Werner: “Unhaltbare Zustände in Trierer Kreißsälen”

TRIER. Überbelegte Kreißsäle, überfordertes Personal, mangelnde Betreuung – mit diesen Zuständen sehen sich momentan viele werdende Mütter auf der Geburtenstation des Trierer Mutterhauses konfrontiert. “Bereits kurz nach der Schließung der Geburtenstation des St. Elisabeth Krankenhauses wurde, unter anderem von der Linken, vor derartigen Entwicklungen gewarnt”, erklärt Katrin Werner, Linken-Bundestagsabgeordnete aus Trier. “Doch was damals noch als Panikmache abgetan wurde, ist nun kaum ein Jahr später bittere Realität.”

Ein Grund hierfür sei die zunehmende Zentralisierung der Geburtshilfe. So schlossen in den vergangen Jahren gleich mehrere Geburtenstationen in der Region ihre Pforten. Die Folge: Schlechtere medizinische Versorgung in der Fläche, längere Anfahrtswege und überfüllte Kreißsäle in den verbleibenden Krankenhäusern. Auch mache sich die angespannte Situation mittlerweile im Trierer Mutterhaus unmittelbar bemerkbar. Eine angestiegene Geburtenrate sprenge die räumlichen Kapazitäten, so Werner

Auch der erhebliche Hebammenmangel sei ein gewichtiger Faktor. So sei eine Eins-zu-Eins Betreuung durch eine Beleghebamme nicht mehr möglich. Das habe zur Folge, dass sich die werdende Mutter mit ständig wechselnden Hebammen konfrontiert sieht und die Vor- und Nachsorge leide. So fühlten sich gerade junge Mütter häufig von den Kliniken alleingelassen und nicht ausreichend betreut.

“Sowohl für die Patientinnen als auch für die Belegschaft ist die momentane Situation unhaltbar und weder medizinisch noch menschlich zu verantworten”, stellt die Linken-Politikerin fest. “Daher fordern wir höhere Investitionen in Geburts- und Kinderkliniken sowie die Einrichtung von hebammengeleiteten Kreißsälen. Des Weiteren müssen sich Stadt und Land endlich konstruktiv der Hebammenproblematik annehmen. Gerade im ländlichen Raum, mit weiten Entfernungen zu Kliniken, muss eine flächendeckende Versorgung mit Hebammen gewährleistet zu sein, um eine angemessene Betreuung der Schwangeren garantieren zu können.” (tr)


Drucken
Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen 1 Kommentar

Kommentar zu Werner: “Unhaltbare Zustände in Trierer Kreißsälen”

  1. Späder

    auch wenn ich sonst nicht viel von den linken halte: hier haben sie vollkommen recht.
    Hebammen stellen eine Institution dar, die für Mütter so wichtig sind. Werden das in Frage stellt hat selber keine Kinder bekommen.

     

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.