Theater Trier – Ahab und Moby Dick

Erst so, dann doch wieder anders: Mitte Mai erklärte Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) gegenüber dem reporter noch, Sibelius dürfe nicht mehr als Schauspieler und Sänger auftreten. Nun soll der Österreicher, über den Martin Eich schreibt, Sibelius spiele Sibelius, in den kommenden Spielzeiten an mindestens drei Produktionen beteiligt sein. Zu den Vertragskonditionen hatte Egger zudem wissentlich falsche Angaben gemacht. Foto: Vincenzo Laera

Erst so, dann doch wieder anders: Mitte Mai erklärte Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) gegenüber dem reporter noch, Sibelius dürfe nicht mehr als Schauspieler und Sänger auftreten. Nun soll der Österreicher, über den Martin Eich schreibt, Sibelius spiele Sibelius, in den kommenden Spielzeiten an mindestens drei Produktionen beteiligt sein. Zu den aktuellen Vertragskonditionen hatte Egger zudem wissentlich falsche Angaben gemacht (siehe Extra). Foto: Vincenzo Laera

Der Intendant war ungehalten. “Interviews und Stellungnahmen gebe ich Ihnen persönlich keine mehr”, schrieb Karl M. Sibelius vor beinahe genau zwei Jahren dem Feuilletonchef der Passauer Neuen Presse, weil ihm dessen Berichte über das Theater an der Rott nicht zusagten. In diesen Tagen erlebt das vermeintliche Schurkenstück an der Mosel seine Wiederaufnahme: Eine “Kampagne” laufe gegen den Theaterleiter, verbreitet sein Haus via Facebook. Da spricht der Geist des Leeren, der allen Emotionen drei Nullen hinzufügt. Mindestens. Ein Gastbeitrag von Martin Eich

Denn die Dinge liegen klar und sind auch nicht singulär. Wien, Düsseldorf, Leipzig: Wo immer in den vergangenen Jahren Theateretats spektakulär zusammenbrachen, resultierte das aus einem homogenen Gemenge von zu viel Macht und zu wenig Kontrolle. Künftig wird man Trier dieser Aufzählung hinzufügen müssen. Sibelius blickt mit müden Augen auf alarmrote Bilanzen wie ins Grab seiner Illusionen. Er hat darin Erfahrung.

Seine Apologeten bemühen derweil bei der Suche nach Sündenböcken und Rechtfertigungen alte Schablonen. Tiefe, ewige, hoffnungslose Provinz schallte es in Eggenfelden und schallt es jetzt in Trier. Der Vorwurf verfängt nicht, richtet sich im Gegenteil gegen seine Urheber, weil die Kulturgeschichte ihn entkräftet: Das klassische spanische, das elisabethanische Theater, das attische Theater – sie konnten nur zu Welttheatern werden, weil sie als Provinztheater begannen.

Obwohl die Dialoge nicht neu sind: Der Konflikt fesselt. Zu besichtigen ist der ohnmächtige Kampf des Dr. Karl M. Sibelius MA, MAS um die Einpassung seiner grandiosen Ansprüche in die komplexe Realität. Personalquerelen, Defizit, 20 Prozent weniger Zuschauer, die Auslastungsquote ist um beinahe 15 Prozent auf 55,4 Prozent (vorläufiger Wert) gefallen: ein Desaster. Sibelius meint: eine Erfolgsbilanz. “Sehr, sehr zufrieden” sei er mit dieser Spielzeit, sagte er Ende Mai im Interview mit einem Lokalsender.

Sibelius spielt Sibelius

Um nach solchen Deutungen nicht einfach aus dem Amt gelacht zu werden, hat er sich eine Rüstung zugelegt. Wo und wann immer er auf Bühnen stand, gab er gerne den verletzten, missverstandenen Künstler, der am Ende dennoch triumphierte, weil er nur lange genug den Verhältnissen getrotzt hatte. Theaterwissenschaftler diskutieren kontrovers, ob und wie Rolle und Darsteller miteinander verschmelzen. Man könnte sagen: Sibelius spielt Sibelius. Die Figur ist ihm zur Natur geworden. Nachvollziehbar sind die Kriterien des Erfolgs deshalb nur dem, der die Realität mit seinen Augen sieht.

