Stadt, Deich, Fluss

Blickfang hin zum Moselufer wird die neue Panorama- und Freitreppe werden. Grafik: Stadt Trier

Blickfang hin zum Moselufer wird die neue Panorama- und Freitreppe werden. Grafik: Stadt Trier

TRIER. Dank sei dem Deich: Weil der am Zurlaubener Moselufer schwer in die Jahre gekommen ist, rückt auch die viel- und oft beschworene “Stadt am Fluss” zumindest in diesem Abschnitt zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Jugendherberge ein Stück näher. Über fünf Millionen Euro werden das Land, die Stadtwerke und die Stadt selbst in das Mammutprojekt investieren. Bereits im November sollen die Bauarbeiten beginnen. Läuft alles nach Zeitplan, wird sich das Gesicht Zurlaubens im April kommenden Jahres komplett gewandelt haben. Radfahrer dürfen sich dann über neue und breitere Wege freuen, Rollstuhlfahrer über barrierefreie Zugänge, Fußgänger über mehr Platz. Das Land stemmt 90 Prozent der Kosten für die Deichsanierung, die Stadt zehn Prozent. Parallel zu den Hochbauarbeiten erneuern die Stadtwerke Leitungen. Auch an Glasfaserkabel ist gedacht. Damit würde Zurlauben ferner mit kostenlosem WLAN versorgt. Federführend ist neben der SGD Nord das städtische Tiefbauamt unter Dezernent Andreas Ludwig (CDU) in enger Kooperation mit dem Dezernat von Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD).

In einem ersten Bauabschnitt wird zunächst das Teilstück am Zurlaubener Ufer von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bis zur Jugendherberge auf einer Länge von rund 600 Metern in Angriff genommen. Der Baubeginn ist für November 2016 geplant. Neben den rein technischen Sanierungsarbeiten am Dammkörper werden auch städte- und landschaftsplanerische Maßnahmen umgesetzt, wodurch der gesamte Abschnitt für Besucher und Passanten attraktiver und einladender gestaltet werden soll. Das Bauamt spricht hier von “Synergieeffekten zwischen Deichsicherung und Landschaftsarchitektur”. Die würden “in idealer Art und Weise harmonisiert, um die Gesamtbaukosten zu minimieren”. Die belaufen sich auf fünf Millionen Euro, wovon 90 Prozent vom Land getragen werden.

Da die Gastronomie im Bereich des Zurlaubener Ufers stark ausgeprägt ist und das Biergartengeschäft im Sommer ein wesentlicher Umsatzbestandteil ist, soll dem insofern Rechnung getragen werden, dass die geplanten Baumaßnahmen erst nach Abschluss der Freiluftsaison durchgeführt werden. Da dann jedoch auch die Hochwassergefahr groß ist, wird für die Zeit der Bauarbeiten ein mobiler Hochwasserschutz zur Absicherung installiert.

Der Deich selbst muss in seiner Grundsubstanz erneuert werden. Dazu wird unter anderem auch die Deichkrone abgetragen. Anschließend werden die Gastronomie-Terrassen wiederhergestellt. Auch die zuvor wegen der Sanierung gefällten Bäume werden ersetzt – jeweils vier neue für einen gefällten.

Parallel zur Deichsanierung plant das Tiefbaubauamt folgende Maßnahmen:

♦ Neugestaltung des Georg-Schmitt-Platz
♦ Erneuerung und Verbreiterung des vorhandenen Radweges
♦ Neubau einer Panorama- und Freitreppe
♦ Verbesserung der Beleuchtungssituation
♦ Sitzsteine, Sitzstufen und Sitzbänke
♦ Bäume und Bepflanzung
♦ Schaffung barrierefreier Zugänge
♦ Umgestaltung Gelände ehemalige Kabinenbahn (Gebäudeabriss und Herstellung eines temporären Parkplatzes)

Blickfang dabei ist zweifellos die Panorama- und Freitreppe zwischen Deichkrone und Moselufer, die während des Zurlaubener Moselfestes auch als Tribüne genutzt werden kann.

Zurlauben wird sein Gesicht komplett verändern. Grafik: Stadt Trier

Zurlauben wird sein Gesicht komplett verändern. Grafik: Stadt Trier

Um während der einzelnen Bauphasen die Nutzung des Deichbereiches für Fußgänger und Radfahrer zu gewährleisten, wird zwischen dem Schiffsanleger in Höhe der Einmündung der Zufahrtsstraße zum ehemaligen Kabinenbahngelände und dem Anlegerbereich für die Boote des Ruderclubs ein provisorischer Fuß- und Radweg errichtet. Der wird innerhalb der Böschung verlaufen, so dass Fußgänger und Radfahrer möglichst über die Schiffsanleger vom Deichkronenweg abgeleitet werden können. In den Bauphasen, die zwischen der Einmündung “An der Jugendherberge” sowie in Höhe der Kaiser-Wilhelm-Brücke ablaufen, werden Fußgänger über die Ascoli-Piceno-Straße umgeleitet. Ferner werden die Bleichstraße und die Straße Zurlaubener Ufer verkehrsberuhigt ausgebaut.

Auch die Stadtwerke Trier (SWT) sind in die Sanierungs- und Umbauarbeiten eingebunden. Auf 130 Metern erneuern die SWT Strom-, Gas-, Wasserleitungen und die Beleuchtung in Zurlauben. Der Kanal wurde bereits innensaniert und muss deshalb nicht erneuert werden. In allen Sparten werden Hausanschlüsse erneuert oder bestehende Hausanschlüsse an die neuen Leitungen angeschlossen. Darüber hinaus ersetzen die SWT vier Lichtpunkte durch intelligente LED-Technik. Im gesamten Baufenster werden rund 390 Meter Leerrohre mitverlegt. Durch den möglichen Glasfaserausbau könnte ferner ein öffentliches WLAN-Netz realisiert werden. Die Leitungsarbeiten sollen von Anfang November 2016 bis Februar 2017 durchgeführt werden. Die geplanten Kosten liegen bei etwa 250.000 Euro. Die Kosten für die Straßenarbeiten beziffert das Bauamt auf 750.000 Euro. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft, inside54.de 1 Kommentar

Kommentar zu Stadt, Deich, Fluss

  1. Alfred Hamod

    endlich werden wir wohl eine richtige Promenade bekommen -dazu sollte mehr Platz für Schiffsanleger dazukommen , denn die Schiffstouristik nimmt zu und Eifelhaus sollte endlich die letzte ´´ Bruchbude ´´ an Zurlauben renovieren bzw. endlich neu errichten – der Schandfleck über Jahre muß endlich weg dort – die Stadt sollte Baugenehmigungen schnell erteilen , damit eine schöne Optik dort wieder hergestellt wird.

     

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