Weihnachtlicher Flashmob in der Uni-Mensa

Orchester und Chor machen den Anfang, und unter dem Einsatz von “Nikolaus” Mariano Chiacchiarini stimmen denn auch die Studierenden ein. Foto: Universität Trier

TRIER. Das war eine Überraschung: Das “Collegium Musicum” bescherte der Uni Trier einen Weihnachts-Flashmob. Studenten der Hochschule (Fachbereich: Intermediales Design) haben das Ereignis in Zusammenarbeit mit der Uni Trier gefilmt.

Von Clemens Sarholz

“Da hab ich doch glatt Gänsehaut und ganz nostalgische Gefühle hinsichtlich meiner Studienzeit in Trier”, schreibt Tina Hähle auf Facebook unter das Video, das Musiker bei einer Darbietung in der Universität Trier zeigt. Die Musiker – Orchester und Chor des Collegium Musicum – liefern den Mensagästen, scheinbar spontan, eine Darbietung des Weihnachtsklassikers “O, du fröhliche”. Verziert ist der Kommentar mit einem Smiley mit Herzchenaugen.

Das Ganze ereignete sich für die Mensagäste völlig unerwartet, an einem ganz normalen Mittwochmittag, während die Studenten essen und sich unterhalten. Einer blättert in einem Magazin, ein anderer füttert sein Kind im Kinderwagen. Ein Witzbold im Nikolauskostüm sitzt am Tisch und isst. Es ist 12.30 Uhr.



Da erklingt der holzig, tiefe Klang eines Fagotts. Die Leute drehen sich um. Mirella Wagner bläst “O du fröhliche“ an. Dem “Nikolaus” scheint die Darbietung zu gefallen, denn er schaut sehr interessiert. Ein Bläserquartett kommt von irgendwoher, findet sich neben Wagner und stimmt mit ein. Der Klang strömt in die Mensa und wird allmählich immer lauter.

Die Musik wirkt wie ein Sog. Die Leute folgen ihr ohne nachzudenken. Von einem Moment zum anderen verwandelt sich die Mensa. Der Bischof-Nikolaus entpuppt sich als Mariano Chiacchiarini, der Leiter des Collegium Musicum. Er dirigiert. Bratschen und Geigen steigen in die Melodie mit ein, während Celli, ein Kontrabass und eine Tuba ihr ein Fundament geben.

Und der Präsident singt mit

Eine Frau tanzt bei der Essensausgabe und trägt ein amüsiertes Lächeln. Dreimal hört man die Melodie von “O du fröhliche“. Dann setzt der Chor ein. “O, du fröhliche, o, du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“, singen 50 Sängerinnen und Sänger aus allen Ecken, von den Treppen herunter, vom Esstisch aus. Bässe, Tenöre, Soprane und Altstimmen erzählen aus der Weihnachtsgeschichte. Der Präsident der Universität Michael Jäckel singt auch mit. Die Leute haben ihr Essen oder ihre Zeitungen aus dem Auge verloren und achten nur noch auf die Musik.

12.34 Uhr. Die Mensagäste klatschen. Die Musiker ziehen sich zurück. Was bleibt? Freudige Gesichter. Außerdem die filmische Dokumentation. Ein Team von Studierenden der Hochschule (Fachbereich: Intermediales Design) hat Wind von der Aktion bekommen und die ganze Geschichte festgehalten.

Den Flashmob organisierte das Collegium Musicum aus einer Stammtischlaune heraus. “Lass uns doch was zu Weihnachten machen“, hatte Mirella Wagner angeregt. An einem Dienstagabend nach der Orchesterprobe, im Glashaus an der Uni. Das brachte ihr auch die Rolle als Solistin ein. Und für ihre Idee musste sie nicht groß werben, das Collegium Musicum war spontan dabei. Und was sagt der Maestro dazu? Mariano Chiacchiarini: “Wir wollten als Collegium Musicum ‘Hallo’ sagen und zeigen, dass wir da sind. Die Idee war, den Menschen hier an der Universität ein kleines Weihnachtsgeschenk zu machen und der Uni etwas zurückzugeben.“

Film
Philipp Köhn – Kamera und Editor
Yaar Harel – Kamera
Manuel Flesch – Kamera
Lukas Busch – Kamera
Clemens Sarholz – Kamera
Sarah Heitz – Ton

Das Collegium Musicum

Das Collegium Musicum der Universität Trier wurde als Orchester im Sommersemester 1977 von Professor Karl Berg gegründet. 1983 wurde der Chor auf Wunsch der Universitätsleitung ins Leben gerufen, um das musikalische Geschehen an der Universität abzurunden. Seit Januar 2011 ist Mariano Chiacchiarini der musikalische Leiter des Collegium Musicum.

Der Chor zählt etwa 130 Mitglieder, das Orchester etwa 70. Gemeinsame Proben, Zusammensein und vor allem die Konzerte von Chor und Orchester in den vergangenen Jahren in St. Maximin, der Pfarrkirche Heiligkreuz, im römischen Amphitheater und im Audimax haben sich zu einem regionalen Herzstück für die Verbindung von Universität, Fachhochschule, Studierenden, Lehrenden und der Region bis Luxemburg entwickelt.

Wer dabei sein möchte, wenn im nächsten Semester Vaughan Williams “A Sea Symphony“ unter dem Konzertmotto “Das Meer“, aufgeführt wird, der ist gerne bei den Proben gesehen:

Das Orchester probt dienstags um 19 Uhr, der Chor mittwochs um 18.45 Uhr.

Das nächste Konzert gibt es am 10. Februar in St. Maximin. Dann führt das Collegium Musicum Werke von Verdi, Rossini und Mascagni unter dem Motto: “All‘ italiana!“ (deutsch: auf italienische Art) auf. (cs)


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Erstellt am Autor Clemens Sarholz in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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