Dieser Kreis ist exklusiv. Finanzsünden gelten selbst in der Szene nicht mehr als Kavaliersdelikt. “Es sind Steuergelder. Damit müssen wir behutsam und sorgfältig umgehen”, sagt Markus Müller, Intendant des Staatstheater Mainz. Und auch Ulrich Khuon, Chef des Deutschen Theaters in Berlin und bis vor kurzem Vorsitzender der Intendantengruppe des Bühnenvereins, kann betriebswirtschaftlicher Nonchalance nichts abgewinnen. “Das ist eine 70er-Jahre-Haltung. Es gab damals ein bizarres künstlerisches Selbstverständnis nach dem Motto: Um Geld kümmern wir uns nicht. Heute ist das inakzeptabel”, monierte er vor längerer Zeit im Gespräch.

Aus bizarren, inakzeptablen Haltungen erwachsen bizarre, inakzeptable Folgen. In Trier wird jetzt für das Theater gerast – vielleicht die originellste Zweckbindung seit 1902, als durch die Einführung der Sektsteuer die kaiserliche Marine finanziert werden sollte –, und nach der Entlassung von Ulf Frötzschner steht Sibelius als neuer Nebenbei-Leiter der Schauspielsparte einem Ensemble vor, das sich mehrheitlich gegen ihn erhoben hatte. Mehr noch: Drei der neun in der nächsten Spielzeit geplanten Produktionen werden von Regisseurinnen betreut, die öffentlich Kompetenz und Führungsstil des Intendanten hinterfragten. Eine Konstellation, die ihresgleichen sucht. Vertrauen, Leitwährung des Inszenierens, entsteht so nicht.

Redet man mit denen, die dies und noch viel mehr beschließen sollen, spürt man Unsicherheit, Unkenntnis, Unwillen. Was aus dem Kulturdezernat kommt, ist zu hinterfragen. Etwa das Gehalt das Intendanten, das gemäß dem vom trier-reporter veröffentlichten Vertragsentwurf monatlich 11.700 Euro betragen soll. “Uns wurde gesagt, Sibelius’ Vergütung bewege sich im unteren mittleren Bereich”, sagt ein Stadtrat. Die Auskunft ist falsch. Müller, der in der Landeshauptstadt über einen beinahe doppelt so hohen Etat (27 Millionen) und erheblich mehr Mitarbeiter (329) gebietet, erhält 10.000 Euro. Christoph Nix, Intendant des Dreispartenhauses in Konstanz, begnügt sich nach eigenen Angaben mit 6.000 Euro. Zulagen werden beiden nicht gezahlt.

Konsumiert werden kann das alles ohne Nebenwirkungen eigentlich nur mit kühl-amüsiertem Darüberstehen. Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer beschrieb einst die “destruktive Kraft des Ideals”. Selten wurde sie so perfekt in Szene gesetzt wie in Trier. Dass Intendant und Dezernent, siamesische Zwillinge des Scheiterns und deshalb schicksalhaft verwoben, einträchtig die Bühne bespielen, vermag daran nichts zu ändern. Ahab und Moby Dick sind auch gemeinsam in die Tiefe gerauscht.

Martin Eich…

…Jahrgang 1974 ist Feuilletonist und Theaterkritiker. Er schreibt unter anderem für die ZEIT, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Allgemeine Zeitung Mainz.

