Theater Trier – Bugwelle am Augustinerhof

Die Trierer Fraktionen sind nun gefragt - in der politischen, aber auch juristischen Aufarbeitung, etwa zur Zukunft von Thomas Egger (unten links). Collage: tr

Die Trierer Fraktionen sind nun gefragt – in der politischen, aber auch juristischen Aufarbeitung, etwa zur Zukunft von Thomas Egger (unten links). Collage: reporter

Am kommenden Mittwoch wird die CDU im Foyer des Theaters öffentlich über das “Theater ums Theater” diskutieren. Zu spät, wie viele meinen, nun, da der Karren komplett im Dreck und das Kulturhaus in der wohl schwersten Existenzkrise seit seinem Bestehen steckt. Doch dem ist nicht so. Denn die politische und auch juristische Aufarbeitung des Trierer Kulturskandals, der für ein Stadttheater bundesweit einzigartig ist, beginnt jetzt erst richtig – da klar ist, dass Intendant Karl Sibelius nicht mehr an den Augustinerhof zurückkehren wird und mit dem Österreicher auch Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) fallen könnte. Politik und Justiz sind zwei Rädchen im Getriebe dieses Skandals, die zwar ineinandergreifen, aber dennoch zu trennen sind. Auf Egger und Sibelius könnten Ermittlungen wegen Untreue zukommen – wie in den 1990er Jahren beim spektakulären Bugwellen-Prozess in Baden-Württemberg gegen den ehemaligen Generalintendanten und den Verwaltungsdirektor des Stuttgarter Staatstheaters. Die Trierer Politik aber muss nun mit klaren Eingeständnissen der eigenen Fehler dafür sorgen, dass sowohl das Vertrauen in die für die Stadt wichtige Institution Theater als auch in ihre eigene Entscheidungsfähigkeit wiederhergestellt wird, damit das Image der Stadt nicht endlos republikweit beschädigt wird. Von Pforzheim aus hat sich unterdessen auch der ehemalige Trierer Chefdramaturg und stellvertretende Intendant Peter Oppermann zu Wort gemeldet (siehe Extra). “Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, was gerade in Trier geschieht”, sagt Oppermann am Samstag gegenüber dem reporter. Dem Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe wünscht Oppermann “die Kraft, dass unter seiner Leitung die Krise bewältigt wird”. Ein kommentierender Rück- und Ausblick von Eric Thielen

Bisher schwirren nur Schuldzuweisungen durch den politischen und kulturellen Raum. Die Zielscheiben: Intendant Karl Sibelius und Kulturdezernent Thomas Egger. Außerfrage steht, dass beide die Hauptverursacher des Skandals sind. Doch Ausschüsse wie Stadtrat machten sich ebenso schuldig. Erinnert sei hier daran, dass etwa die Grünen und Linken sich bis zuletzt gegen die neuerliche Einführung des Vier-Augen-Prinzips zwischen Intendant und dem wiederberufenen Verwaltungsdirektor wehrten. Auch Christdemokraten, wie die beiden Kulturfrauen Dorothee Bohr und Elisabeth Tressel, wollten noch Ende Juni weiter auf Sibelius setzen und sprachen, wie auch Petra Kewes von den Grünen, dem Österreicher ihr volles Vertrauen aus. Dafür musste Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sich massive Vorwürfe aus dem grün-linken Lager und aus Teilen der CDU anhören. Die Grünen dachten auf dem Höhepunkt der Frötzschner-Affäre gar über einen Abwahlantrag gegen Leibe nach.

Leibe stand auch dem neuen Vier-Jahres-Vertrag für Sibelius – ebenso wie die beiden Dezernenten Andreas Ludwig (CDU) und Angelika Birk (Grüne) – überaus skeptisch gegenüber. Der Stadtchef hätte die kurze Ära des Mannes aus Bregenz liebend gerne schon im Sommer beendet. Doch dafür fehlte dem Sozialdemokraten die Mehrheit im Rat. So stattete der Steuerungsausschuss als Ferienparlament Sibelius auf Betreiben Eggers hin mit einem Vertrag bis 2020 aus – auf Grundlage des Stadtratsbeschlusses von 2014. Leibe, Ludwig und Birk nahmen an der Sitzung nicht teil. Die Vertragsverhandlungen führte Egger, der den zuvor gültigen Kontrakt im Alleingang abgeschlossen und als Geheimsache, auch gegenüber den Fraktionen, behandelt hatte. Erst die reporter-Veröffentlichung des neuen Vertragsentwurfes für Sibelius brachte Transparenz in die Angelegenheit.


Zum ThemaDas Theater-Dossier des reporters


Die Fraktionen schlugen ferner, FDP und AfD ausgenommen, die vorliegenden Warnhinweise achselzuckend in den Wind. Dabei sollten alle Kommunalpolitiker informiert gewesen sein. Nein, sie waren informiert! Nach den Hosianna-Artikeln und Lobeshymnen Trierer Medien von Mitte Mai deckte der reporter wenige Tage später die wahren finanziellen Verhältnisse auf. Zuvor hatte die reporter-Redaktion nicht nur Vertreter von CDU und SPD, sondern auch Kulturdezernent Egger und Intendant Sibelius in persönlichen Gesprächen über die Recherchen in Kenntnis gesetzt. Dies geschah, um mit offenen Karten zu spielen. Reaktionen oder gar ein Umdenken waren indes nicht zu bemerken. Im Gegenteil: Egger erklärte frank und frei gegenüber dem reporter, dann müsse er das eben aussitzen; Sibelius fuhr seinerseits fort mit der Verschwendung von öffentlichem Geld. Dabei wäre zu diesem Zeitpunkt ein Schnitt durchaus noch möglich gewesen.

So folgte am 19. Mai der Artikel “Theater Trier – Das Minus”. Zusätzlich deckte der reporter die schier unendlichen Personalquerelen am Theater mit einem weiteren Bericht auf.

Unter anderem schrieb der reporter:

Rathaus-intern geht man allerdings davon aus, dass das finanzielle Loch am Ende aller Abrechnungen (für 2015) die Millionen-Grenze überschreiten wird.

In der äußersten Konsequenz könnte die Stadt aus dem Kommunalen Entschuldungsfonds (KEF) des Landes fliegen (…).

Im laufenden Geschäftsjahr zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember droht nun ein neues Millionen-Defizit mit bislang noch unabsehbaren Folgen.

Dennoch plant Sibelius mit “Jesus Christ Superstar” eine extrem teure Produktion. Geschätzte Kosten bisher: über 275.000 Euro. (Anm.d.Red. Inzwischen liegen die Kosten bei weit über 300.000 Euro – wie vom reporter prognostiziert.)

Doch ob der (Spielplan) innerhalb des Theater-Budgets auch finanziert werden kann, ist noch keineswegs sicher.

Sibelius baut seinen Spielplan auf finanziellen Sand.

Der Planansatz (für die externen Honorare) für das Geschäftsjahr zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2016 lag bei 556.000 Euro. Er ist jetzt schon – Stand: 19. Mai – um rund 130.000 Euro überzogen. (Anm.d.Red. Inzwischen sind knapp 1,4 Millionen Euro für Honorare ausgegeben worden.)

Betriebswirtschaftlich gesehen, dürfte der Österreicher somit bis zum Ende 2016 kein Geld mehr für externe Honorare ausgeben.

