Trier: Kleinwohnungen sind am teuersten

Den neuen Mietspiegel stellen Presseamtschef Hans-Günther Lanfer, Bürgermeisterin Birk, F+B-Geschäftsführer Michael Clar und Wohnungsamt.Mitarbeiter Achim Klaar vor. Fotos: Rolf Lorig

Den neuen Mietspiegel stellen Presseamtschef Hans-Günther Lanfer, Bürgermeisterin Birk, F+B-Geschäftsführer Michael Clar und Wohnungsamt.Mitarbeiter Achim Klaar vor. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Die Stadt Trier hat einen neuen Mietspiegel. Vorgestellt wurde er durch Bürgermeisterin Angelika Birk und Michael Clar vom beauftragten Hamburger Institut F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH.

Angelika Birk ist zufrieden. Der vom Stadtrat in Auftrag gegebene Mietspiegel sei fristgerecht vorgelegt worden und das Ergebnis eines gutes Gemeinschaftswerkes. Beteiligt waren neben der Stadtverwaltung und dem Hamburger Institut 17 verschiedene Partner – von Vertretern der Fraktionen über Wohnungsbaufirmen, Baugenossenschaften bis hin zum Jobcenter und Amtsgericht. Entstanden ist ein Werk, das laut Bürgermeisterin Birk allen Mietern und Vermietern Rechtssicherheit geben kann. Mieter hätten damit auch die Möglichkeit, unberechtigten Mieterhöhungen entgegenzutreten.

Bei der sich anschließenden Präsentation war eines Geschäftsführer Michael Clar besonders wichtig: “Mietspiegel geben einen Überblick über die ortsübliche Miete im freifinanzierten Wohnungsbau. Sie gelten aber nicht für Sozialwohnungen.“ Der nun vorliegende Mietspiegel basiere auf einer wissenschaftlich abgesicherten Datenerhebung und gelte somit bei Streitigkeiten über die Höhe der ortsüblichen Miete vor Gericht als Beweismittel. Das wiederum helfe, zu einer außergerichtlichen Einigung beizutragen.

Teil des Mietspiegels ist eine Wohnlagenkarte mit drei Einteilungen: einfach, mittel und gut.  Jeder Interessent hat damit die Möglichkeit adressenscharf nachzuschauen, in welche der Kategorien sich seine Wohnanschrift befindet. Für die Beurteilung der Wohnlage wurden die Bebauungsdichte, der Wohnumfeldstatus, die Infrastrukturausstattung, die Zentralität und die Beeinträchtigung durch Lärm und Geruch ermittelt.

Auch die Größen der Wohnungen wurden unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass Wohnungen unter 25 m2 eine andere Mietenstruktur haben als größere Objekte. Deshalb habe man für diese Wohnungen eine eigene Mietspiegeltabelle erstellt. Diese Tabelle weise aus, dass Im Mittel die Mieten für Kleinwohnungen zwischen 9,50 und 12,50 Euro liegen. Am preiswertesten seien mittelgroße Wohnungen zwischen 50 – 80 m2 aus den Baujahren  1949 – 1971. Hier würde im Schnitt um die sechs Euro Miete für den Quadratmeter gezahlt. Hat die Wohnung aber mehr als 80 m2, steigt der Mietpreis wieder an: “Wegen der höheren Nachfrage.“

Angelika Birk und Michael Clar präsentieren den neuen Mietspiegel

Angelika Birk und Michael Clar präsentieren den neuen Mietspiegel

Bezogen auf alle Wohnungen habe sich erwiesen, dass in Trier der Quadratmeterpreis für Wohnungen zwischen 5,80 und 12,65 Euro liege. Im Durchschnitt komme man auf 6,62 Euro.

Beachtet wurde auch die Wirkung der energetischen Gebäudequalität auf die Miethöhen. Hier habe sich gezeigt, dass wie in vielen anderen Städten auch, die energetische Gebäudequalität sich nur in einem geringen Ausmaß im Mietpreis niederschlage: “Würde der Vermieter die Modernisierungskosten in vollem Umfang weitergeben, käme es rasch zu Mieterhöhungen zwischen zwei und drei Euro pro Quadratmeter.“

Der neue Mietspiegel sei bereits von den Vermieter- und Mieterverbänden anerkannt und könne damit vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates zum 1. Juli in Kraft treten, sagte Michael Clar. Bürgermeisterin Birk sieht aufgrund der bereits getätigten Zustimmung der betroffenen Gruppen an dieser Stelle keine Probleme.

Gedruckte Exemplare des Mietspiegels sind gegen eine Zahlung von sechs Euro bei der Stadtverwaltung Trier erhältlich. Wer sich dagegen im Internet informieren will, kann dies dagegen ab Freitag, 1. Juli, kostenlos tun. Der Link dazu: www.trier.de/mietspiegel (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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