Von Bärbel I. zu Katja I.

Rund 40 Wein-Majestäten aus dem In- und Ausland geben der Krönung von Katja I. den passenden Rahmen. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Ein würdiger Auftakt für das Olewiger Weinfest: Gut 40 Wein-Majestäten aus dem In- und Ausland waren am Mittwochabend in das Weindorf gekommen, um mit ihrer Anwesenheit der Krönung von Katja Leiendecker den gebührenden Rahmen zu geben. Und auch die Trierer Bürger zeigten Flagge: Freie Plätze waren auf der Festwiese Mangelware.

Von Rolf Lorig

Welch eine Spannung! Wochenlang hatte es bestes Wetter bei heißen Temperaturen. Und dann das: Ausgerechnet am Krönungstag gab Petrus der Natur den Regen, nach dem sie gierig dürstete. Für Peter Terges, Kopf und Seele des Olewiger Weinfestes, aber kein Problem: “Ich habe mich mit meinem Namensvetter da oben unterhalten und gesagt, dass um 18 Uhr die Festwiese wieder trocken sein muss.” Nun, angesichts der Situation kommt man nicht umhin festzustellen, dass der Draht von Peter Terges zum Wettergott offenbar ganz heiß ist…

Das Olewiger Weinfest ist im Terminkalender aller Weinmajestäten aus dem In- und Ausland fest verankert.

Olewiger stehen auf Traditionen

Bei angenehmen Temperaturen ging das 70. Olewiger Weinfest damit an den Start. Die Olewiger halten viel auf Traditionen, was nicht nur die langjährige Folge an Weinfesten unter Beweis stellt. Tradition hat auch die Begrüßung der Gäste durch Peter Terges, der mit seiner gastfreundlichen Art nahezu fast jeden der Anwesenden persönlich willkommen heißt. Und wer aus irgendwelchen Gründen dann doch nicht in seiner Liste auftauchen sollte, der wird eben, wie die Weinkönigin des Jahres 2016, Ninorta I., etwas später mit einer herzlichen Umarmung im Kreis der Olewiger Familie begrüßt.

Und ganz klar: Das Olewiger Weinfest führt zusammen. In seltener Einmütigkeit sitzen da die Fraktionen des Stadtrates an den Tischen. Und auch der Stadtvorstand ist mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Bürgermeisterin Elvira Garbes und Baudezernent Andreas Ludwig prominent vertreten. Und da in Olewig die Buschtrommeln bestens funktionieren und Peter Terges so stets auf dem neuesten Stand ist, konnte der auch gleich die Neuigkeit an alle Gäste des Abends weitergeben. Er habe gehört, dass Ratsmitglied Tobias Schneider diese Woche noch ein strammes Programm vor der Brust habe, denn “Du traust Dich zu heiraten.” Der Bräutigam nickt stolz, die Menschen applaudieren und beglückwünschen das junge Paar.

Das Olewiger Weinfest ist auch das Fest von Stadtvorstand und Ratsmitgliedern.

Die neue Generation kommt

Eines kann man Peter Terges nicht vorwerfen: Dass er seinen Auftritt nutzt, um seine Person in den Vordergrund zu stellen. Nein, Terges ist ein Teamplayer. Er bedankt sich ausdrücklich bei dem Geschäftsführer der Vereinigung der Olewiger Winzer, Franz Kick; dem Musikverein Trier-Tarforst unter der Leitung von Franz-Josef Schmitt; beim Moderator des Abends, dem singenden Kellermeister Horst Schmidt; den bisherigen Sponsoren, früheren Weinköniginnen und ganz besonders bei zwei jungen Männern: Georg und Felix Nell, die in der Vereinigung der Olewiger Winzer die kommende Generation repräsentieren. Ja, es stimme, dass ein Weingut auf eigenen Wunsch aus der Vereinigung ausgeschieden sei und dass diese Vereinigung jetzt nur noch aus den Betrieben G.F. von Nell, dem Weinhaus St. Annenhof und seinem eigenen Weingut bestehe, bestätigt Terges. Da die Vereinigung aber auch Zukunft haben soll, habe man kurzfristig Georg und Felix von Nell hier aufgenommen. Dass das ein guter Entschluss war, dessen ist sich Terges sicher: “Das sind zwei Aktivposten, die sind einfach nicht zu bremsen.”