Den Trierer Kommunalpolitikern war die Entwicklung also spätestens im Mai bekannt. Ein wenig gesunder Menschenverstand hätte ausgereicht, um abzusehen, dass die Verschwendung weitergehen würde. Heute behauptet Egger, er habe Mitte Mai keine anderen Zahlen gekannt, als er sie bestimmten Trierer Medien übermittelt habe. Zu diesem Zeitpunkt besaß der reporter nach intensiven Recherchen aber bereits die tatsächlichen Zahlen – und konfrontierte Egger auch mit den Fakten.

Als Oberbürgermeister Leibe Anfang Juni auf der Pressekonferenz in Mertesdorf alle reporter-Informationen – auch zu den Personalquerelen am Kulturhaus – bestätigte, setzte bei den anderen Medien ein Umdenken ein. Manch Journalist drehte sich schließlich gar um 180 Grad. Für die Politik galt das nicht. In nahezu sklavischer Ergebenheit klammerten sich die meisten Fraktionen – trotz hier und da kritischer Stimmen – an Sibelius. Mit der inzwischen legendären Sitzung des Kulturausschusses Ende Juni erreichte die politische Farce ihren Höhepunkt. Grüne, Linke und Christdemokratinnen wehrten sich vehement gegen die Einsetzung des Verwaltungsdirektors. In die Geschichte der Stadt wird zweifellos der Satz von CDU-Kulturfrau Bohr eingehen: “Geld ist ja da!” Das zustimmende Nicken von Grünen und Linken setzte der Posse schließlich die Krone auf.

In den Wochen darauf rissen die Hiobsbotschaften nicht ab, wobei die Enthüllungen des reporters von der Realität oft noch übertroffen wurden. Leibe kämpfte bis zur physischen Erschöpfung darum, das sinkende Schiff halbwegs über Wasser zu halten – auch gegen die eigene Partei, vor allem aber gegen Linke, Grüne, große Teile der CDU und gegen den Parteifreund Egger. Als die Mehrheit der Fraktionen dennoch beschloss, Sibelius mit einem gutdotierten Vier-Jahres-Vertrag auszustatten, fuhr der Stadtchef entnervt in Urlaub. Dieses schäbige Spiel wollte der Badener nicht mehr mitspielen. Ihm reichte es. Die absehbare Frötzschner-Affäre, die kurz darauf hochkochte, holte zumindest die Christdemokraten auf den Boden der Tatsachen zurück.

Drei Monate später überbieten sich nun dieselben Kommunalpolitiker, die seit Mai alles dafür taten, den Karren komplett in den Dreck zu fahren, mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen gegenüber Egger und Sibelius. Der entscheidende Satz aber fehlt bisher: “Ja, wir haben einen Fehler gemacht, und dafür bitten wir die Triererinnen und Trierer um Entschuldigung.” Sofern dieser Satz nicht fällt, ist an einen Neuanfang bei der Institution Theater und beim Vertrauen der Öffentlichkeit in die Handlungsfähigkeit der hiesigen Politik nicht zu denken. Auf höherer Ebene lassen sich Parlamente nach solch einem Skandal auflösen, auf der kommunalen Etage geht das leider nicht. Dabei wären Neuwahlen zum Stadtrat die einzig logische Konsequenz.

Staatsanwalt muss ermitteln

Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln und schließlich Anklage gegen Karl Sibelius und Thomas Egger erheben. Foto: Vincenzo Laera

Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln und schließlich Anklage gegen Karl Sibelius und Thomas Egger erheben. Foto: Vincenzo Laera

Nun müssen die Parteien also die Trümmer ihrer eigenen Unfähigkeit wegkehren. Dazu gehört die politische Aufarbeitung ebenso wie die juristische. 1996 wurde der inzwischen verstorbene Generalintendant des Stuttgarter Staatstheaters, Wolfgang Gönnenwein, vom Landgericht Stuttgart wegen Untreue nach Paragraf 266 des Strafgesetzbuches zu einer Geldstrafe von 50.000 D-Mark verurteilt, weil er den Etat sechs Jahre zuvor um 5,1 Millionen D-Mark überzogen hatte. Das Verfahren erregte als sogenannter “Bugwellen-Prozess” enormes Aufsehen in der bundesdeutschen Kulturszene. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil zwar ein Jahr später auf; ein Freispruch für Gönnenwein war das allerdings nicht. In Trier ist der Etat in zwei Jahren unter der Regie von Sibelius und mit politischer sowie juristischer Billigung Eggers inzwischen um knapp vier Millionen Euro, mithin etwa acht Millionen D-Mark, überzogen worden. Das Staatstheater Stuttgart hatte 1990 bereits einen Gesamtetat von mehr als 50 Millionen Euro. Das Trierer Stadttheater kann aktuell auf ein Budget von gut 15 Millionen Euro bauen – dies zur Verhältnismäßigkeit.

Auch in Trier muss nun die Staatsanwaltschaft in den Skandal einbezogen werden. Die vom Rathaus unabhängigen Ermittler müssen prüfen, wer welche Unterlassungen beging und wo strafrechtlich relevante Fehler gemacht wurden. Grundlage dafür wird der Bericht des Rechnungsprüfungsamtes sein, der in der kommenden Woche vorliegen soll. Ergeben sich daraus Hinweise auf Rechtsverstöße, wird die Staatsanwaltschaft ohnehin von sich aus eingreifen. Denn der Straftatbestand der Untreue gehört zu den Offizialdelikten, die keine Anzeige als Grundlage der Ermittlungen voraussetzen. In die Ermittlungen muss dann auch die personelle Verantwortung für die Kosten der geplanten Tanz-Performance NeroHero einbezogen werden, die erst nach den exklusiven Enthüllungen im reporter-Bericht Oh, lodernd Feuer… abgesagt wurde. Auch Regressansprüche gegen Egger und Sibelius müssen in diesem Zusammenhang geprüft werden. Recherchen der Staatsanwaltschaft in der Trierer Verwaltung sind nach reporter-Informationen übrigens keine Seltenheit. Sie liefen in den vergangenen Jahren nur weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hinter den Kulissen ab. Beim Theater-Skandal wird das jedoch anders sein.

Unabhängig davon sollte Oberbürgermeister Leibe als oberster Kämmerer von sich aus den Kontakt zur Staatsanwaltschaft herstellen, um Glaubwürdigkeit und Aufklärungswillen des Rathauses zu untermauern. Basis dafür ist die Stellenausschreibung zum Generalintendanten vom 20. November 2013. Darin heißt es wörtlich: “Die neue Intendantin / der neue Intendant soll das Haus im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel wirtschaftlich führen und verwalten.” Dass Sibelius mit Rückendeckung Eggers gegen diese eindeutige Vorgabe eklatant verstoßen hat, ist inzwischen offenkundig. So kann die Konsequenz nur lauten: Die Staatsanwaltschaft muss Anklage gegen Sibelius und ferner gegen Egger wegen Untreue erheben, weil der Sozialdemokrat zunächst als Kulturdezernent und seit Juni zusätzlich als kommissarischer Verwaltungsdirektor auch die juristische Verantwortung für alle Vorgänge am Kulturhaus trug. Auf diese Position wird Sibelius sich in einem Rechtsstreit mit der Stadt übrigens zurückziehen.

