Träume und Erinnerungen der letzten 40 Jahre

Mit einer spannenden analog-digitalen Performance gibt Barbara Heinisch dem Festgeschehen den ihm gebührenden künstlerischen Rahmen. Fotos: Rolf Lorig

 

TRIER. Eine Institution, die Europäische Kunstakademie, feiert in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum. Und viele Menschen, Bürger aus Deutschland, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und etlichen weiteren Ländern, feiern mit. Am Donnerstag eröffnete Kulturdezernent Thomas Schmitt in Anwesenheit von zahlreichen Gästen und Künstlern die zweite Jahresausstellung mit Arbeiten der Dozenten, darunter Claus Bach, Sebastian Böhm, Simone Busch oder Tine Drefahl, die unter dem Titel ‟Dreams and Memories‟ steht.

Von Rolf Lorig

Träume und Erinnerungen, ein passender Titel für ein solches Jubiläum. Persönliche Erinnerungen an den 1994 verstorbenen Professor Erich Kraemer, den legendären Gründer der Europäischen Kunstakademie, werden einige der Anwesenden vermutlich noch gehabt haben. Thomas Schmitt trug dem Rechnung, erinnerte an den umtriebigen Professor der damaligen Fachhochschule, der schon früh den europäischen Gedanken gelebt hatte. Doch Schmitt schwelgte nicht nur in Erinnerungen, er unterstrich auch das Verdienst der heutigen Leiterin, Gabriele Lohberg. Sie hat in ihrer Amtszeit enge Verbindungen zur Universität Trier und weiteren benachbarten Hochschulen geknüpft und das bestehende Miteinander zur Hochschule Trier weiter intensiviert. Dadurch habe sie die Europäische Kunstakademie ‟zu einem Ort der Kreativwirtschaft‟ gemacht, betonte der Dezernent.

Kulturdezernent Thomas Schmitt bei der Begrüßung der Gäste in der europäischen Kunstakademie. Fotos: Rolf Lorig

Respekt für Gabriele Lohberg

Erinnerungen mit der Kunstakademie in Trier hat der Fotograf Klaus Bach eine ganze Menge. Der gebürtige Weimarer kam vor rund 20 Jahren auf Empfehlung von Bodo Korsig nach Trier. ‟Damals trafen hier Personen aufeinander, die unterschiedlicher nicht hätten sein können‟, schmunzelte Bach rückblickend und wusste in der Folge das Publikum mit einem Sack an amüsanten Rück- und Einblicken zu unterhalten. Dabei bekundete er aber auch seinen Respekt vor der Leistung von Gabi Lohberg, die er als den ‟weiblichen Impresario‟ der Einrichtung bezeichnete: ‟Es ist mir ein Rätsel, wie Sie den Stress die ganzen Jahre ausgehalten haben…‟

Die so Gelobte lächelte still in sich hinein, wollte sich aber nicht weiter zu dem Thema äußern. Dabei hätte sie mit Sicherheit einiges über die Anstrengungen berichten können. Denn es gibt immer mehr kulturelle Angebote ringsum und folglich wird es auch immer schwerer, die jährliche Zahl von 1300 Studierenden, aber auch die Dozenten bei der Stange zu halten, wie sie dem reporter bereits in einem früheren Gespräch berichtet hatte. Doch an diesem Tag war von ihrer Seite aus davon keine Rede. Vielmehr bedankte sich die Leiterin bei all denen, die die Europäische Kunstakademie durch tätige Mitwirkung in den 40 Jahren unterstützt haben. Angefangen beim früheren Oberbürgermeister Helmut Schröer, der in seiner Amtszeit den heutigen Standort der Akademie durchgesetzt hatte und an diesem Abend abermals als Förderer – Schröer ist Verwaltungsratsvorsitzender der Stiftung Marienburg – anwesend war. Lohbergs Dank galt aber auch anderen Fördern wie der Kulturstiftung, der Sparkasse Trier oder dem Kultursommer Rheinland-Pfalz. Ohne deren Unterstützung sei das Angebot der Europäischen Kunstakademie in dieser Form nicht vorstellbar.

Eine Torte für die Chefin: Die Belegschaft bedankt sich bei Gabriuele Lohberg (2. von rechts) für das langjährige gute Miteinander.

Multimediale  Performance “The Wall”

Und da ein weiblicher Impresario auch das Marketing im Auge behalten muss, nutzte Lohberg die Gelegenheit, auf www.public-art-trier.de, das jüngste Projekt der Kunstakademie zusammen mit den Trierer Hochschulen, das Kunst in Trier aus dem 19. und 20. Jahrhundert dokumentiert und kartographiert, aufmerksam zu machen.

Jetzt war eigentlich der Moment gekommen, an dem Lohberg zu der multimedialen  Performance “The Wall” von Barbara Heinisch, Ray Lohr, Dinah-Laurien Müller, Engelbert Felten und des Video-Künstlers Melting überleiten wollte. Doch bevor sich die Zuschauer auf den Weg machen konnten, meldeten sich erst einmal die Mitarbeiter der Akademie zu Wort. Im Namen der Belegschaft bedankte sich Jörg M. Snijder bei der Chefin für das gute Miteinander. Und natürlich hatte man auch den passenden Kuchen mitgebracht. ‟Keinen selbst gebackenen‟, bedauerte Snijder, ‟aber wir kannten da jemanden, der das kann…‟

Dass der Konditor in der Tat sein Handwerk versteht, davon konnten sich nach der spannenden Performance die Festgäste dann selbst überzeugen.

Musikalisch lang der Abend in den späten Stunden zu den Klängen der Band ‟FeliNi’s‟ im Hof der Europäischen Kunstakademie aus.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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