Trifolion: Prominente Namen, vielfältiges Programm

Für das kommende halbe Jahr präsentieren Ralf Britten und seine Veranstaltungsleiterin Anne Mahler einen bunten Veranstaltungsstrauß. Foto: Rolf Lorig

ECHTERNACH. Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, August Zirner und Natalia Wörner – nur einige wenige prominente Namen, mit denen das Echternacher Kulturzentrum Trifolion auch im kommenden Halbjahr wieder die Menschen in die kleine Luxemburger Grenzstadt locken will. Am Donnerstag stellten Trifolion-Direktor Ralf Britten und Bürgermeister Yves Wengler, zugleich auch Präsident des Trifolions, Medienvertretern das Programm des kommenden halben Jahres vor.

Kultur in der Grenzregion hat einen Namen: das Trifolion. Vor zehn Jahren ins Leben gerufen, hat sich das kulturelle Zentrum der Stadt Echternach “trotz eines massiv gewachsenen Veranstaltungsmarktes” längst etabliert, stellt Yves Wengler zufrieden fest. Und in der Tat: Wenn es in der Grenzregion um kulturelle Angebote geht, führt am Trifolion kein Weg vorbei. Rund 170 Veranstaltungen gibt es dort jährlich, “ein gelungener Mix, der aus eigenen Angeboten und tourenden Shows sowie aus diversen Kongressen besteht”, erläutert Ralf Britten. Im aktuellen Fall sind das eine Fülle von Veranstaltungen, deren Bogen sich vom Schulkonzert über ein Konzert für Babys und Kinder (23. November) bis hin zum Auftritt von Götz Alsmann (11. Oktober) oder einer Schottland-Ausstellung mit integriertem Whisky-Tasting (11. Januar) spannt.

Trifolion Literatur

Den Auftakt bestreiten hier die beiden aus dem Münchener Tatort einem breiten Publikum bekannten Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, alias Ivo Batic und Franz Leitmayr. Das Schauspieler-Duo stimmt mit dem Dickens‘ Klassiker “Eine Weihnachtsgeschichte“ (12. Dezember) auf die Weihnachtszeit und Zeit der Nächstenliebe ein, indem sie mit der Begleitung ihrer Band die wunderschöne Geschichte um den Geizhals Ebenezer Scrooge lebendig werden lassen.

Mit “Der kleine Prinz“ des Autors Antoine de Saint-Exupéry (1. Februar) verzaubert ein weiterer literarischerer Klassiker das Publikum. Der aus Film- und Fernsehen nicht mehr wegzudenkende Schauspieler August Zirner kommt ebenfalls mit musikalischer Begleitung (dem bekannten Jazzbassisten Kai Struwe am Kontrabass), um der Figur des kleinen Prinzen Leben einzuhauchen. Dass August Zirner nicht nur ein vielseitig begabter Schauspieler, sondern gleichsam auch Musiker ist, beweist er, wenn er bei der Lesung seine Querflöte ansetzt.

Die deutsche Schauspielerin Natalia Wörner liest am 27. Januar aus dem von Presse und Lesern hochgelobten ersten Teil der Neapolitanischen Saga “Meine geniale Freundin“ der Autorin Elena Ferrante. Sowohl das Buch als auch die Identität der Autorin, die unter dem Pseudonym Ferrante schreibt und anonym bleiben möchte, sind von der internationalen Fachpresse hochgelobt worden, werden in Europa und den USA millionenfach verkauft und liegen in vielen Ländern auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten.

Mit den beiden jeweils in Luxemburg und Deutschland lebenden Gebrüdern Nico und Guy Helminger treten am 17. Januar  zwei luxemburgische Autoren im Rahmen der Veranstaltungsreihe TRIFOLION Literatur auf, welche in ihrer deutsch-luxemburgischen Lesung aufzeigen, wie unterschiedlich ihre Werke und wie verschieden ihre persönlichen Schreibstile sind.