Was dann noch zu tun ist, ist die politische Aufarbeitung. Die Parteien haben nun fraktionsübergreifend und fernab der Parteidisziplin – das gilt vor allem für die SPD – zu prüfen, ob sie im Sinne der Theater-Zukunft und im Interesse der Stadt einen Abwahl-Antrag gegen Thomas Egger einbringen. Auch hier gilt, wie in der Causa Sibelius, der Grundsatz: lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Voraussetzung dafür aber ist – ebenfalls parteiübergreifend – das öffentliche Eingeständnis der eigenen Fehler gegenüber der Trierer Bürgerschaft. Im zweiten Schritt muss die Politik sich schließlich und dringend, auch vor dem Hintergrund der anstehenden Sanierungsdebatte, endlich an die strukturellen Reformen des Kulturhauses wagen, um das Theater auch in den kommenden Jahrzehnten zu erhalten. Dann, aber auch nur dann, haben das Haus und die vielen engagierten Mitarbeiter eine echte Zukunftsperspektive.

Extra
Peter Oppermann. Foto: privat

Peter Oppermann. Foto: privat

Auf sein Statement, das Peter Oppermann sowohl auf Facebook als auch gegenüber verschiedenen Medien abgab, hat der ehemalige Chefdramaturg des Stadttheaters inzwischen viele positive Rückmeldungen erhalten. Wörtlich schreibt Oppermann: “Theater Trier. Die Bühne, der ich bis 2015 als Leitungsmitglied elf Jahre meines künstlerischen Schaffens gewidmet habe, mit Liebe und Leidenschaft für Stadt, Region und Großregion, mit Herzblut und der Lust, aus Unmöglichem Mögliches zu machen, gerät derzeit regional und überregional aus verschiedenen Gründen in schweren Misskredit. Der Bund der Steuerzahler fordert in populistischer Weise gar die komplette Abwicklung des Trierer (Ensemble)-Theaters. Wenngleich ich mich aus Respekt vor jenen, die ebenso ihr Herzblut an diese Bühne verschenken, und jenen, die amtierend an möglicherweise effektiven Problem-Lösungen arbeiten, entschieden habe, derzeit keine – der in diesen Tagen mehrfach von verschiedenen Medien angefragte – analysierende Stellungnahme abzugeben, möchte ich dokumentieren, dass mir die aktuelle Situation sehr nahegeht. Mein allgemeines Statement schreibe ich in der Hoffnung, dass sich alle Beteiligten fernab von oftmals üblichen routinierten Solidaritätsbekundungen und politischen Sonntagsreden einig sind über den einzigartigen Wert, den die Theater-Ensemble-Kultur nicht nur in der Moselstadt haben sollte. In Trier haben wir damals für den langfristigen Erhalt des Ensemble-Theaters über ein Jahr lang, Tag für Tag, Stunde für Stunde, erfolgreich gekämpft – und von den Bürgerinnen und Bürgern ein klares Statement für den Erhalt bekommen. Dies gilt es, nachdrücklich in Erinnerung zu behalten.

Als ehemaliges Leitungsmitglied des Trierer Theaters fühle ich mich der Moselstadt nach über 11-jähriger intensiver Arbeit in der Ära des Intendanten Gerhard Weber auch nach meinem Wechsel ans Pforzheimer Theater selbstverständlich immer noch sehr verbunden. Die aktuell dramatische Situation des Theaters verfolge ich daher aufmerksam und besorgt mit und wünsche allen Beteiligten und Verantwortlichen, dass es ihnen gelingt, die Theaterarbeit in der öffentlichen Aufmerksamkeit wieder genau dorthin zu rücken, wo sie generell hingehört: fernab des imageschädigenden ‘Theaters ums Theater’, ins Zentrum der Auseinandersetzung mit Stoffen und Themen, vernetzt mit der Stadt und ihren Menschen und zudem unterhaltend. Das Trierer Dreisparten-Ensembletheater ist – ebenso wie unser Pforzheimer Theater –  ein wichtiger kultureller Ort und Nährboden des sozialen Miteinanders, den Politiker wie Künstler nicht nur mit höchster Sensibilität pflegen müssen, sondern darüber hinaus unbedingt mit Leidenschaft, gleichzeitigem Augenmaß und, umso wichtiger in einer Zeit der gesellschaftlichen Zerrissenheit, mit einem substantiellen Ziel: die Unersetzbarkeit dieses einzigartigen Ortes zu garantieren.” (et/tr)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Meinung 40 Kommentare

40 Kommentare zu Theater Trier – Bugwelle am Augustinerhof

  1. Hubert

    Schade für Publikum und Theater-Mitarbeiter, daß die “Ära Sibelius” erst jetzt und dazu mit einem so großen finanziellen Defizit endet.
    Schon Monate vor dem offiziellen Amtsantritt von Karl Sibelius war leider absehbar, wie riskant eine Ein-Mann-Spitze sein würde.
    Gerd Dahm, langjähriges Stadtratsmitglied der Grünen, hatte in seinem offenen Brief auf bereits gemachte Fehler und bevorstehende Risiken deutlich hingewiesen.
    Ja, das folgende Datum ist korrekt – der offene Brief stammt vom Juli 2015, also von vor knapp 16 Monaten (!):

    09.07.2015 – Es sind harsche Worte, die Gerd Dahm, Lehrer an der Porta-Nigra-Schule, Vorsitzender des Trierer Behindertenbeirats und langjähriges Stadtratsmitglied, dem designierten Trierer Intendanten Karl Sibelius in einem “offenen Brief” zukommen lässt. Es gebe, heißt es da, “im politischen Tagesgeschäft die sinnvolle Verabredung, dass man sich in der Öffentlichkeit mit Kommentaren zu den Entscheidungen einer Personalfindungskommission zurückhält, wenn man selbst Mitglied dieser Kommission war”. Es gebe allerdings auch Gründe, “diese Zurückhaltung aufzugeben, wenn die Verschwiegenheitspflicht offensichtlich dazu führt, dass Absprachen verändert oder ,bewusst vergessen’ werden, weil nicht zu befürchten ist, dass dies öffentlich kritisiert wird”.
    Zwar habe Dahm die Entscheidung der Kommission, Karl Sibelius das Amt des Intendanten zu überantworten, mitgetragen – “in der Erwartung, dass Sie den Veränderungsprozess unter Einbeziehung der kreativen Stützen des Theaters, GMD Victor Puhl und Ballettdirektor Sven Grützmacher, angehen. Ebenso habe ich erwartet, dass es nicht zu Massenkündigungen kommt, sondern dass alle Künstler eine faire Chance erhalten”. Dahm selbst habe darum gebeten und “vorausgesetzt, dass Sie wissen, was Veränderungsmanagement bedeutet”. Sibelius habe diese Anforderungen nicht infrage gestellt – eine Voraussetzung dafür, dass Dahm für den neuen Theatermann gestimmt habe.
    Eine AöR (Anstalt des öffentlichen Rechts) könne durchaus von zwei und mehr eigenverantwortlichen Vorständen geführt werden, so Dahm weiter. Sibelius’ Alleinherrschaftsanspruch dagegen sei “sachlich und strukturell nicht zwingend, er ist schädlich. Dass Sie sich mittlerweile als Generalintendant bezeichnen und offensichtlich auch nicht davor zurückschrecken, den Stadtrat mit einem Drohbrief zu nötigen, spricht in diesem Kontext für sich”.
    Gerd Dahm macht aus seiner Enttäuschung kein Hehl: “Sie haben geworben mit Ihrer demokratischen Führungskultur. Was ich wahrnehme, ist, dass ihre demokratische Haltung spätestens dann zu Ende ist, wenn Ihnen selbstbewusste Menschen nicht nach dem Mund reden. Die Ausschreibung, auf die Sie sich beworben haben, spricht von einem ,eigenverantwortlichen Intendanten’.” Sibelius allerdings mache daraus einen “alleinverantwortlichen Intendanten”.
    Wie der neue Chef mit verdienten Künstlern umgehe, die dieses Theater in den letzten Jahren mit großem Engagement weiterentwickelt hätten, sei “beschämend”. Dahm beschließt mit einer durchaus selbstkritischen Note: “Im Nachhinein muss ich resümieren, dass ich mich in meiner politischen Laufbahn noch nie so getäuscht habe wie in der Besetzung der Intendantenstelle. Ich bedaure dies zutiefst.”