Extra
Hat am 18. Mai wissentlich falsche Angaben gemacht: Kulturdezernent Thomas Egger (SPD). Foto: Rolf Lorig

Hat am 18. Mai wissentlich falsche Angaben gemacht: Kulturdezernent Thomas Egger (SPD). Foto: Rolf Lorig

Der Steuerungsausschuss wird am kommenden Mittwoch während einer Sondersitzung über den neuen Vertrag für Theater-Intendant Karl Sibelius entscheiden. Zudem wird auch der Kulturausschuss über den Kontrakt beraten. Drei Termine sind für die jeweiligen Sitzungen angesetzt − um 17, um 18 und um 19 Uhr. Am heutigen Montagabend kam unter anderem die CDU zu einer Sondersitzung zusammen, an der auch Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) teilnahm. Der aktuelle Vertrag mit Sibelius ist bis zum 31. Juli befristet. Am 18. Mai hatte Egger im Gespräch mit dem reporter, bei dem auch Pressechef Hans-Günther Lanfer und Eggers Controller Herbert Müller zugegen waren, hingegen behauptet, der laufende Vertrag mit Sibelius sei nicht befristet − und damit trotz mehrmaliger Nachfrage durch den reporter wissentlich falsche Angaben gemacht. Das Gespräch fand während der reporter-Recherchen zur Finanzmisere und zu den Personalquerelen am Theater auf Bitten Eggers statt. (et)


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Erstellt am Autor Martin Eich in Autorenbeiträge, Dossier Theater, Featured, inside54.de, Meinung 26 Kommentare

26 Kommentare zu Theater Trier – Ahab und Moby Dick

  1. Rainer Landele

    gerast fürs theater?
    genauso sinnig, wie die behauptung, in trier vögeln luxemburger (wegen der puffsteuer) zur finanzierung von KiTas.

    ansonsten: mal ein bericht zum thema mit weniger high noon attitüde. wäre aber auch peinlich: der gefühlt 22 artikel zum thema vom rasenden reporter…

     
    • Erklärung

      @Landele zur Erklärung: Die Einnahmen aus der kommunalen Verkehrsüberwachung waren für Verkehrsicherungsmaßnahmen (Straßenverkehr) vorgesehen. Was auch ein Argument für die Einführung einer kommunalen Verkehrsüberwachung war.

      “Das Geld war ursprünglich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Trier vorgesehen. Auch das Mainzer Innenministerium regt diese Verwendung an.” Nun geht es für die Theatersanierung drauf.

      Bei der Vergnügungssteuer war nicht von vornherein angedacht, diese in KiTas zu investieren! Und diese Einnahmen müssen jetzt auch nicht umverteilt werden, weil das Rotlichtmilieu ein Minus einfährt.

      Also nochmal ganz simpel: Da im Theater ein Riesen Minus erwirtschaftet wurde, müssen andere Bereiche, die von der Stadt finanziert werden, nun auf Mittel verzichten, dazu gehört neben der Verkehrssicherheit auch der Sport, die Jugendarbeit usw.

       
    • Erklärung 2

      @Landele:
      Frage: Warum verteidigen Sie einen Intendanten, der die Hälfte seiner vertraglich vereinbarten Arbeit, nämlich die wirtschaftlich erfolgreiche Führung des Theaters, nicht geleistet und ein Finanzloch in den ohnehin angespannten städtischen Etat gerissen und dies, siehe seine Vorstationen, wohl nicht zum ersten Mal getan hat? Seien wir doch froh, dass wir wenigstens eine kritische Berichterstattung in Trier haben.

       
  2. bürgertrier

    Wo wird auf Facebook verbreitet, dass eine Kampagne gegen Sibelius läuft? Ich habe davon nichts gelesen. Die einzige Kampagne, die leider in Zeiten des Internets Wellen schlägt, geht von Ihnen aus.
    Sibelius wurde bis 2020 bestellt, das ist Fakt und das weiß auch der Stadtrat und vor allem der Kulturausschuss. Diese Spielzeit war die aufregendste und künstlerisch vielfältigste seit vielen Jahren und dazu hat der Intendant wesentliches beigetragen. Auch das Intendanten selbst auf der Bühne stehen oder inszenieren hat lange Tradition. Auch wir hoffen, dass Ruhe einkehrt, allerdings nicht am Theater, nicht in der Kunst, sondern in der völlig einseitigen Berichterstattung Ihrerseits. Und ich hoffe, dass die Veröffentlichung des Vertrages Ihrerseits rechtliche Schritte nach sich ziehen wird, denn das ist einfach unter aller…..