Dass man den Schwung und Elan von Peter Terges einfach nur bewundern kann, brachte der OB bei seiner Begrüßung zum Ausdruck: “Ein herzliches Willkommen an alle hier auf der Peter-Terges-Festwiese”, rief er ins Publikum und schickte dann auch gleich einen Handlungsauftrag an Ortsvorsteherin Petra Block: “Jetzt müssen Sie das umsetzen.”

Der traurigste Moment einer Weinkönigin: Die Amtszeit ist zu Ende, Bärbel I. legt ihre Krone ab.

“Was einer nicht schafft, schaffen viele”

Dass Trier laut einer nationalen Umfrage in diesem Jahr der beliebteste Ort zum Wohnen und Arbeiten war, liege sicherlich auch in der Art der hier lebenden Menschen begründet, die gut zu feiern wüssten, was ja auch das Olewiger Weinfest Jahr für Jahr neu unter Beweis stelle, unterstreicht der OB in seinem kurzen Grußwort.

Als erste Schirmherrin des Festes stellt sich Melanie Welsch vor. Die Regionaldirektorin der Volksbank Trier hält es kurz und spritzig. In den kommenden Tagen werde man den Schirm nur als Sonnenschirm nutzen können, verspricht  sie. Und nutzt die Gelegenheit, einen Vergleich zwischen den Olewiger Winzern und dem vor 200 Jahren geborenen Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem Gründer der Genossenschaftsbanken, herzustellen: “Sein Motto, was einer nicht schafft, da schaffen viele, das hat auch heute noch Gültigkeit, wie wir es auch an diesem Abend erleben können.”

Frauenpower: Bärbel I., Katja I. und Schirmherrin Melanie

Über 50 Termine in vier Ländern

Und dann ist Bärbel I. mit ihrer Verabschiedung am Zug. Sie habe im zurückliegenden Jahr über 50 Termine in vier Ländern besuchen können, berichtet sie und merkt an, dass der Höhepunkt dabei eine Woche in China war, wo sie bei Begegnungen Kontakte zu vielen Menschen und Institutionen in Peking, Shanghai und Triers Partnerstadt Xiamen habe knüpfen können. Dass sie das mit großem Charme und zur freudigen Überraschung der Chinesen immer in deren Landessprache getan hat, betont der OB. Die studierte Sinologin will sich jetzt verstärkt weiter auf ihr kommendes Berufsleben konzentrieren und hofft darauf, der Stadt und dem Wein auch in Zukunft dienlich sein zu können.

Der Beginn einer neuen Amtszeit: Katja I. wendet sich, moralisch unterstützt von Peter Terges, erstmals an die Trierer Bürger.

Ein Wunsch geht in Erfüllung

Nachdem Bärbel Ellwanger ihre Krone abgelegt hatte, ruft Moderator Schmidt Katja Leiendecker – sie ist an diesem Abend in prominenter Männergesellschaft, wird von Vater Lothar, dem früheren Stürmerstar der Eintracht, und Onkel Helmut, dem singenden und schauspielernden Trierer Original, begleitet – auf die Bühne. Die versammelten Weinmajestäten applaudieren, als Bärbel Ellwanger Katja I. zur 70. Olewiger Weinkönigin krönt. Die 22-Jährige strahlt über das ganze Gesicht, freut sich von Herzen auf ihre nun vor ihr liegende Regentschaft. Die Weinköniginnen und ihre Kleider habe sie schon als kleines Mädchen bewundert, lacht die Lehramtsstudentin später ins Mikrofon. Mit der heutigen Krönung, sagt sie, sei ein großer Wunsch für sie in Erfüllung gegangen. Und zitiert ihren Onkel Helmut, der nun sagen würde: “Sauwer!”

Am heutigen Donnerstag laden die Olewiger Winzer zu einem Traditonsabend in den Klostergarten ein. Neben Musik und Tanz kommen auch alte Weine zu niedrigen Preisen zum Ausschank. Der Erlös des Abends kommt einem Kinderhilfsprojekt in Tansania zugute.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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