Veganes Angebot: Top-Platzierung für Uni-Mensa

TRIER/STUTTGART. Maultaschen mit Spinat-Lauchzwiebel-Füllung auf Zwiebel-Champignon-Schmelze, Pastinaken-Steckrüben-Rösti auf Gemüse-Kartoffel-Cassoulet, Lasagne von Berglinsen mit Tomatensoße: Studierende können in deutschen Hochschulmensen immer besser vegan schlemmen. Das hat eine Umfrage von PETA in Kooperation mit dem Deutschen Studentenwerk unter allen 58 Studierendenwerken ergeben. 43 von ihnen nahmen schlussendlich an der Befragung teil. Die vierte Auflage des Vegan-Rankings der Universitätsgastronomie hielt einige Überraschungen bereit, so dass die Tierrechtsorganisation das Bewertungsspektrum erweitert hat: In den Mensen von sechs Studierendenwerken können sich Studierende nach PETA-Angaben “derart gut tierleidfrei ernähren”, dass dafür vier Sterne verliehen wurden. Daneben schafften es 24 Mensen, darunter die Mensa Tarforst des Studierendenwerks Trier, mit drei “Vegan-Sternen” in die Topriege. Acht Hochschulkantinen erhielten zwei Sterne, Nachholbedarf besteht bei fünf Verpflegungseinrichtungen, die jeweils noch einen Stern bekamen.

Das Studierendenwerk Trier mit seiner Mensa Tarforst und der angeschlossenen Mensateria forU nimmt nach zwei Jahren wieder am Ranking teil und schafft es, den dritten Stern zu holen. An zwei Tagen in der Woche bringen im veganen Kochen geschulte Köche veganes Stammessen auf den Teller, an zwei weiteren Tagen ein Wokgericht. Vegane Eintöpfe sind immer vorhanden. Das Highlight für hungrige Studierende ist allerdings die Möglichkeit, sich online einen (veganen) Burger zu ordern und frisch zubereitet abzuholen.

Mit drei Sternen im Mensa-Ranking 2017 wurden außerdem ausgezeichnet: Bochum, Bonn, Bremen, Chemnitz, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Freiburg, Hamburg, Karlsruhe, Kassel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mainz, München, Oldenburg, Osnabrück, Ost-Niedersachen/Braunschweig, Schleswig-Holstein/Kiel, Tübingen, Würzburg. Zwei Sterne erhielten Frankfurt am Main, Göttingen, Halle, Hannover, Paderborn, Potsdam, Saarbrücken und Ulm. Auf den letzten Plätzen wurden die Mensen der Studierendenwerke Aachen, Bielefeld, Niederbayern/Oberpfalz, Siegen und Stuttgart mit je einem Stern bedacht.

Besonders intensiv beschäftigen sich die Mensen in Augsburg, Berlin (Mensa FU Veggie N°1), Essen/Duisburg, Erlangen/Nürnberg Heidelberg und Koblenz mit veganer Ernährung. Dort gibt es täglich mehrere pflanzliche Gerichte zur Auswahl, Themenkochkurse, kostenfreie Ernährungsseminare, vegane Kochbücher zum Ausleihen, Vorträge und Aktionswochen. Dafür gab es vier Sterne und das Prädikat “Herausragend” im Ranking.

“Ethik und Umweltbewusstsein haben sich einen festen Platz in den deutschen Hochschulmensen erobert”, so René Schärling, Fachreferent für Ernährung bei PETA. “Studierende wählen gezielt gesunde, klima- und tierfreundliche pflanzliche Gerichte und die Studierendenwerke nehmen diese Wünsche ernst. Wir freuen uns über diese Entwicklung!”

“Vegane Gerichte auch unter Großküchen-Bedingungen zuzubereiten, ist eine Stärke der Studentenwerke”, erklärt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), in welchem die 58 Studenten- und Studierendenwerke zusammengeschlossen sind. “Die Hochschulgastronomie der Studentenwerke, zu der mehr als 400 Mensen bundesweit gehören, ist hervorragend eingestellt auf die unterschiedlichen Ernährungsweisen und Erwartungen der Studierenden. In der Mensa werden alle glücklich, auch Veganerinnen und Veganer.”

Die Mensen wurden nach verschiedenen Aspekten bewertet. Berücksichtigt wurden neben dem Umfang des veganen Angebots auch Details wie die Bereitstellung von Pflanzendrinks für den Kaffee oder spezielle Mitarbeiterschulungen. Das Augenmerk lag zudem auf Aktionstagen, regelmäßiger Werbung für vegane Gerichte und weiterführendem Engagement für eine vegane Ernährung, da dies die Nachfrage nach veganen Gerichten erfahrungsgemäß steigert. PETA möchte alle Mensen und Kantinen dazu anregen, ihr Angebot an veganen Speisen weiter auszubauen und dies gegenüber den Studierenden und Gästen auf vielfältigen Wegen kreativ zu kommunizieren. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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