     
    • Volker Zemmer

      Wieso schreiben Sie nicht unter ihrem richtigen Namen, damit man sieht aus welchem Ensemble des Theaters Sie sind? Oder sind Sie womöglich gar der Intendant höchstselbst, wie das auch in Eggenfelden vorkam? Ein Bürger von Trier sind Sie mit dieser Einstellung auf jeden Fall schon mal nicht.

       
    • Stephan Jäger

      „Und ich hoffe, dass die Veröffentlichung des Vertrages Ihrerseits rechtliche Schritte nach sich ziehen wird,…..“

      Was soll denn der Tatbestand sein, Herr IchhabkeineCojónesunddeshalbversteckichmichmalwennichschlimmeSachensag? Gefährlicher Eingriff in die Mauschelei? Möglich, dass „bürger“n in „trier“ so etwas ungewohnt und komisch vorkommt. Strafbar ist es deshalb wohl nicht.,

       
    • Erklärung 3

      @bürgertrier:
      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: “Eine “Kampagne” laufe gegen den Theaterleiter, verbreitet sein Haus via Facebook. “

       
    • Erklärung 4

      “Auch wir hoffen, dass Ruhe einkehrt, allerdings nicht am Theater, nicht in der Kunst, sondern in der völlig einseitigen Berichterstattung Ihrerseits.”
      Aha, die, wohl in diesem Fall Theatermitarbeiter, entscheiden worüber die Presse zu berichten hat! Das nenne ich “Kultur”!

       
  3. Philipp Schon

    Ein erstklassiger Beitrag, der alles ins rechte (Un)Licht rückt. Das ist Triers Pech, dass nämlich zwei Nichtskönnen (und damit meine ich nicht die Kunst von Herrn Sibelius) zusammenwirken und so die Bredouille fabriziert haben als siamesische Zwillinge. Man sollte sie nur bitte nicht trenne, sondern zusammen rauswerfen.

     
    • Besserwisser

      Volle Zustimmung. Ist ja wohl ein Witz zu behaupten, er wäre so lange bestellt. Die sollen dann eben sofort abbestellt werden. Der eine hat nächste Woche keinen Vertrag. Das ist die Gelegenheit. Servus.

       
    • Anna Majewski

      SIBEXIT und EGGXIT!

       
  4. recherche

    ach herr eich. schon wieder gehts gegen einen vertreter des “zeitgen. theaters” – das kennt man ja.
    http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=11670:presseschau-vom-22-oktober-2015-kritiker-martin-eich-geisselt-im-freitag-das-zeitgenoessische-theater&catid=242&Itemid=62

    konstanz ein 3-sparten-haus? da dürfen sie aber nochmal recherchieren.
    uli khuon “im gespräch” – mit wem, ihnen?
    tststs.
    intendantengage wie die von c. nix bei 6.000? vor jahren vielleicht mal.
    wenn man am ende solche klöpse raushaut, dann erledigt sich ein solcher artikel quasi von ganz allein.
    ^^

     
    • Erklärung 5

      Also laut offizieller Internetseite des Theaters Konstanz gibt es im Ensemble Sänger, Tänzer und Schauspieler? Sind das nicht Drei Sparten? Es gibt sogar Puppenspieler!

       
      • recherche

        sie sind mir ja einer! und wenn sie weiterlesen, dann gibt es sogar (orchester)musiker, dann hätten wir gleich noch eine sparte – was sagen sie jetzt? tststs.

        ernsthaft: erst nachdenken, dann posten!

         
        • Erklärung 6

          “Ein Mehrspartentheater ist ein Theater mit Repertoiresystem oder Semi-Stagione-System, das Eigenproduktionen in mehreren Sparten der Bühnenkunst zeigt. Für jede Sparte ist ein eigenes Solisten-Ensemble engagiert. Normalerweise spielen alle auf derselben Bühne.

