Theater Trier – Schauspiel-Sparte blutet aus

Zusammen mit Schauspieldirektor Ulf Frötzschner wird auch das Gros der Schauspieler das Theater verlassen.

TRIER. Zehn von insgesamt zwölf Schauspielern werden das Theater Trier am Ende der aktuellen Spielzeit von sich aus verlassen. Nur Barbara Ullmann und Klaus-Michael Nix, die schon länger am Theater sind, bleiben am Kulturhaus. Das hat das Theater am Freitag mitgeteilt. Ferner werden Dramaturg Adrian Jager und Regieassistentin Anne Sokolowski dem Haus den Rücken kehren.

Mit dem freiwilligen Abschied des nahezu kompletten Ensembles blutet die erfolgreichste Sparte am Theater regelrecht aus. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Caroline Stolz vom Theater in Pforzheim zur neuen Saison Ulf Frötzschner als Schauspieldirektorin ersetzen wird. Stolz wird sich nun ein neues Ensemble suchen müssen.


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Bleiben werden nur Ullmann und Nix, die bereits länger am Theater beschäftigt sind. In der Theater-Branche ist es üblich, dass die Vertragsverlängerungen oder -auflösungen bei befristeten Kontrakten bis zum 31. Oktober des Vorjahres über die Bühne gehen. In Trier wurde diese Frist wegen der unklaren Verhältnisse um Ex-Intendant Karl Sibelius zunächst bis zum 31. Dezember und danach auf Wunsch der Schauspieler und in Absprache mit Verwaltungsdirektor Herbert Müller noch einmal bis zum 28. Februar verlängert, weil auch die Nachfolge von Frötzschner bis vor kurzem noch ungeklärt war.

Nun steht fest: Alle Schauspieler, die von Frötzschner nach Trier geholt worden waren, werden das Theater zusammen mit dem Thüringer verlassen. Damit verliert das Kulturhaus das Gros seines Schauspiel-Ensembles. Für das Theater bedeutet das nach Einschätzung mehrerer Beobachter eine deutliche Schwächung des künstlerischem Niveaus. Die Schauspielsparte zeichnete für so erfolgreiche Produktionen wie “Der Zauberberg” verantwortlich.

Die Intendanten-Stelle soll weiterhin bis zum April ausgeschrieben werden. (et)


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3 Kommentare zu Theater Trier – Schauspiel-Sparte blutet aus

  1. Lola

    Das Kulturhaus wird in kürzester Zeit mit neuen und auch wieder tollen SchauspielerInnen bestückt werden können, denn der Markt ist übervoll mit Talenten und arbeitssuchenden KünstlerInnen. Das sollte keine Schwierigkeit darstellen. Das sind aber letztlich weiterhin die Auswirkungen des Personaldesaster vom Friedensforscher und vom Volljuristen.

     
  2. Peter Johannes Becker

    Wird alles gut? Wir müssen und können in Trier komplett neustarten. Neuer Dezernatsleiter, neuer Theaterintendant, neue Schauspieler. Nur Gebäude und die hiermit verbundene Platznot bleibt die gleiche. Auch am Konzept wurde bislang nichts geändert. Aber gerade hier muß gehandelt werden. Um erfolgreiches Theater machen zu können, bedarf es mehr als nur neuem Führungspersonal und Darsteller. Wir müssen auch über neue Konzepte, Strukturen und Synergien nachdenken und diese umsetzen, sonst ist auch das neue Personal gescheitert. Hierzu gehört in erster Linie auch die Abschaffung des sog. “Kulturausschusses”.

     
  3. Anne Klahr

    Wie man inzwischen lesen konnte, gehen die Schauspielerinnen und Schauspieler alle an sehr gute Häuser: in Festengagements ans Theater Bremen, Schauspiel Frankfurt, Theater Göttingen, Stadttheater Ingolstadt, Theater Oberhausen, Staatstheater Saarbrücken und als Gast an das Theater Bielefeld, Theater Biel in der Schweiz und Staatstheater Wiesbaden.

     

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