     
  2. Treverer

    Die FDP hat ebenso wie alle anderen Fraktionen im April 2014 der Einstellung Sibelius’ zugestimmt. Es war damals ein einstimmiger Beschluss, obwohl Sibelius schon in Eggenfelden nur Chaos angerichtet hatte.

     
  3. Gerd Dahm

    Ich habe im Juli 2015 meine Befürchtungen um das Theater in einem offenen Brief formuliert und nichtöffentlich noch viel deutlicher gesagt und geschrieben, was ich damals befürchtet habe, nämlich die Gefährdung des Theaters Trier in seinem Bestand. Leider sind die Befürchtungen zur Wirklichkeit geworden und dem Generalintendanten ist es gelungen, das Theater in kürzester Zeit an die Wand zu fahren. Ich wünschte mir, ich hätte nicht recht gehabt.
    Ich besuche nach wie vor regelmäßig die Vorstellungen und ich werbe hier sehr dafür, dass auch viele Trierer dies nun verstärkt tun. Die Mitarbeiter und Künstler dürfen nicht die Opfer dilettantischer Entscheidungen werden. Die Menschen in und um Trier müssen jetzt erst recht alles tun, damit das Haus eine Zukunft hat.
    Und das heißt auch:
    Karten kaufen und den politischen Totengräbern des Theaters die rote Karte zeigen.

     
    • Hans Maier

      Das Theater nun verstärkt zu unterstützen ist die eine Sache. Ich würde auch hin gehen, nur unterstütze ich das nicht, solange es keine Konsequenzen für die Verantwortlichen geben wird. Es müssen Konsequenzen sein, die auch spürbar sind. Viele mussten spürbar mit ansehen, wie ohne Kontrolle und ohne Leitung, ohne jegliche finanzielle Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler der Karren, trotz genügend Warnungen, an die Wand gefahren wurde.
      Ich habe kein Verständnis dafür, dass jetzt so weiter gemacht wird, wie bisher. Es gibt dafür einfach keine plausible Ausrede mehr. Die haben wir schon genug gehört, Ausreden, und es wurde weiter gemacht wie schon immer!

       
  4. Det

    Herr G. Dahm, nicht der Intendant, hat die Sache gegen die Wand gefahren, sondern, die, die Ihn, 1. in diese Position gehievt haben, 2. die , welche ihn weiterhin schalten und walten lassen, er hat nur die überwältigende Inkompetenz des Trierer Ratlosrates für sich ausgenutzt, dafür Chapeau, wer soviel Dämlichkeit vorfindet, muß sie ausnutzen, also weiter so !!!

     
  5. Peter Buggenum

    @Herr Thielen!

    Noch einmal vielen Dank für diese transparente Darstellung dieser Affäre. Dieser Artikel müsste Pflichtlektüre für alle Wahlberechtigten (z.B.des Stadtrates der Stadt Trier) sein.

    Aus meiner Sicht demonstriert der Artikel folgende Probleme. Der Institution Stadtrat kann nur dann sinnvoll funktionieren, wenn das einzelne Mitglied nach Sachlage und nicht nach Vorgaben der Fraktionsführung abstimmt.Das ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Kann es sich die Stadt Trier mit ihrem Millionendefizit wirklich leisten, künftige elementare Entscheidungen von dieser Truppe abhängig zu machen? Wie dieses aktuelle Beispiel zeigt, eben nicht.

    Eine Reform sollte unbedingt angedacht werden. Nehmen wir beispielsweise die Position des neuen OB Leibe, der konstruktive Ansätze zeigt und gerne das Dilemma lösen möchte, aber von dieser Instituion immer wieder ausgebremst wird. Mir würde es beispielsweise besser gefallen, wenn künftig der von der Bevölkerung gewählte OB direkten Handlungsspielraum OHNE Mitwirkung des Stadtrates hätte.

    In Anbetracht der hier dargestellten Fakten kann man diese Truppe (damit ist die Stadtverwaltung gemeint) im Augustiner Hof nicht mehr alleine weiter wurschteln lassen. Ich vermute auch, dass eine gründliche Ermittlung von Seiten der Staatsanwaltschaft helfen könnte, noch mehr Klarheit in dieses Debakel zu bringen.

    Das Verhalten des Herrn Egger, der mithelfen möchte, die “Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen” trägt lediglich zur Politkverdrossenheit und Vertrauensverlust der Bevölkerung bei. Ein Rücktritt ist längst überfällig.

    Das Studium der hiesigen Tageszeitung ist ebenfalls ernüchternd. Sie widerlegt vor allen das gängige Vorurteil, dass guter Qualitätsjournalismus nur in Papierform zu bekommen ist.

     
  6. B.Morgen

    Achja, würde ich doch nur einmal so einen Artikel in “meiner” Zeitung lesen …

     
  7. Olaf Melchior

    Sie genießen meinen Respekt, Herr Dahm, da Sie einer der Wenigen sind, die sich zu ihrer Verantwortung stellen.

     
  8. Joachim Baron

    Vielleicht möchte Herr Oppermann ja zurückkommen? Na werte Stadtväter und -mütter, das wäre doch mal eine gute Idee als Alternative.

     
  9. B.Morgen

    P.S. Dieter Lintz fehlt der Zeitung an allen Ecken und Enden … Mit ihm wäre diese Scheiße beim Theater nicht passiert.

     
    • Jürgen W

      Dieter Lintz würde sich im Grabe umdrehen. Mit ihm starb der letzte ernstzunehmende TV-Kulturjournalist

       
      • Stephan Jäger

        Muss man leider so unterschreiben…

        …und die nächste Drehung würde dann wohl erfolgen, wenn er sehen müsste, WER da jetzt so versucht, in die in jeder Hinsicht viel zu großen Fußstapfen zu treten.

         
  10. Dietmar Marx

    Rechnen wir doch einfach mal zusammen. Bis zum Mai hat KMS ungefähr 700tsd € für fremde Mitarbeiter ausgegeben (o.k, durfte er nicht, aber egal). Jetzt sinds 1,4 Mios €, macht also nach Adam Riese noch mal 700tsd mehr vom Juni bis zum Oktober.
    Im Juli wurde sein Vertrag verlängert, teilen wir die 700tsd also in 2 (vor Vetragsverlängerung) zu 3 (nach Vertragsverlängerung) auf. Macht also ungefähr 470tsd €, die er seit der Vetragsverlängerung unter den Augen von TEgger verbraten hat.
    Wenigstens dieses Geld muss man jetzt von KMS und TEgger zurückverlangen, bzw. damit wäre die Abfindung für KMS schon im Sommer mehr als bezahlt gewesen!
    Herr Albrecht als Staatsanwalt und Stadtrat, übernehmen Sie!