          Die Staats- und Stadttheater im deutschen Sprachgebiet und im osteuropäischen Raum sind zum großen Teil Dreispartentheater (oder „Dreispartenhäuser“) mit Musik, Schauspiel und Tanz.

          In neuerer Zeit werden auch das Kinder- und Jugendtheater sowie das Puppen- oder Figurentheater als eigene Sparten geführt.”

          Henning Röper: Handbuch Theatermanagement, Betriebsführung, Finanzen, Legitimation und Alternativmodelle. 2. Auflage, Böhlau, Köln / Weimar 2006, ISBN 3-412-35405-8 (Zugleich Dissertation an der Universität München 2000).

          Na Sie sind mir ja einer, erst lesen, dann posten! 😉

           
          • Maik Schuster

            Ob der Intendant und der Kulturdezernent das je gelesen haben?

          • recherche

            “Für jede Sparte ist ein eigenes Solisten-Ensemble engagiert. Normalerweise spielen alle auf derselben Bühne.”
            das schrieben sie – herr eich, wie ich annehme. konstanz bzw. dessen stadtheater hat eine schauspielsparte samt integriertem jtk. es gibt EIN schauspiel-ensemble, gäste aus anderen sparten. das macht kein mehr- bzw. schon gar kein 3-spartenhaus aus. räumen sie das doch endlich ein und alles ist gut, herrje.

  5. Spekulatius

    Ja, okay, das ergibt nun endlich Sinn: Alles ist eine einzige große Bühne, eine spielzeitübergreifende Insznierung mit epischem Drehbuch, höchstem Anspruch und grandiosem Unterhaltungswert.

    So ’ne Art Reality-Bauerntheater.

    Immerhin, eine zivilisatorische Fortentwicklung ist zu erkennen: War die Kunst früher von Mäzenen abhängig, der sie zu Diensten sein musste, ist sie heute, obwohl noch immer von Mäzenen (sprich, Steuerzahlern) abhängig, niemandem mehr verpflichtet und nur sich selbst genug.

    Genug ist genug! Würden die Damen und Herren Kulturbewahrer bitte von ihrem hohen Ross herabsteigen, die eigenen Scheuklappen abnehmen und erkennen, dass Kultur sich seit langem nicht mehr vorzugsweise oder gar ausschließlich im Theater abspielt? In früheren Zeiten waren Theater nicht nur Theater, sondern auch Kino, Heftroman, Computerspiel, Fernsehen, Buch, Youtube…schlicht alles, was auf kulturellem Sektor heute miteinander konkurriert.

    Das klassische Theater hat keinerlei Alleinstellungsmerkmal, das es um jeden Preis erhaltenswert machen würde. Und da geht es gar nicht um diesen oder jenen Intendanten, da geht es um die Institution an sich.

    Kultur ist vielfältig. Lebensfragen werden nicht allein im Schauspiel verhandelt, Musik nicht allein im Orchestergraben gespielt, Unterhaltung nicht allein auf der Bühne geboten. Jeder Euro, der ins Theater fließt, fehlt anderswo, wo er dringender gebraucht wird, sinnvoller eingesetzt werden kann.

    Seitens der Apologeten des Theaters scheint, zwischen den Worten oder ganz offen, häufig jener elitäre Dünkel hervor, der doch nur Zeichen von Blindheit ist. Macht die Augen auf. All the world’s a stage. Das Theater braucht es heute nicht mehr.

     
  6. Dietmar Marx

    Mir wird zu wenig davon gesprochen, dass OB Leibe und Dezernent Egger das Budget fürs Theater für die nächsten Jahre eigenmächtig erhöht haben. Mal angenommen, K. Sibelius überzieht dieses Jahr um 1,3 Mio €, dann bekommt er den Betrag für die nächsten Jahr on top drauf. Macht in 4 Jahren satte 5,2 Mio. €, Irgendwo habe ich gelesen, dass auch das Land seinen Zuschuss erhöht hat. Macht dann summa summarum 6 Mio € on top. Bei der großen Grundschule für die Innenstadt hieß es noch, es wäre kein Geld da (nicht zu finanzieren), Jetzt sind für das Theater auf einmal mindestens (!) 6 Mio. € da in den nächsten 4 Jahren. So was nennt man dann Volksverarschung!

