…und dann kommt Máxima…

Mit einer echten Charmeoffensive erfreut das königliche Paar die Besucher auf dem Porta Nigra-Vorplatz. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Am heutigen Donnerstag hat das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima der ältesten Stadt Deutschlands einen Besuch abgestattet. Neben der Porta Nigra, dem Dom und der Liebfrauenkirche war auch das Rheinische Landesmuseum Ziel des königlichen Besuchs.

Vor der Porta Nigra hat Rolf Lorig für den reporter den königlichen Zwischenstopp miterlebt.

Mittwochmorgen, kurz nach 8 Uhr vor der Porta Nigra. Die ersten Zaungäste suchen sich ihren Platz entlang den Absperrungen. Die Sonne hat an diesem Morgen wegen des Hochnebels keine Chance. “Schade, dass die Sonne nicht scheint”, sagt eine Besucherin. Die ebenfalls schon wartenden Fotografen teilen ihre Meinung nicht. Es ist hell, und eine klare Sicht verspricht beste Arbeitsbedingungen. Zudem sorgt der Nebel hoch oben für ein weiches Licht. Ideal zum Fotografieren.

Er hat mit seiner Flagge den besten Ausblick

Nur zögerlich kommen die Trierer und Niederländer auf die seitlichen Bereiche des Porta Nigra-Vorplatzes. Doch es ist ja noch früh, der königliche Besuch wird erst gegen 9.15 Uhr erwartet. Die Ministerpräsidentin nutzt die Zeit, begrüßt gemeinsam mit ihrem Mann, dem früheren Oberbürgermeister Klaus Jensen, schon mal die Gäste. Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe, dekoriert mit der Goldenen Amtskette, ist schon anwesend. An seiner Seite ist seine Frau, die Universitätsprofessorin Andrea Sand. Mit ihrem Kopfschmuck, einem roten Hut, hat sie sich dem royalen Besuch angepasst.

Fehler als Sympathiebonus

Eine Besuchergruppe hat ein großes Transparent mitgebracht:  “Willem-Alexander, Herr von Dasburg” ist da in den niederländischen Nationalfarben zu lesen. Stichwort Nationalfarben. Die Fahnenmasten vor der “Trier-Information” haben die Nationalflaggen gehisst. Ein niederländischer Kollege bemerkt den Fehler: Die Farben zeigen Blau-Weiß-Rot statt Rot-Weiß-Blau. “Herr Bürgermeister, unsere Fahne hängt falsch herum”, ruft er Oberbürgermeister Wolfram Leibe zu. Doch der kann da jetzt auch nichts mehr machen. “Dass da ein Fehler unterlaufen ist, sollte die als unfehlbar geltenden Deutschen doch eigentlich sympathisch erscheinen lassen”, witzelt einer der Besucher.

Begrüßung an der Porta Nigra: Oberbürgermeister Wolfram Leibe und seine Frau Andrea Sand heißen das königliche Paar in Trier willkommen.

Es ist noch Zeit bis zur Ankunft des Königspaares. Ich nutze diese und frage das Stadtoberhaupt, wie er den gestrigen Abend beim Essen der deutsch-niederländischen Wirtschaftsdelegation mit dem königlichen Paar erlebt hat. Er habe gemeinsam mit der Ministerpräsidentin am Rande der Veranstaltung Gelegenheit gehabt, sich etwas länger mit König Willem-Alexander und Königin Máxima zu unterhalten, antwortet der Oberbürgermeister. Es habe einfach Freude gemacht mitzuerleben, wie das Königspaar auf die Menschen zugehe, wie es sein Interesse bekunde und wie völlig unverkrampft man mit dem Paar doch ins Gespräch treten könne. Weder der König noch die Königin seien zuvor in der Stadt gewesen, wohl aber sei ihnen Trier schon alleine über die Städtepartnerschaft mit der niederländischen Stadt s’Hertogenbosch bestens bekannt und man habe sich ausgezeichnet informiert gezeigt.

Offizielles Willkommen in Trier

Und dann ist es soweit: Um 9.09 Uhr, einige Minuten vor der protokollarisch angesetzten Zeit, fahren hinter der Porta Nigra die Motorradeskorte und die Limousinen der Gäste, die nach Informationen des reporters in einem 4-Sterne-Hotel in der Nähe des Gerichtes übernachtet haben, vor. Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Wolfram Leibe stehen mit ihren Begleitungen bereits parat. Als erste verlässt Königin Máxima auf der Fahrerseite den Wagen. Der König steigt einen Herzschlag später aus, gibt seiner Frau so Gelegenheit, um den Wagen zu eilen. Einen Moment lang halten sich die drei Paare im Schatten der Porta Nigra auf. Jetzt kann Oberbürgermeister Wolfram Leibe die königlichen Gäste nun auch ganz offiziell in Trier willkommen heißen.

Die kleine überreicht Königin Máxima zum Willkommen einen Blumenstrauß und König Willem bedankt sich bei ihr mit einem Händedruck.

Dann setzt sich die Gruppe in Bewegung, erste “Máxima!”-Rufe werden laut. Bestens gelaunt schreiten die drei Paare schon von ferne winkend in Richtung Hauptmarkt. Doch den wird das königliche Paar so nicht sehen, denn schon nach wenigen Metern endet die Wegstrecke an einer Linie, die die Sicherheitsleute am Morgen auf die Platten geklebt haben. Hier ist der Punkt für das offizielle Foto. Doch die Fotografen und Kameraleute haben schon längst mit ihrer Arbeit begonnen.

Blumen für die Königin

König Willem kennt keine Berührungsängste.

Und dann kommt noch ein kleines Mädchen, überreicht der Königin ein Blumensträußchen und bekommt zum Dank vom König einen Händedruck. Dann trennt sich das königliche Paar: Königin Máxima geht zu den Menschen auf der Seite der “Trier-Information”, König Willem-Alexander übernimmt die Menschengruppe an der Simeonstraße. Wieder werden Rufe laut, es wird gewunken, Hände werden geschüttelt. Und immer wieder nutzen die Menschen die Gelegenheit, das jeweilige Mitglied der königlichen Familie von nahem zu fotografieren oder sogar ein Selfie mit einem Royal zu machen. Weder Willem-Alexander noch Máxima haben Berührungsprobleme, schütteln geduldig unzählige Hände und scheinen die Begegnungen in Trier ausgiebig zu genießen.

Rasch ein Selfie mit der Königin…

Der Zeitplan drängt

Doch irgendwann drängt das Protokoll. Es ist Zeit, der Dom und die Liebfrauenkirche sind die nächsten Besuchsstationen, wo das Paar bereits von Bischof Stephan Ackermann erwartet wird. Kurz vor dem Einsteigen in die Fahrzeuge gibt der Oberbürgermeister dem königlichen Besuch noch einige Worte mit auf den Weg. Dann rollen die Fahrzeuge los, das Publikum löst sich auf. Jetzt ist es wieder ein ganz normaler Mittwochmorgen.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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