     
  11. Beobachter

    @Marx: Ihre Rechnung ist eine Milchmädchenrechnung!

     
    • Dietmar Marx

      Inwiefern? Bitte Begründung liefern, weil rechnen kann ich noch!

       
  12. Friedo S.

    Wollte man hier von Anfang an nicht zuviel? Den künstlerisch tätigen Intendanten mit Managementerfahrung, der dann ein Haus mit gravierenden Problemen übernahm (Sanierung/Erweiterung des Gebäudes; die kurz zuvor in Frage gestellten 3 Sparten, die dann aber doch erhalten bleiben sollten). — Ein künstlerischer und daneben ein kaufmännischer Leiter wären von Anfang an die richtige Alternative gewesen, ersterer hätte sich ja immer noch Intendant nennen dürfen (ohne General-). Und nicht diese Trierer Superlösung in einer Person, die dann auch noch ihren Schauspielambitionen nachgeht. — Ich bin einmal gespannt, wie es ohne Herrn Dr. Sibelius weitergeht (der ja vermutlich nicht mehr an sein Haus zurückkehren wird), welche Fliehkräfte das auf das Ensemble und die anderen künstlerisch Tätigen (insbesondere mit befristeten Verträgen) haben wird. Wäre ich hier Mitarbeiter, wäre mir in einem solchen Umfeld sehr unwohl, insbesondere vor den bevorstehenden, ja dringend notwendigen Sparwellen! Da kann man SchauspielerInnen und MitarbeiterInnen nur zurufen: “Auf einem sinkenden Schiff hilft kein Beten, sondern nur Abspringen.” Und woanders den Neuanfang zu suchen.

     
  13. Peter Buggenum

    Zitat zum Stadtrat : ” “Ja, wir haben einen Fehler gemacht, und dafür bitten wir die Triererinnen und Trierer um Entschuldigung.” Sofern dieser Satz nicht fällt, ist an einen Neuanfang bei der Institution Theater und beim Vertrauen der Öffentlichkeit in die Handlungsfähigkeit der hiesigen Politik nicht zu denken. ”

    Ja wo sind denn jetzt die Stellungnahmen der ansonsten doch so emsig hier schreibenden Stadtratsmitglieder? Herr Teuber, Frau Albrecht & Co …. beziehen sie doch dazu einmal Stellung?

    Erklären Sie doch den Bürgern einmal die Gründe für ihr Abstimmungsverhalten bei der Verlängerung des Vertrages für Herrn Sibelius.

     
    • Teuber, Sven

      Sehr gerne. Im Juli war sich der Stadtvorstand mehrheitlich einig, den Vertrag von Herrn Sibelius zu “verlängern”. Dabei konnte eine Reduzierung der Vergütung erreicht werden, die sich am Gehalt des Vorgängers orientierte. Warum war die Mehrheit für diesen Schritt und warum setze ich “verlängern” in Anführungszeichen? Nun, es war schlichtweg ein reiner Vollzug des bereits beschlossenen. Schließlich galt die damals einstimmige Wahl des Stadtrates von Herrn Sibelius für fünf Jahre bereits als gültiger Vertrag für fünf Jahre. Dass die Verwaltung dem Intendaten dann nur einen Jahresvertrag gab, hatte ausschließlich mit der anstehenden AöR Gründung zu tun. Denn dann sollte Herr Sibelius die restlichen Jahre in der Theater AöR angestellt werden. Juristisch war also allen Ratsmitgliedern im Juli klar, dass Herr Sibelius sich immer darauf berufen könnte, dass der auslaufende Vertrag lediglich auf einen organisatorischen Akt der Verwaltung begründet ist, aber er rechtlich einen Anspruch auf die einstimmige Einstellung für fünf Jahre hat. Da der OB, der Dezernent und der Stadtrat dies wusste, stand man vor der Wahl eines Arbeitsprozesses mit hoher Entschädigung bzw. Erfüllung des Vertrags für weitere vier Jahre ohne Gegenleistung oder der “Verlängerung” zu dann geringeren Konditionen monatlich. Diese geringeren Konditionen sind nun auch Grundlage für die sicherlich anstehenden Auseinandersetzung über das frühzeitige Ende des Intendantenvertrags. Da aber das Gehalt niedriger ausfällt als zuvor könnte auch eine mögliche Ablöse geringer sein, als noch vor dem Beschluss des Rates Ende Juli. Dahingehend stellt sich die Frage, ob der Beschluss Ende Juli, zu dem es rechtlich ohnehin keine Alternative gab, nicht sogar noch vorteilhaft ist, bei aller Kritik. Denken Sie doch auch darüber mal nach.

       
      • Steuerzahler

        Werter Herr Teuber,
        wollen Sie uns hiermit weismachen, dass Sie als ehemaliger Lehrer und die Stadtratskollegen im Feierabendparlament somit in weiser Voraussicht gehandelt haben und daher noch ein Extralob erwarten, da der – unausweichbare – mögliche Schaden ja so un 40 TEUR reduziert werden konnte?? Jetzt gehts aber los…

         
        • Teuber, Sven

          Ich erwarte kein Extralob, sondern nur die Wahrnehmung von Fakten, Respekt und sachliche Kritik.

           
          • Rainer Landele

            wie? weihnachten und ostern an einem tag? 😉

          • Joachim Baron

            Herr Teuber hat sich inzwischen auch den typischen Politikerreflex zu eigen gemacht: Wir drehen so lange an der Schraube nach rechts oder links bis wir alles so verdreht haben, dass wir immer noch Recht behalten. Furchtbar!

  14. Peter Buggenum

    @Herr Teuber

    danke für die Information. Ich denke gerne über Ihre Begründung nach. Bei Rückfragen melde ich mich wieder.

     
  15. Michael Frisch

    Hört sich schlüssig an, was Herr Teuber hier formuliert. Nur hat das damals keiner derjenigen, die dafür gestimmt haben, so gesagt!! Weder im Ausschuss noch in der Öffentlichkeit. Man war sich einig, Sibelius noch eine Chance zu geben. Jetzt diese andere Begründnung nachzuschieben, ist ein durchschaubares Manöver und entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Nur AfD und FDP haben damals dagegen gestimmt, weil sie davon überzeugt waren, dass sich die Dinge unter Sibelius nicht mehr zum Guten entwickeln würden.
    Im Übrigen ist es rechtlich absolut nicht so eindeutig, wie Herr Teuber es hier darstellt. Ein Ratsbeschluss ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit einem Vertrag. Diese rechtliche Unklarheit hätte man zumindest nutzen können, um eine für die Stadt günstige Auflösungvereinbarung zu schließen. Aber darüber wurde – zumindest nicht laut – nie nachgedacht.
    Stattdessen wurden seit Juli wurden weitere Steuergelder verschwendet und auch jetzt müssen wir für eine Vertragsauflösung teuer bezahlen. Das alles hätte vermieden werden können, wenn die Ratsmehrheit den Vertrag nicht verlängert hätte. Dass diese Mehrheit jetzt anfängt Legenden zu stricken, ist bezeichnend.