     
  7. Susanne Decker

    Provinzverhalten zeigen nicht die Theaterbesucher und -kritiker, provinziell ist einzig und allein der politische Umgang mit Sibelius und seinem finanziellen Desaster. In jeder “normalen” Stadt würde man ihm einfach keinen neuen Vertrag geben und das unglückselige Thema ohne weitere Kosten beenden. In Trier müssen mutlose Kommunalpolitiker und beratungsresistente Dezernenten dann im Zweifelsfall wieder eine hohe Abfindung (aus Steuergeldern) zahlen, um den Intendanten vor der Zeit loszuwerden. Denn dass dies notwendig sein wird, ist eigentlich jedem klar denkenden Menschen jetzt schon klar.

     
  8. Michael Frisch

    Genau so ist es, werte Frau Decker, und deshalb wird die AfD-Fraktion im Stadtrat auch für eine Nichtverlängerung des Vertrages stimmen. Natürlich ist Sibelius nicht der Alleinverantwortliche für das jetzige Desaster, aber als künstlerischer und wirtschaftlicher Leiter des Theaters trägt er den Hauptteil der Verantwortung. Und er hat das Pech, dass es bei keinem anderen so leicht möglich ist, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen wie bei ihm, da er nur einen befristeten Arbeitsvertrag hat. Ohne personelle Konsequenzen kann das ganze Desaster jedenfalls nicht bleiben. Es wäre den Bürgern der Stadt Trier nicht zu vermitteln, warum jemand für solche Fehlleistungen auch noch mit einem immer noch hoch dotierten 4-Jahres-Vertrag belohnt wird! Das hat nichts mit persönlichen Abneigungen oder gar einer Kampagne gegen Sibelius zu tun, sondern ist eine völlig logische und vernünftige Argumentation.

     
    • Susanne Decker

      Herr Frisch, ich kann die AfD nicht ausstehen, und daran wird sich, solange Personen wie Herr Gauland, Frau von Storch und ehemalige Rechtsradikale dort aktiv und eingebunden sind, niemals etwas ändern. Deshalb tut es mir leid, sagen zu müssen: Sie haben beim Theater völlig Recht!

       
      • Huhn

        Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn…

         
  9. Hartmut Korn

    Hier kann ich nur zustimmen . Es wäre unverantwortlich , den Trierer Bürgern nach einem so desaströsen Fehlverhalten , mit solchen Defiziten , personellen Querelen , künstlerischen Misserfolgen , Zuschauerschwund , zu erklären wie man einem solchen Mann dann noch einen hochdotierten Vertrag geben kann . Zumal ja für die Zukunft auch von Seiten des Intendanten wohl keine Besserung zu erwarten ist . Denn das er es nicht kann , ein Theater zu leiten , hat er ja wohl hinreichend bewiesen .
    Deshalb , lieber Stadtrat , haben Sie den Mut dieser Farce ein Ende zu bereiten und es hier und jetzt zu beenden .

     
  10. Eva Wolsfeld

    Und nicht zu vergessen die 300tsd € für Prozesse, die man braucht, weil Herr Sibelius so gerne Leute rausschmeisst, die er vorher selbst geholt hat. Gebt ihm einen Teil davon als Abfindung und gut ist’s! Wer diesem Herrn einen neuen Vertrag geben will wie unsere “werten” Kommunalpolitiker/innen, der muss gleich Dutzende von Sprüngen in der Schüssel haben. Ihr seid nicht ganz dicht!

     
  11. Augustiner

    @Maik Schuster
    100% Beide und nicht nur einmal ….

     

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