Funk and Soul: Bei “MOTOWN – Die Legende” am 5. November lebt die Nusik von Diana Ross & The Supremes, Marvin Gaye, Stevie Wonder, Smokey Robinson oder den Jackson 5 wieder auf. Foto: Andi Juchli

Konzert & Entertainment

Als immer wieder gerngesehener Gast kommt der Chansonnier Götz Alsmann am 11. Oktober mit seinem neuen Programm “In Rom“ ins Trifolion. Doch auch andere Konzertveranstaltungen sorgen für musikalische Sternstunden. Die Show “Motown“ (5. November) bringt die funkigen Hits der 70er Jahre von Diana Ross, Marvin Gaye oder den Jackson 5 auf die Bühne, die 12 Tenors (10. Januar) offerieren im Rahmen ihrer Best of-Tour ein breites Programm der Musikgeschichte, die “Billie Holiday Story“ (10. Februar) lässt die traurige Geschichte einer der ersten großen Jazz-Diven hautnah erleben und “ABBA Gold“ (16. Januar) und die “Johnny Cash Road Show“ (25. November) lassen vergangene Zeiten aufleben.

In die Beine geht es vor allem, wenn der Tanzboden auf der Bühne des Trifolion ausgelegt wird, wobei den Tanzstilen keine Grenzen gesetzt werden: Von irischem Stepptanz von “Rhythm of the Dance“ (20. Januar) bis hin zu einem Querschnitt der Musik-und Tanzstile von Rock’n’Roll, Swing bis hin zum Disco Fox in der Tanzshow “Don’t Stop the Music“ (8. Februar). Doch auch spannende Symbiosen wie Breakdance zu klassischer Musik werden erprobt. “Breakdance meets Klassik- Breakin‘ Mozart“ (8. Dezember) kombiniert akrobatische Breakdance-Moves mit Musik aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart.

Neben Musical- und Tanzshows, sorgen in der Vorweihnachtszeit die Original Bolschoi Don Kosaken (13. Dezember) und die Christmas Stars (9. Dezember) für Gänsehaut. Der Lëtzebuerger Lidderchouer (16. November) bringt ein Programm aus alten luxemburgischen Liedern in einer neuen und zeitgemäßen Bearbeitung für Erwachsenen- und Kinderchor auf die Bühne, bei dem alte, bekannte Lieder neu entdeckt werden können.

Kinder & Schule

Für das junge Publikum hält das Trifolion wieder eine Mischung aus schulischen Veranstaltungen und Familienaufführungen bereit, um Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft für Kultur zu begeistern.

Mit den Familienveranstaltungen sollen vom Baby mit den “Woodpecker“- Konzerten (23.-25. November) bis hin zum Kind und Jugendlichen alle Altersklassen angesprochen werden.

Mit Max & Moritz, dem Dschungelbuch und SimsalaGrimm erleben die jungen Zuschauer und Eltern die Stars der Kinderbuchliteratur in Form von Theaterstücken und Musicals auf der Bühne. Doch auch Konzerte mit Kinderliedern werden vom Lëtzebuerger Lidderchouer zu hören sein. Das Besondere dabei: Musik von Kinder für Kindern, denn neben dem Erwachsenenchor werden auch junge Sänger des Kinderchors auf der Bühne zu erleben sein.

Für Schüler und Lehrer stehen zwei Vormittagsproduktionen auf dem Programm, um einen Schultag der besonderen Art zu erleben, das Rabauken-Duo Max & Moritz sowie eine bilinguale deutsch-französische Theateraufführung des Märchen Rapunzel, bei dem die jungen Schüler im Wechsel der beiden Sprachen spielerisch an Fremdsprachen herangeführt werden.

Kabarett & Comedy

Die Reihe “Echter’Comedy” vereint spöttisches Luxemburger Kabarett, deutsche One-Man Comedy und philosophisches Kabarett am Klavier.

Das Ensemble Batter Séiss (20. Oktober) stellt sich die Frage “Wéi krank ass dat?“, wenn es mit einem humorvoll-kritischem Blick auf die skurrilen Phänomene der heutigen Gesellschaft schaut, während Christian Ehring, bekannt aus dem politischen Satire Magazin “Extra3“ (ARD) und der “heute Show“ (ZDF), am 2. Februar “Keine weiteren Fragen“ als Titel seines neuen Solo-Programms wählt.

Kabarett und Philosophie am Klavier- dafür steht Hagen Rether, der am 7. Dezember im assoziativen Gedankenspiel zum kritischen Mitdenken und Schmunzeln anregt. Der Abend mit Hagen Rether am Klavier lässt sich am besten mit Musikkabarett und Philosophie an 88 Tasten beschreiben, Rether spielt, denkt und bietet Denkanstöße, legt den Finger in die Wunde und lässt Musik und Kabarett zu einem Gesamterlebnis werden.