     
  16. Dietmar Marx

    Jetzt geht’s aber wirklich los, Herr Teuber. Listen Sie doch mal auf, was die Stadt die Weiterbeschäftigung von Herrn Sibelius seit Juli gekostet hat? Ich habe Ihnen das schon etwas weiter oben vorgerechnet. Für dieses Geld hätten Sie Herrn Sibelius im Sommer 2-oder 3mal entlassen können. Vom Schaden für das Ansehen des Theaters mal ganz zu schweigen. Jetzt kommen Sie daher und drehen die Sache so, dass wir Trierer Ihnen auch noch dankbar sein sollen. Das schlägt dem Faß den Boden aus.
    Und ich glaube nicht, dass das Gehalt für Herrn Sibelius überhaupt gekappt worden wäre, hätte Herr Thielen nicht den Vertrag veröffentlicht. Wenn ich mich richtig entsinne, sollte er das gleiche Gehalt wie vorher bekommen. Jetzt sind Sie wieder an der Reihe.

     
    • Teuber, Sven

      Sie verkennen, dass die meisten Rechnungen, die nun zu der weiteren Million führten sowie auch der Betrag aus dem Sommer aus der vergangenen Spielzeit herrühren. Dementsprechend hätte man mit einer Nicht-Erfüllung der fünf Jahre im Juli keineswegs Geld gespart, sondern eine sehr hohe Abfindung zahlen müssen und zusätzlich die jetzt transparent gemachten Rechnungen aus 2015/2016 bezahlen.

       
      • Dietmar Marx

        Also jetzt mal langsam Herr Teuber, Ihre Logik stimmt ja nicht ganz. Herr Thielen schreibt, dass Herr Egger gesagt hat, dass im Mai 700tsd € ausgegebenen waren. Von offenen Rechnungen steht da nichts. Heißt in meiner Logik, dass die nächsten 700tsd € bis zum Oktober verpulvert wurden, also in der letzten UND neuen Spielzeit, denn das Geschäftsjahr ist ja wohl gleich Kalenderjahr.
        Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder hat Herr Egger die falsche Summe genannt oder die Rechnungen waren noch nicht verbucht, was bei einer sauberen Buchführung ja wohl nicht sein kann.
        Für Ihre anderen Ausführungen bedanke ich mich, endlich mal Ross und Reiter genannt. Bezeichnend ist ja wohl, dass man von den Grünen und den Linken z.B. garnichts mehr hört.

         
  17. Peter Buggenum

    @Herr Teuber

    vorab: immerhin sind Sie bisher das einzige Ratsmitglied, das bereit ist, Stelluung zu beziehen. Das finde ich gut.

    Als unbeteiligter Trierer Bürger fasse ich einmal zusammen, wie ich das bisher verstanden haben. Ich möchte den Sachverhalt verstehen, bitte helfen Sie mir und anderen Mitlesern dabei.

    1. Herr Sibelius hat bis zur von Ihnen und Ihrer Fraktion ( CDU und Grüne natürlich auch, aber die beziehen hier ja keine Stellung) genehmigten Vertragsverlängerung bereits ohne rechtliche Grundlage 700 000.-EURO verpulvert? Wenn das zutrifft : sind Sie nicht der Meinung, dass alleine diese Tatsache strafrechtlich geahndet werden muss? Stattdessen stimmen Sie und ihre Ratskollegen einer Vertragsverlängerung eines Angestellten zu, der 700 000 Euro unberechtigt rausschmeisst? Ist das so richtig?

    2.Herr Thielen schreibt:” Den Trierer Kommunalpolitikern war die Entwicklung also spätestens im Mai bekannt. Ein wenig gesunder Menschenverstand hätte ausgereicht, um abzusehen, dass die Verschwendung weitergehen würde. Heute behauptet Egger, er habe Mitte Mai keine anderen Zahlen gekannt, als er sie bestimmten Trierer Medien übermittelt habe. Zu diesem Zeitpunkt besaß der reporter nach intensiven Recherchen aber bereits die tatsächlichen Zahlen – und konfrontierte Egger auch mit den Fakten. ”

    Wie beurteilen Sie denn die Leistung des zuständigen Dezernenten und Ihres Parteikollegen Egger ? Als Vertreter der Trierer Bürger (Sie haben doch das Wohl der Stadt Trier im Sinn???) müssten Sie und der Rat doch jetzt verhindern, dass der Hauptverantwortliche (der zwar Fehler zugibt, aber nicht zurücktreten will) noch weiterwursteln kann und in Form von Gehalt, Spesen und sonstigen Leistungen den Trierer Bürger weiteres Geld kostet. Wenn es Ihnen bei der Verlängerung des Sibelius Vertrages trotz der bis dahin bekannten Fakten um die Kostenersparnis ging: warum sind Sie nicht konsequent und helfen jetzt dabei mit, den Hauptverantworlichen zur Rechenschaft zu ziehen und gleichzeitig Geld einzusparen?

    3.Sollte die Anmerkung von Herrn Frisch zutreffen : ” Hört sich schlüssig an, was Herr Teuber hier formuliert. Nur hat das damals keiner derjenigen, die dafür gestimmt haben, so gesagt!! Weder im Ausschuss noch in der Öffentlichkeit. Man war sich einig, Sibelius noch eine Chance zu geben. Jetzt diese andere Begründnung nachzuschieben, ist ein durchschaubares Manöver und entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. ”

    Sollte diese Aussage zutreffen, haben Sie mir meine Frage nicht korrekt beantwortet. Ich kann die von Ihnen neu gelieferte Begründung nicht in den früheren Artikel vom Mai finden.

    Warum sind Sie eigentlich der Meinung,dass die aktuellen Stadtratsmitglieder noch berechtigt sind, die Interessen der Trierer wahrzunehmen? Das können Sie doch ganz offensichtlich nicht. Sollte hier nicht ein Schnitt gemacht werden? Also alle R(T)atsmitglieder sollten besser zurücktreten und einen Neuanfang ermöglichen?

    Aus Sicht eines interessierten aber unbeteiligten Bürgers bieten Sie und die meisten Ihrer Ratskollegen eine peinliche Vorstellung. Warum kleben Sie (damit meine ich alle Ratsmitglieder die diese Sibelius Entscheidung zu verantworten haben) an ihren ehrenamtlichen Pöstchen? Treten Sie doch einfach alle zurück! Nicht immer nur von Demokratie reden, sondern einfach einmal konsequent handeln. Fehler eingestehen und Konsequenzen daraus ziehen.

    Das wird natürlich nicht passieren und damit tragen Sie zur allgemeinen Politikverdrossenheit bei!

     
    • Teuber, Sven

      Sehr gerne gehe ich auf Ihre drei Punkte ein:

      Zu 1.: Strafrechtliche Verfahren obliegen der Justiz. Bis heute habe ich dazu keine Informationen erhalten, ob die Staatsanwaltschaft gegen Einzelne z.B. aus dem Theater Ermittlungen aufgenommen hat. Der Stadtrat hat seinerseits Konsequenzen in Juli gezogen, indem dem Intendaten die kaufmännische Leitung entzogen wurde. Gleichzeitig sah man im Rat aber künstlerische Qualität als gegeben an, sodass man mit dieser Kompetenzentziehung und Einsetzung eines kaufmännischen Direktors die Struktur veränderte, um eine tragfähige Lösung zu finden und einen damaligen Fehler des Rates zu korrigieren.

