“So macht Klimaschutz direkt Spaß”

Vier Partner mit einem gemeinsamen Anliegen: Achim Hill, Stephan Ackermann, Ulrike Höfken und Sophie Lungershausen. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Jetzt hat auch die Region Trier ihr Klimasparbuch. Am Freitag stellten Bischof Stephan Ackermann, Umweltministerin Ulrike Höfken, Geschäftsführer Achim Hill von der Umweltagentur Region Trier und Geschäftsführerin Sophie Lungershausen von der Lokale Agenda 21 das 96-seitige Büchlein vor.

Von Rolf Lorig

Die Stimmung ist gelöst: Sophie Lungershausen freut sich, “das Buch endlich in der Hand zu halten”, Ministerin Höfken möchte es “gar nicht mehr aus der Hand legen” und Bischof Ackermann sieht darin fast schon “eine Mini-Bibel”. Keine Frage, alle Akteure sind zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit. Fast wäre das Klimasparbuch der Region Trier das erste in der Republik gewesen, doch das Mainzer Bistum war einen Tick schneller. Dafür aber ist die Auflage in Trier mit 25.000 Exemplaren mehr als achtmal so hoch.

Setzt sich für eine Bewahrung der Schöpfung ein: Bischof Stephan Ackermann

Doch was versteckt sich hinter diesem Buch? “Die Broschüre bietet Ideen zum nachhaltigen Klimaschutz, Tipps zur praktischen Umsetzung und beinhaltet Gutscheine, die zum klimabewussten Leben ermuntern”, erläutert Bischof Ackermann. Für Achim Hill ist es “ein hervorragendes und nachhaltiges Geschenk für Freunde und Verwandte mit einem vielfachen Wert von dem, was es im Verkauf kostet.”

Bewahrung der Schöpfung

Richtig gelesen, das Klimasparbuch gibt es nicht umsonst. Wer es erwerben will, muss 4,95 Euro dafür zahlen. Doch der Blick ins Innere zeigt, dass die Investition allemal lohnt. Alleine 42 Gutscheine sind darin enthalten, wobei die Spanne von 20 Euro Fahrguthaben für Neukunden beim Carsharing über kostenlose Heißgetränke, Rabatte beim Einkauf bis hin zum kostenfreien Stromspar-Check oder einer kostenlosen Führung durch Deutschlands ältesten Weinkeller reicht.

Laut Umweltministerin Ulrike Höfken ist Rheinland-Pfalz besonders vom Klimawandel betroffen.

Doch weshalb engagiert sich das Bistum hierbei? Für Bischof Ackermann keine Frage: “Die Bewahrung der Schöpfung, der achtsame und nachhaltige Umgang mit dieser Welt ist für uns Christen immer schon ein Auftrag gewesen, der durch den Klimawandel noch drängender geworden ist.” Schon seit Jahren positioniere sich das Bistum Trier beim Klimaschutz. Beispiele dafür sah er in Beispielen wie die Baumpflanzaktionen in Bolivien oder die Aktion Autofasten, die am Aschermittwoch in ihre nächste Runde geht.

Wollte schon lange ein Klimasparbuch für Trier: Geschäftsführer Achim Hill von der Energieagentur Region Trier.

30 Prozent höhere Niederschläge

Umweltministerin Ulrike Höken hat einen ähnlichen Ansatz. Sie weist darauf hin, dass Rheinland-Pfalz vom Klimawandel besonders betroffen ist: “Die Niederschläge im Frühjahr und Winter sind um bis zu 30 Prozent angestiegen, die Anzahl der heißen Sommertage hat sich in den letzten 30 Jahren fast verdoppelt.” Das alles führe zu gravierenden Folgen: “73 Prozent der Bäume in unserem Land sind geschädigt und die Landwirte hatten im vergangenen Jahr mit Ernteausfällen durch Spätfrost zu kämpfen.” Nach Aussage der Versicherungswirtschaft sei das Jahr 2017 wetterbedingt das teuerste Jahr mit den höchsten Schadensfällen gewesen, die sich im dreistelligen Milliardenbereich bewegen würden.

Für Geschäftsführer Achim Hill von der Umweltagentur Region Trier geht mit dem Klimasparbuch ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. “”Wir hatten schon lange den Wunsch, das Klimasparbuch in Trier umzusetzen. Mit der Partnerschaft Bistum, Lokale Agenda und Landeszentrale für Umweltaufklärung ist das endlich möglich geworden”, freut er sich. Und weist darauf hin, dass das kleine Buch eine wertvolle Hilfe bei der Energieeinsparung bei Heizung, Warmwasser und Strom leisten kann. Wer sich intensiv mit dem Klimasparbuch auseinandersetze, erlebe, dass Klimaschutz direkt Spaß machen könne.

Sie hofft auf ein großes Interesse am Buch: Geschäftsführerin Sophie Lungershausen von der Lokalen Agenda 21.

Wertvolle Tipps für den Alltag

Für Geschäftsführerin Sophie Lungershausen von der Lokalen Agenda 21 kommt das Buch genau zur richtigen Zeit. Seit fast 20 Jahren gibt es die Lokale Agenda 21, die ihre Wurzeln in dem Beschluss der Klimakonferenz von 1992 in Rio de Janeiro hat. Nach zwei Dekaden nachhaltiger Mitgestaltung der Trierer Stadtentwicklung könne der Verein auf ein starkes Netzwerk an Partnern und Akteuren zurückgreifen. “Diese Tatsache hat uns bewogen, an dem Klimasparbuch mitzuwirken und so ein gemeinsames Projekt mit vielen Partnern auf die Beine zu stellen.”

Wie alltagsfreundlich der Ratgeber geraten sei, könne man auch an dem Beispiel festmachen, dass ein Kapitel aufzeigt, wie man schon beim Surfen im Netz aktiv Klimaschutz betreiben könne, so die Geschäftsführerin.

Das Klimaschutzsparbuch gibt es in allen Buchhandlungen sowie bei den Herausgebern.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 4 Kommentare

4 Kommentare zu “So macht Klimaschutz direkt Spaß”

  1. Luzifer

    Wenn die alten Märchen keiner mehr glaubt müssen eben neue her. Was früher die “Sünde” war, ist jetzt der “Ökologische Fußabdruck” und der Teufel heißt jetzt CO2. Wenigsten findet das Verbrennen der Ketzer nicht mehr auf dem Marktplatz statt, sondern nur noch virtuell in den Medien…

     
    • Rainer Landele

      war klar, solch ein kommentar.
      was ist ihr problem?

      a) meinen sie, co2 ist kein treibhausgas?

      b) die klimaerwärmung ist nicht menschengemacht?

      c) wir können eh nix tun?

      d) sonstiges?

       
      • helmut heibel

        Luzifer ist wohl nahe am wahren Problem dran.

        Das Klima scheint mehr ein politisches Steuerungsmodul zu sein.

        Wie dem auch immer sei, wir werden mit allen auftretenden Änderungen klar kommen müssen.

        Wenn es den katholischen hilft auch mit weniger Auto.

         
    • Aluhutträger

      es gibt ein viel schwerwiegenderes Problem, wie man am Kommentar von Luzi sieht: Die Aluhüte gehen aus! Hilffeee!

       

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