Von Sterntalern, Handwerkern und heißen Getränken

Der Mond, die Sterne und die Verkaufsstände – das ist der Sterntalermarkt im Brunnenhof. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Bei bestem Wetter ist am Freitag die vierte Auflage des Sterntalermarktes im historischen Ambiente des Brunnenhofes an den Start gegangen. Nach den Anfängen 2014 in Zurlauben ist es nun der dritte Sterntalermarkt im Herzen der Stadt. Mit seinem romantischen Ambiente und der hier angebotenen Handwerkskunst hat er sich innerhalb kürzester Zeit in die Herzen der Bewohner dieser Stadt katapultiert.

Von Rolf Lorig

Über die Milchstraße am Mond vorbei zur Erde auf den Brunnenhof – so könnte der galaktische Fahrplan des kleinen Weihnachtsmarktes im Schatten der Porta Nigra aussehen. Veranstaltungstechniker Toby Urban von der ausrichtenden Kulturkarawane hat auch in diesem Jahr mit seiner Lichtshow einmal mehr nach den Sternen gegriffen. Und das mit Erfolg, wie die Reaktion der Zuschauer zeigt, die den Brunnenhof betreten. Fast alle bleiben erstmal stehen, weiden sich mit den Augen an dem bunten Lichtspektakel, das zu einer langen Betrachtung einlädt.

Handwerkliche Produkte von kleinen Unternehmern

Wer dann an jeden einzelnen der insgesamt 29 Stände tritt, dem erschließt sich ein weiteres Erlebnis. “Alle unserer Aussteller sind kleine Unternehmen, die handgemachte Arbeiten aller Art aus Holz, Stoff, Keramik oder Papier anbieten. Systemanbieter, die en gros auf den Weihnachtsmärkten mit ihren Produkten vertreten sind, sucht man bei uns vergebens”, erläutert Kulturkarawane-Sprecher Jochen Leuf die Philosophie des Marktes. Oft werde er gefragt, weshalb der Sterntalermarkt nur an einem Wochenende veranstaltet werde, sagt er. “Die Antwort ist, dass dies eben wegen unserer Aussteller nicht anders möglich ist. Die können nicht eben mal eine ganze Woche oder länger auf einem Markt bleiben.” Viele der Anbieter würden noch einem anderen Beruf nachgehen.

Doch wo kommen die Anbieter her? Im Prinzip aus ganz Deutschland, sagt Leuf und verweist darauf, dass in diesem Jahr Verkäufer beispielsweise auch aus Berlin und Leipzig kommen. Bedingt durch andere Veranstaltungen der Kulturkarawane sei man in der komfortablen Situation, nicht um Händler buhlen zu müssen. “Wir haben so viele Anfragen, denen können wir aus Kapazitätsgründen längst nicht alle zusagen.” Weshalb man in jedem Jahr mit einem Mix von 50 zu 50 an den Start gehe. “Etwa die Hälfte der Händler waren schon mal da, die andere Hälfte ist neu.”

Mit Freunden abhängen und die Seele baumeln lassen…

“Wer trinkt heißes Bier?”

Erstmals dabei ist Robert Russell. Der junge Engländer ist Inhaber des “Hop Shop” in der Neustraße und verkauft dort verschiedene Biersorten. Im Brunnenhof bietet er Glühbier an. In seinem Shop hat er neun verschiedene Weihnachtsbiere, das Glühbier aber gibt es nur exklusiv auf dem Sterntalermarkt. Frage an ihn: “Wer trinkt denn heißes Bier?” Robert Russell lacht: “Na die Engländer, wer sonst?” Und klärt dann rasch auf, dass dieses Getränk in Großbritannien eine lange Tradition hat. Für die Herstellung seines Getränkes nimmt er dunkles Lager, setzt Nelken, Zimt, Honig, Zucker, Ingwer und Muskat zu und würzt das Ganze mit einem Schuss Cointreau. Hat das Ausganggetränk noch einen Alkoholgehalt von 4,5 vol.%, kommt das fertige Produkt schließlich auf etwa 7-8 vol.%

Und wie reagieren die Trierer darauf? Wieder lacht der junge Engländer. Kaum jemand habe bisher von Glühbier gehört. Einigen komme das so merkwürdig vor, dass sie sich kaum trauen würden, das ungewohnte Bier zu probieren. Doch wer es einmal verkostet habe, wolle in der Regel dann auch noch ein zweites haben. Also startet der reporter den Selbstversuch und – stimmt! Ein süffiges Getränk, ideal für einen kühlen Abend.

Wer es aber weniger exotisch mag, auch dem wird hier auf dem Brunnenhof geholfen. Glühviez und Glühwein sind natürlich ebenfalls vertreten. Und wem danach ist, kann es sich auf den Liegestühlen am Rande des Geschehens mit seinem Getränk gemütlich machen und die Sterne der Lichtshow auf sich wirken lassen.

Geöffnet hat der Sterntalermarkt heute noch bis 22 Uhr. Am morgigen Samstag ist er von 11 bis 22 Uhr geöffnet und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 1 Kommentar

Kommentar zu Von Sterntalern, Handwerkern und heißen Getränken

  1. Gisela S.

    Es ist wieder wunderschön um die Porta – besonders im Dunkeln eine Augenweide. Welches Potential hier noch brach liegt in der Stadt wird aufgezeigt. Es sollte den Geschäftsleuten und Hausbesitzen der Altstadt ein Vorbild sein , was man mit Licht aus den Fassaden machen kann – auch das ganze Jahr über .Während die ´´Bunker ´´ von Kaufhof und Karstadt in Finsternis erstrahlen , ein paar Lichterketten in den Fenstern der Touristinfo baumeln – anstatt auch Lichteffekte zu nutzen usw usw , bewirbt die Stadt den Wintertourismus in Elsass-Lorraine z.B. an den Bushaltestellen. Die Tourismusexperten der Stadt sollten mal eine Exkursion nach Metz machen , um zu sehen , was man hier alles nicht macht und nutzt . Immer schön beim alten bleiben – es hat noch immer gereicht…. Danke an die Kulturkarawane und wir freuen uns schon alle nächste Woche auf Zurlauben.

     

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