      Zu 2.: Dass auch wir als Fraktion und ich persönlich im Handeln des Dezernenten Fehler feststellen, haben wir mehrfach auch öffentlich festgestellt. Gleichzeitig arbeiten wir intern mit OB, Dezernent und Verwaltung daran, diese zu korrigieren. Dennoch bleibt die Verantwortung beim gewählten Dezernenten. Ein Rücktritt liegt in seiner Verantwortung, ist aber beamtenrechtlich so gestrickt, dass es den Gewählten schwer möglich ist, wenn sie sich und ihre Familie nicht komplett in Existenznot bringen möchten. Der Rat kann rechtlich nur abwählen, was allerdings natürlich auch Kosten verursacht, wenn auch weniger als das Gehalt, welches sonst monatlich bezogen werden würde, das ist richtig.

      Zu 3.: Meine Argumente zur Sachlage der Verlängerung sind keineswegs neu, sondern wurden uns so in verschiedenen Germien und Gesprächen an die Fraktion herangetragen und von unterschiedlichen Personen bei uns auch in unterschiedlichen Kreisen immer wieder geäußert. Berichterstattungen wie hier beim Trier Reporter können zwangsläufig “nur” Auszüge berichten, aber das heißt auch, dass über das hier Geschriebene auch viele andere Aspekte noch von Aktiven getätigt wurden. Darüber hinaus stelle ich hier gerne erneut fest, dass der Rat und damit auch ich sicherlich in der ein oder anderen Frage in diesem teilweise auch undurchschaubaren Spiel Fehler gemacht hat/habe. Gleichwohl ist es anmaßend für alle ehrenamtlich Aktiven Ratsmitglieder sowie dem Stadtvorstand, der ebenfalls alle Wege mit gegangen ist und mit gestimmt hat, aufgrund von einigen Fehlern in einem Themenfeld, die noch dazu zum Teil, wenn auch spät, wieder korrigiert wurden, die gesamte Aktivität für die Stadt infrage zu stellen. Schließlich gibt es noch 90% anderer Themenfelder, auch im Dezernat Egger, und hierunter gibt es eine breite Masse an erfolgreichen Entscheidungen des Rates. Dabei hat jeder seinen subjektiven Blick darauf, ob sie politisch die Entscheidungen goutieren. Und ja, scheinbar hat man sich in Herrn Sibelius und seinen Kompetenzen einstimmig im Rat und in der Verwaltung aber auch zahlreichen Personen in der breiten Bevölkerung getäuscht, was zu der Entwicklung mit führte. Aber man sollte das auch immer in den großen Kontext der weiteren Politik setzen. Das wäre fair. Ansonsten lade ich sehr ein, sich aktiv in der Politik zu beteiligen, zu kandidieren und gerne im Vorfeld an Entscheidungen mitzuwirken statt im Nachhinein nach mehr Klarheit mit dem Finger auf andere zu zeigen.

       
      • Hans Maier

        Soso, da würde das Salär um satte 1000 gekürzt, was un etwa 10% entspricht. Das würde bedeuten, dass die kaufmännische Arbeit in dem Theater nur etwa 10% ausmacht.
        Es wurde dann zusätzlich eine, sagen wir mal mit A15 bewertete Stelle geschaffen. Super Deal!
        Und der arme andere verantwortliche kann nicht abgewählt werden, weil er als Volljurist nicht in der Lage wäre seine Brötchen selber zu verdienen, mit nicht mal 50 Lebensjahren? Was soll das? Man will ihm also die vollen acht Jahre als Dezernent schenken, damit die Pension, die ausschließlich der Steuerzahler berappen muss, läuft? Was ein mieses Geschäft!

         
  18. Peter Buggenum

    @Herr Landele schreibt: “wie? weihnachten und ostern an einem tag?”

    Was möchten Sie uns denn mit diesem tiefschürfenden Kommentar mitteilen? Versuchen Sie doch einmal die Diskussion und Meinungsbildung mit Fakten zu untermauern!

    Mir ist klar, dass das viele Grüne überfordert. Vielleicht schaffen Sie es ja doch noch Herr Landele, wenn es schon mit der Rechtschreibung nicht klappt …. 🙁

     
    • Rainer Landele

      was arbeiten sie sich eigentlich an meiner rechtschreibung ab, herr buggenum?

       
  19. Peter Buggenum

    @ Herr Teuber

    Nochmals vielen Dank für das Bemühen, den Sachverhalt aus Ihrer Sicht darzustellen. Das rechne ich Ihnen hoch an!

    Sehen Sie meine nachstehenden Ausführungen konstruktiv. Eventuell hilft es Ihnen beim Verständnis, wie der “Normalbürger” die Entscheidungen des Rates und des Stadtvorstandes beurteilt.

    Zu 1: ” gleichzeitig sah man im Rat aber künstlerische Qualität als gegeben an, .. ”

    Meinen Sie nicht, dass nach den bis dahin bereits bekannten Verfehlungen eine Weiterbeschäftigung von Herrn Sibelius kategorisch auszuschliessen war? Wenn ich an meinem Arbeitsplatz (unabhängig von der fachlichen Qualifikation) ohne Genehmigung solche Summen verpulvere, ist das Vertrauensverhältnis doch zerrüttet. Das kann doch unmöglich Ihr Ernst sein? Bislang zeigt Ihre Argumentation mir lediglich, wie realitätsfern hier gedacht wird. Wie soll den die Stadt mit den Schulden zu Potte kommen, wenn die Stadtratsmitglieder solch abstruse Konstrukte verfolgen? Wer wie Sibelius unberechtigt und vertragswidrig öffentliche Gelder verpulvert, den schmeisst man raus und bietet ihm keinen neuen Vertrag an. Was ist daran so schwierig zu verstehen?

    Zu2. Zumindest gestehen Sie Fehler ein, immerhin. Für mich als steuerzahlendem Bürger kann die Konsequenz nur sein, dass alle Ratsmitglieder, die TROTZ der vorliegenden Fakten für eine Weiterbeschäftigung gestimmt haben, zurücktreten. Das ist die einzig anständige Reaktion. Ich persönlich (mit dieser Meinung stehe ich in meinem Bekanntenkreis nicht alleine) habe jegliches Vertrauen sowohl in die verantwortlichen Ratsmitglieder als auch in den zuständigen Dezernenten verloren.

    Zu Ihrem Parteifreund Egger schreiben Sie: ” Ein Rücktritt liegt in seiner Verantwortung, ist aber beamtenrechtlich so gestrickt, dass es den Gewählten schwer möglich ist, wenn sie sich und ihre Familie nicht komplett in Existenznot bringen möchten. ”

    Das hätte er sich vorher überlegen sollen. Er hätte ja einfach nur seine Arbeit machen müssen. Glauben Sie denn, dass bei irgendeinem Arbeitnehmer darauf Rücksicht genommen wird. Zeigen Sie Rückgrat und stellen Sie gegen diesen Mann einen Antrag zur Abwahl!

    Zu3.

