Vergänglich-romantische Lichterkaskaden

Mit einem prachtvollen Feuerwerk zog das Zurlaubener Heimatfest Zigtausende in das alte Fischerdorf an der Mosel. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Abertausende haben am Samstagabend das Zurlaubener Heimatfest besucht. Der absolute Höhepunkt des Abends war das traditionelle Feuerwerk, mit dem das heimische Unternehmen “Steffes-Ollig Feuerwerk” einmal mehr eindrucksvoll seinen Weltmeisterstatus unter Beweis stellte.

Von Rolf Lorig

21.15 Uhr, auf Schneidershof, dem Gelände der Hochschule Trier. Vom Rummelplatz in Zurlauben schallen die typischen synthetischen Geräusche der Fahrgeschäfte, unterlegt vom Juchzen der Kirmesplatzbesucher, die in der Gondel der riesigen Überschlagschaukel die Momente zwischen Entzücken und Entsetzen in vollen Zügen genießen. Diese Geräusche mischen sich mit anfeuernden Schreien und rhythmischen Klatschen, mit denen das Publikum auf der Festwiese die “Pratzbähnt” aus Irsch zu musikalischen und stimmungsmäßigen Höchstleistungen antreibt. Während auf der Freitreppe vor der Bühne der Betrieb bereits gut ist, zeigt der Blick über die Festmeile, dass es noch viel Platz für feiernde Trierer und ihre Besucher gibt. Doch der Abend ist noch jung.

Logenplatz Schneidershof

Auf der zur Mosel hin gelegenen Wiese der Hochschule haben es sich, teils auf Decken, immer aber mit Getränken, bereits etliche Menschen gemütlich gemacht. Kaum jemand ist alleine da, entweder sind es kleine Gruppen von Studierenden oder junge Familien, die es sich auf dem abschüssigen Hang zur Mosel hin bequem gemacht haben. Keine Frage: das ist der Logenplatz, von hier aus hat man den besten Blick über das bunte Treiben unten im ehemaligen Fischerdorf.

21.35 Uhr. Auf der Mosel tuten lautstark Schiffshörner. Zwei kleinere Ausflugsschiffe legen vollbesetzt ab, verlassen zu einer abendlichen Ausfahrt ihre Liegeplätze. Mehr als ein Dutzend Motorboote treiben nahezu bewegungslos vor dem Bootshaus, sind für das kommende Spektakel dort vor Anker gegangen.

Die beengten Platzverhältnisse während der letztjährigen Baumaßnahmen am Hochwasserdamm sind endgültig Geschichte. Die Schausteller haben den Platz, den sie für ihre Attraktionen brauchen. Ebenso wie die Besucher, die zielstrebig in aller Ruhe über den Damm Richtung Festgeschehen flanieren. Egal, wo sie sich später während des Feuerwerks befinden werden – kein Baum verhindert mehr mit seiner Krone den Blick auf das kommende Pyrospektakel. Es ist eine wunderbar entspannte Atmosphäre an einem angenehm lauen Sommerabend.

22 Uhr. Die Dämmerung ist angebrochen. Ganz langsam, kaum wahrnehmbar, setzt die Beleuchtung vor den historischen Bauten wie Dom, Gangolf und Basilika. ein. Auch die Sportboote auf der Mosel haben ihre Positionslichter gesetzt.

Vorspiel am Himmel

22.30 Uhr. Blaulicht vor der Kaiser-Wilhelm-Brücke. Kein Grund zur Sorge, seit etwa einer Stunde hat die Polizei wegen des kommenden Feuerwerks die Brücke für den Autoverkehr gesperrt. Der Blick über die Festmeile zeigt: jetzt sind die Menschen da. Volle Wege und dicht besetzte Wiesen auf dem Hochwasserdamm.  Noch eine halbe Stunde Zeit bis zum Feuerwerk.

22.35 Uhr. Erste Raketen steigen zum Himmel. Allerdings nicht in Zurlauben. Irgendwo in den Höhenstadtteilen, auf Mariahof oder Kernscheid, so genau ist das jetzt nicht mehr zu erkennen, wird ebenfalls gefeiert.

22.40 Uhr. Auch in Trier-Nord explodieren Feuerwerkskörper. Wer dort feiert, hat eine Menge Geld in die Hand genommen. Vom Schneidershof aus verfolgen die Menschen die Lichterkaskaden. Es ist ein passendes Vorspiel auf das, was sich gleich in Zurlauben ereignen wird.

23 Uhr. Seit ein paar Minuten pausiert die Band “Pullmann” auf der Festbühne. Irgendjemand zählt am Mikrophon einen Countdown runter. Und pünktlich auf die Sekunde schießt von der Palliener Wiese an der Mosel die erste Rakete des eigentlichen Feuerwerks in den Himmel. Genau 15 Minuten lang ziehen Helmut Reuter und sein Team alle Register ihres Könnens, zaubern eine atemberaubende vergängliche Lichterpracht in den Himmel und zünden damit im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerwerk der guten Laune. Riesige Lichterkaskaden tauchen die historische Kulisse für Sekunden in ein romantisches, farblich ständig wechselndes Licht, sorgen für zahlreiche “Ahs” und “Ohs” sowie begeisterten Szenenapplaus.

23.15 Uhr. Gerade ist die letzte Rakete verglüht. Jetzt sind die Schiffe am Zug. Mit ihren gewaltigen Signalhörnern spenden auch sie den Feuerwerkern den verdienten Applaus für deren Arbeit. Dann erklingt wieder Musik von der Festbühne. Der Abend auf der Festmeile geht weiter.


Drucken
Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.