Strauss und Mozart im Theater Trier

TRIER. Das Werk “Metamorphosen” von Richard Strauss und das “Requiem d-moll” von Wolfgang Amadeus Mozart stehen im Mittelpunkt des “2. Sinfoniekonzertes mit Solisten und Opernchor”, das am Donnerstag, 18. Oktober, um 20 Uhr im Großen Haus des Theater Trier zur Aufführung gelangt. Unter der musikalischen Leitung von GMD Jochem Hochstenbach stehen neben dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier neue Musiktheater-Ensemblemitglieder und der Opernchor des Theaters auf der Bühne.

Den Beginn markiert Richard Strauss‘ letztes Werk “Metamorphosen“, welches kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs entstand. Die menschlichen und künstlerischen Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs veranlassten Richard Strauss zu diesem intensiven, ausdrucksstarken Werk, das auch den Abschied von seinem Schaffen symbolisiert. 1945 holte er eine Skizze aus dem Herbst 1944 hervor. Trauer um München hatte er dort notiert und begann einen Chor von 23 Solostreichern zu komponieren. Eine Trauerklage, inszeniert mit den Mitteln der Musik.

Die entsprechende Grundstimmung spiegelt sich auf unterschiedlichen Ebenen wider. So klingt zum Beispiel in seinen letzten Takten das erste Thema aus dem Trauermarsch der 3. Sinfonie von Ludwig van Beethoven an. Metamorphosen nannte er diese Musik, eine Studie, als ob es sich um eine Nebensächlichkeit handelte, doch es entstand ein ergreifendes Alterswerk – anders als alles, was Richard Strauss zuvor komponiert hatte. Jede noch so kleine Note ist bedeutend, kein Motiv kehrt in identischer Weise wieder.

Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem in d-moll handelt es sich ebenfalls um sein letztes Werk, welches zugleich zu den beliebtesten und höchst eingeschätzten Werken Mozarts gehört. Zugleich wohl aber auch zu den umstrittensten Kompositionen, als ein Werk voll spiritueller Kraft und Ausdrucks, obwohl es tatsächlich nur zu etwa zwei Drittel von Mozart selbst verfasst wurde, da er noch während der Komposition verstarb. Im Auftrag von Mozarts Witwe, Constanze Mozart, vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, Schüler von Mozart, das Requiem.

Im Angesicht des Todes formte Mozart aus Gefühlen wie Verzweiflung, Gottesfurcht und Hoffnung sein letztes Werk, noch auf dem Totenbett soll er am Requiem gearbeitet haben. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang dieser Seelenmesse mit Mozarts frühem Tod, führten zu einer ausschweifenden Mythenbildung.

Im Vordergrund des kirchenmusikalischen Werkes steht durchweg der vierstimmige Vokalsatz des Chores, gesungen vom Opernchor des Theaters Trier, rein instrumentale Partien gibt es nur wenige. Auch die Solisten, gesungen von den neuen Ensemblemitgliedern Réka Kristóf (Sopran), Janja Vuletic (Mezzosopran), Blaise Rantoanina (Tenor) und Karsten Schröter (Bass), treten hinter dem Chor deutlich zurück und werden fast immer als Ensemble eingesetzt. (tr)


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