Von Marx bis Datenautobahn

Diskussion am runden Tisch. Foto: Birgit Pfaus-Ravida

TRIER. Das erste gemeinsame IRT-Forum ‟Wirtschaft und Kultur“ nahm in der Handwerkskammer Trier (HWK) wichtige Themen für die Region ins Visier. Den Auftakt machte die Karl-Marx-Ausstellung 2018. Zu diesem kulturellen Highlight anlässlich Marx‘ 200. Geburtstags werden über 150.000 Besucher erwartet. Bisher sind 120 Programmideen und Projekte rund um das Jubiläumsprogramm der Ausstellung an Bord, ob Marx-Musical mit Guildo Horn oder eine Porträt-Reihe ‟Wir sind Marx“. ‟Ideen sind noch willkommen!“, sagte Rudolf Hahn von der Ausstellungsgesellschaft.

Wie zufrieden sind Unternehmen?

Die IRT-Standortumfrage, wie Unternehmen die Region bewerten, stellte Dr. Christian Fisch von der Universität Trier vor. Wichtige Themen waren dabei Breitbandinfrastruktur, Erreichbarkeit und Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften. Die Gesamtnote für Trier als Wirtschaftsstandort: 2,6, also eine solide 3+. Tendenziell ist die Zufriedenheit in der Stadt Trier ein wenig höher als im Umland. Verbesserungswürdig insgesamt: die nicht sehr hohe Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften, die auch der nicht optimalen Verkehrssituation geschuldet ist, sowie die Breitbandversorgung. Vor allem in ländlichen Gebieten gibt es noch viel Nachholbedarf. 40 Prozent der Unternehmen erwarten wegen mangelhafter Breitbandversorgung in den nächsten zwei Jahren Probleme. Die IRT-Studie und Berichte von Teilnehmern aus den Landkreisen zeigen, dass sich die Prozeduren zum Ausbau der Breitbandversorgung oft sehr lange hinziehen.

Dauerbrenner: Verkehrssituation

Die Zufriedenheit der Unternehmen und die Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften könnten sich durch den Bundesverkehrswegeplan 2030 verbessern. Über entsprechende regionale Initiativen zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur berichtete Dr. Matthias Schwalbach, Geschäftsführer der Handwerkskammer. ‟Auch das ist ein zentraler Standortfaktor“, sagte er. Der Verkehrswegeplan sei nun verabschiedet, deutschlandweit stünden jetzt 270 Milliarden Euro zur Verfügung – für Fernstraßen, Schienen und Schifffahrt. Als regionale Projekte rund um Trier stünden weiterhin der A1-Lückenschluss und der Moselaufstieg auf der Agenda. ‟Die entsprechenden Gesetze wurden im Dezember 2016 verabschiedet“, informierte Schwalbach. Probleme gebe es immer noch bei der Anbindung von Trier an den Schienenpersonennahverkehr. Seit 2014 fahre kein Fernverkehrszug mehr von und nach Trier. ‟Eine ganze Region ist abgehängt!“, monierte Schwalbach. Man setze sich für die Unterstützung der Landesregierung ein, damit die Region wieder in den Fernverkehr einsteigen könne.

Pkw-Maut schadet der Region

Viel diskutiert bleibt auch die PKW-Maut. ‟Europa wehrt sich“, so Wilfried Ebel von der IHK Trier. In der Region sei eine solche Maut eine Gefahr für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Luxemburg und gefährde die Arbeit auf der Ebene der Großregion. ‟Das wäre ein Dämpfer!“, betonte Ebel. Der Bundesrat habe die Empfehlung abgegeben, in Grenzregionen Ausnahmen zu machen. Die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft der IHKn der Großregion habe den Bundesverkehrsminister auch diesbezüglich konkret angeschrieben. Die Antwort des Ministers stehe noch aus, werde aber eher negativ erwartet. Schwalbach betonte zum Abschluss dieses Themas noch einmal: ‟Es gibt in der Region eine große Ablehnung quer durch alle Parteien gegen diese Maut!“ (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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