas einseitig finde ich auch die Berichterstattung. Die eigene Meinung einiger Journalisten kommt sehr stark zum Ausdruck (so auch hier). Das ist kein neutraler Bericht sondern ein Kommentar, in dem die Meinung von Herrn Thielen dominant zum Ausdruck kommt. Ein seriöser Kommentar sollte auch als solcher gekennzeichnet werden.

    Anstatt auf einen fahrenden Zug aufzuspringen und Intendantenbashing zu betreiben, finde ich, man sollte auch die positive Seite der Medaille betrachten. Karl Sibelius ist ein hervorragender Intendant. Dass Ihm kaufmännisch Hilfe an die Hand gegeben wird, ist doch keine Schande. Solange die Kunst nicht darunter leidet und sich nicht in künstlerische Belange eingemischt wird, warum nicht?

     
    • Anna Majewski

      OK Raven, Ihre Meinung ist genauso anzuerkennen wie kritische Stimmen. Künstlerisch mag viel Sehenswertes dabei gewesen sein nur wie können Sie ihn einen hervorragenden Intendant nennen, bei diesen Defiziten und Prozessen gegen ehemalige Mitarbeiter wo es um 100.000 de gehen soll? Das leuchtet mir irgendwie nicht ganz ein. Er hatte doch behauptet alles zu können, was er schon in Eggenfelden nicht tat. Wieso ist die Stimmung am Haus schlecht? Warum blenden das die Fans aus? Erklären Sie es uns bitte. Wie ist es möglich, dass ein Typ soviel Zirkus veranstaltet neben der Bühne. Ist das nicht krank zu nennen? Ist die weitere Verlängerung nicht korrupt zu nennen, wider besseren Wissens?

       

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