Werner fordert Lärmschutz an Westtrasse

Die Bahn nutzt die Trierer Westtrasse verstärkt für den Güterverkehr.

Die Bahn nutzt die Trierer Westtrasse verstärkt für den Güterverkehr.

TRIER. “Wir als Linke begrüßen die Reaktivierung der Westtrasse für den Personenverkehr grundsätzlich, sehen aber die zunehmende Nutzung der Strecke für umgeleitete Güterzüge sehr kritisch. Hier scheinen für die Bahn wirtschaftliche Überlegungen eine größere Rolle zu spielen als der Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner”, erklärt die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner.

Am 29. April findet der internationale “Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day” statt. In Trier wird zunehmende Lärmbelästigung schon seit geraumer Zeit vor allem von den AnwohnerInnen der Westtrasse beklagt, denn dorthin weichen immer häufiger Güterzüge aus, die von Sperrungen umliegender Bahnhöfe oder Reparaturen von Streckenabschnitten in der Nähe betroffen sind. So wurde erst jüngst in den Nächten vom 22. auf den 23. und vom 23. auf den 24. April der Güterverkehr wieder vollständig über die Westrasse umgeleitet. “Wir sollten den Tag gegen Lärm am 29. April nutzen, um auf den Schienenlärm aufmerksam zu machen, der den Menschen in Zewen, Euren und Trier-West/Pallien zunehmend schlaflose Nächte bereitet. Auf der von Güterverkehr stark frequentierten Westtrasse rasen Züge nachts mit bis zu 90 km/h durch die Ortschaften. An ruhigen Schlaf ist dabei nicht zu denken. Hier müssen dringend Investitionen in ausreichenden Lärmschutz getätigt werden. Außerdem sollte eine generelle Begrenzung der Geschwindigkeit und eine Sperrzeit für den Güterverkehr durchgesetzt werden”, so Werner.

Die Linke fordere zudem schon seit der Ankündigung der Wiedereröffnung der Westtrasse für Personenverkehr durch die Landesregierung im Jahr 2013 eine Lärmkartierung in den betroffenen Ortschaften, um Auskunft über tatsächliche und vermeintliche Lärmbelästigung durch Züge zu erhalten. “Der Personenverkehr ist nicht das Problem, da wir einen Ausbau des ÖPNV ausdrücklich begrüßen. Zu kritisieren ist in erster Linie das exzessive Umleiten von Güterverkehr über die Westtrasse. Grundsätzlich würden wir uns bei Infrastrukturprojekten auch eine stärkere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wünschen. Nur wer mit den Betroffenen über Schienenlärm spricht und ihre Probleme ernst nimmt, kann eine wirksame Bekämpfung der Lärmbelästigung ernsthaft angehen”, so Werner. (tr)


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