Untreue-Verdacht – AfD sieht sich bestätigt

AfD-Chef Michael Frisch. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Fast acht Monate, nachdem die AfD-Fraktion Strafanzeige gegen Ex-Kulturdezernent Thomas Egger und Ex-Theater-Intendant Sibelius gestellt hat, wurde jetzt von der Staatsanwaltschaft Trier ein Ermittlungsverfahren wegen “des Anfangsverdachts der Untreue” aufgenommen. “Die AfD-Fraktion begrüßt diese Entscheidung der Staatsanwaltschaft außerordentlich. Denn damit wird endlich auch die strafrechtliche Seite einer Affäre aufgearbeitet, die den Trierer Steuerzahler mindestens drei Millionen Euro gekostet hat”, betont der Trierer AfD-Chef Michael Frisch in einer Pressemitteilung von Montagabend.

Schließlich könne “es nicht sein, dass die beiden Hauptverantwortlichen für das finanzielle Desaster am Theater einfach aus den rechtlichen Folgen ihres Fehlverhaltens entlassen werden. Genau dies aber war die Absicht der übrigen Ratsfraktionen. Um vom eigenen Versagen abzulenken, wollte man möglichst schnell wieder zur Tagesordnung übergehen. So zahlte man Herrn Sibelius für die Auflösung seines Vertrages eine Abfindung in Höhe von 300.000 Euro und entließ Herrn Egger mit einer vollständigen beziehungsweise teilweisen Gehaltsfortzahlung bis Januar 2018 und einer monatlichen Pension von 2300 Euro bis an sein Lebensende”, so Frisch.

Ohne die Strafanzeige der AfD-Fraktion wäre es bei diesen “Konsequenzen” für eine Steuerverschwendung größten Ausmaßes geblieben, kritisiert der Landtagsabgeordnete. “Denn auch von den Stadtratsfraktionen, die Egger und Sibelius bis zuletzt Rückendeckung gaben, hat niemand Verantwortung für den entstandenen Millionen-Schaden übernommen. Umso erfreulicher ist es, dass jetzt die juristischen Verantwortlichkeiten von einer unabhängigen Instanz geklärt werden – nicht zuletzt im Hinblick auf mögliche Schadensersatzforderungen seitens der Stadt. Selbstverständlich ist damit keine Vorverurteilung verbunden. Sollten aber am Theater gesetzliche Bestimmungen missachtet worden sein, dann ist es zwingend notwendig, die Schuldigen auch zur Rechenschaft zu ziehen. Alles andere würde das Rechtsempfinden unserer Bürger schwer beschädigen.” (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured 3 Kommentare

3 Kommentare zu Untreue-Verdacht – AfD sieht sich bestätigt

  1. Freud

    Ich hoffe, Herr Frisch prangert im gleichen Maße Rechtsbrüche, Meineide und Unregelmäßigkeiten bei der Aufstellung von AfD-Wahllisten innerhalb seiner eigenen Partei an. Leider ist davon von ihm weder etwas zu lesen noch zu hören.

     
  2. Vorzeigedemokrat

    ja, auch ein blindes Huhn findet vielleicht mal ein Korn, Herr Frisch! Aber den Skandal an sich haben Sie ja auch nicht bemerkt, oder, wurde ja eher vom trier-reporter aufgedeckt!? Im Fußballjargon würde man sagen, Sie haben klassisch abgestaubt!

     
  3. Vorzeigedemokrat

    Nachtrag zur tollen AfD, die hier mal vielleicht ein Korn gefunden hat: “Die Stellvertreterin von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke, Steffi Brönner, legt ihre Ämter nieder. Als Begründung sagte sie, die Partei besetze zentrale Funktionen mit Rechtsextremisten. Keiner ihrer Vorstandskollegen könne sich mit Unwissenheit herausreden. Die thüringische AfD mache bewusst rechtsextremes Gedankengut salonfähig, so Brönner.” Quelle: SWR Aktuell

     

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