    Sie schreiben “Gleichwohl ist es anmaßend für alle ehrenamtlich Aktiven Ratsmitglieder sowie dem Stadtvorstand, der ebenfalls alle Wege mit gegangen ist und mit gestimmt hat, aufgrund von einigen Fehlern in einem Themenfeld, die noch dazu zum Teil, wenn auch spät, wieder korrigiert wurden, die gesamte Aktivität für die Stadt infrage zu stellen”

    Das ist keinesfalls anmassend. Sie und die anderen Fraktionen haben zu einem unglaublichen Defizit beigetragen. Sie gestehen zumindest Fehler ein, das ehrt Sie. Es entbindet Sie aber nicht von Ihrer persönlichen Verantwortung. Wenn Sie sich wählen lassen und entsprechende Schäden mit verursachen, müssen Sie die Kritik auch aushalten. Ihre Argumentation demonstriert lediglich das krampfhafte Festhalten an Pöstchen und Positionen.

    ” Ansonsten lade ich sehr ein, sich aktiv in der Politik zu beteiligen, zu kandidieren und gerne im Vorfeld an Entscheidungen mitzuwirken statt im Nachhinein nach mehr Klarheit mit dem Finger auf andere zu zeigen. ”

    Merken Sie denn nicht wie entlarvend diese Aussage ist? Im Grunde genommen handle ich doch politisch aktiv, indem ich z.B. mit Ihnen diese Diskussion führe. Die Ratsmitglieder haben der Stadt mit ihrer Abnickerei der Vorgaben von der Fraktionsspitze in dieser Affäre einen riesigen Schaden zugefügt. Wenn man das klar benennt, ist das aus Ihrer Sicht ” mit dem Finger auf andere zu zeigen “.

     
  20. Rupert

    “Terror” an einem Originalschauplatz wie dem Landgericht zu spielen, hat ja sicherlich seinen Reiz. Aber ich frage mich vor dem Hintergrund der prekären Haushaltssituation des Theaters Trier nach dem Sinn der Außenspielstätten. Warum wird in regelmäßigen Abständen das Kasino am Kornmarkt bespielt? Welche Mehrkosten für Miete etc. entstehen hier? Wie lange hat sich das Theater an diese Spielstätte vertraglich gebunden? Eine Spielzeit oder gar über 5 Jahre? Auch hier sollte der Rotstift nach Umgestaltung des Spielplans angesetzt werden!

     
  21. Trier-Reporter

    @Sven Teuber
    @Dietmar Marx

    Im Gespräch zur Anfrage des reporters Mitte Mai hat Dezernent Thomas Egger angegeben, dass das im Haushalt vorgegebene Budget von 556.000 Euro für externe Honorare zu diesem Zeitpunkt (!) um 130.000 Euro überschritten ist. Das Gespräch fand im Beisein des neuen Verwaltungsdirektors Herbert Müller sowie eines Mitarbeiters des Presseamtes statt.
    Zu keinem Zeitpunkt des Gesprächs wurde durch Egger erwähnt, dass Rechnungen noch offen und/oder ungeprüft sind. Natürlich haben wir diesbezüglich nachgefragt.
    Somit ist festzuhalten, dass die inzwischen hinzugekommen 700.000 Euro Ausgaben für externe Honorare zwischen Mitte Mai und Oktober ausgegeben worden sein müssen, mithin also im laufenden Geschäftsjahr 2016 und damit sowohl vor als auch nach dem Beschluss, Karl Sibelius einen Vier-Jahres-Vertrag zu geben.

     
    • Teuber, Sven

      Das ist bestimmt richtig, aber die neuesten Zahlen zeigen ja, dass die abermalige Überschreitung auch aufgrund vieler alter Rechnungen aus der letzten Spielzeit so hoch wurde. Dies sind jedenfalls uns mündlich getätigte Aussagen. Daher meine Einschätzung folgerichtig oben dazu.

      Anm.d.Red. Das ist korrekt!

       
  22. Jürgen W

    Ich finde es gut dass Herr Teuber sich der Auseinandersetzung hier stellt – das unterscheidet ihn von den mehr als 50 anderen Stadträten und von Herrn Egger. Herr Teuber: Brinngen sie ihrem Parteifreund bitte bei dass er seinen Posten aufgeben muss. Herr Egger hatte jetzt genügende Chancen es besser zu machen und hat es immer schlimmer gemacht. wenn er seine Rentenansprüche retten will ist das nicht das Problem von uns und der Stadt. So viel Pension wie Herr Eger an verschwendetem geld verantworten muss, kann er nie als Pension kriegen.

     
  23. Marco Berweiler

    Bei dem in den letzten gut 3 Monaten zusätzlich verschleuderten Geld widerstrebt es mir zutiefst, die Lösung “Vertragsverlängerung” als vorteilhaft zu bezeichnen. Dieser Vertrag von Sibelius hätte nie und nimmer verlängert werden dürfen.

    Ob eine Nicht-Verlängerung des zunächst bis Ende Juli befristeten Vertrages irgendwelche rechtliche Konsequenzen zur Folge gehabt hätte, hätte man rechtzeitig prüfen lassen müssen und zwar von einem fähigen und vor allem fachkundigen Juristen.

    Ich meine da weder einen bestimmten Anwalt vom Bühnenverein noch einen Juristen namens Egger.

    Hier müssen Fachleute ran, denn schließlich will man mit deren Hilfe ja Geld sparen und keines unnötigerweise zusätzlich verschwenden.

    Egger ist einerseits überfordert, aber andererseits handelt er auch nach dem “Pippi-Langstrumpf-Prinzip”: Ich mach’ mir die Welt, widdewidde, wie sie mir gefällt.

    Laut seiner Aussage war Sibelius als Zeuge vor dem Gericht in Frankfurt vertreten, in Wirklichkeit hatte er aber die Stadt Trier vertreten.

    Aber unabhängig davon muss man sich auch mal die allgemeine Frage stellen, warum ein Intendant überhaupt einen 5-Jahres-Vertrag (bzw. einen 4-Jahres-Vertrag) ohne jegliche Kündigungsfrist o.ä. bekommen soll.

    Mit solchen Verträgen schaufelt man sich als Stadt doch sein eigenen Grab … genug Totengräber gibt es aktuell ja leider …

    Hieraus muss man unbedingt für die Zukunft lernen.

    Man sollte nie zweimal die gleiche Dummheit begehen, denn die Auswahl ist groß genug !

     
  24. Rupert

    Mit einem zeitlichen Abstand von gut drei Jahren interessant zu lesen: Der damalige Aufruf, das Engagement “Pro Ensemble-Theater Trier”: https://www.openpetition.de/petition/online/pro-ensemble-theater-trier. Andererseits auch traurig, insbesondere für die damaligen Unterstützer, dass die Ausgangslage von 2013 sich dann so entwickelt hat, wie wir sie heute 2016 vorfinden. Auf die “Rezepte” der Unternehmensberatung ICG, die seinerzeit erarbeitet werden, um zusätzliche 400.000 Euro pro Jahr einzusparen, kann man ja sicherlich noch kostenlos zurückgreifen!

     
  25. Rupert

    Hier müsste demnächst von den politisch Verantwortlichen doch einmal über die Sparten diskutiert werden, ggf. hin zu einem Bespieltheater, wie das 2013/14 verhindert wurde, aber vor dem Hintergrund einer solch prekären Lage dringend geboten scheint. Auch stellt sich mir die Frage, warum das Modell eines Haustarifvertrags seinerzeit so schnell verschwand. Bei 220 Mitarbeiter(innen) sind die Personalkosten doch ein wesentlicher Kostenblock, dazu die jährlichen Tariferhöhungen, die doch entsprechend ins Gewicht fallen.

     

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