Kongress &  Seminare

Die Schönheit Schottlands veranschaulichen eine Fotoausstellung und zwei Whisky-Tastings im November und Januar. Foto: Charly Schleder

Neben den beiden Whisky-Tasting Seminaren, bei denen die Besucher ihre Kenntnis über die Entstehung und die Besonderheiten des irischen Whiskys erweitern können, bietet das Kultur- und Kongresszentrum der Stadt Echternach  auch in der zweiten Hälfte des Jahres im Rahmen der Echternach Tourismus Tage (ETT) wieder Fachseminare  rund um das Thema Tourismus, die sich besonders  an Fach- und Führungskräfte aus dem Bereich Tourismus, Freizeit und Hotellerie wenden. Von Oktober bis Dezember 2018 stehen Themen wie Pressearbeit und Storytelling sowie Marketing mit kleinem Budget in der Tourismus-Branche im Mittelpunkt.

Carte blanche

Mit der Carte Blanche bietet das Trifolion Echternach eine Plattform für kulturelle und gesellschaftliche Begegnungen, die besonders denjenigen Menschen eine Bühne bietet, die sich im Ehrenamt, auf Vereins- oder im Schulleben mit viel Leidenschaft und Herzblut der Kultur widmen und mit eigenen Auftritten die breite Gesellschaft, Menschen aller Altersgruppen, Familie, Freunde und Bekannte für Kultur begeistern. Neben den Dozenten (Les Enseignants sur scène) und Schülern der Musikschule der Stadt Echternach wie etwa beim alle zwei Jahre stattfindenden “Spectacle de Danse“, ist hier auch die Harmonie Municipale mit ihren feierlichen Neujahrskonzerten vertreten.

Thé Dansant

Nach dem großen Erfolg der ersten “Thé Dansant“ – Edition im Trifolion bietet das Echternacher Kulturzentrum am 28. Oktober wieder ein “Thé Dansant“ an. Ein Tanztee, bei dem zu Kaffee und Kuchen und Live-Musik von Jos Schartz & Yves Schmartz für alle Tanzbegeisterten Echternachs und der Region Gelegenheit besteht, ihre Liebe zum Tanz zu verschiedenen musikalischen Stilrichtungen und zum gesellschaftlichen Beisammensein zu verbinden. (-flo-)

 

Ein Gewinn für die Grenzregion

Ein Kommentar von Rolf Lorig

Mit einem beeindruckenden Gesamtpaket ist das Trifolion Echternach in sein neues Halbjahresprogramm gestartet. Ralf Britten setzt mit seinem kleinen Team alles daran, Menschen aus der Region über die Grenzen hinweg zusammenzuführen. Ein ehrgeiziges Vorhaben angesichts eines nicht gerade kleinen Veranstaltungsmarktes in der Region.

Über 300.000 Besucher in zehn Jahren zeigen aber, dass ein solches Vorhaben gelingen kann. Für die Region Trier ist das schmucke Trifolion, das sich mancher sehr gut hier in der Stadt vorstellen könnte, mit seinem abwechslungsreichen Angebot ein echter Gewinn. Denn das Kulturzentrum in der Abteistadt wird in erster Linie vom luxemburgischen Staat und der Gemeinde finanziert. Wichtiger aber noch sind die grenzüberschreitenden Projekte, die hier realisiert werden. Ein Beispiel dafür ist das “Interregionale sinfonische Blasorchester Eifel-Ardennen”, das grenzüberschreitend Musiker zusammenführt und am 23. September im Trifolion seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen wird. Gerade in der Zeit, in der oft über die Existenz eines vereinten Europas debattiert wird, ist ein solches Orchester ebenso mutgebend wie die Arbeit von grenzüberschreitenden Musikschulen, wozu auch die in Echternach (Konzert am 16. Dezember) zählt.

Trotzdem ist Ralf Britten noch nicht zufrieden. Der umtriebige Eifelaner würde nur zu gerne noch eine Perle der Region in seine Veranstaltungsreihe “Trifolion Literatur” einbinden: das Eifel Literaturfestival. Wenigstens einer Lesung dieses Festivals in seinem schicken Haus ein breites Forum geben, das wäre sein Wunsch. Für Festivalchef Josef Zierden könnte das Ambiente und vor allem das europäische Publikum ebenfalls ein Gewinn sein. Ob die beiden Kulturmacher für die ein oder andere Veranstaltung zusammenkommen werden, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Aber ein Gewinn für die Grenzregion wäre auch das.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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