Westtrasse – “Ausmaß des Lärms nicht bekannt”

Die Westtrasse wird dauerhaft für den Güterverkehr genutzt.

Die Westtrasse wird dauerhaft für den Güterverkehr genutzt.

TRIER/MAINZ. Trotz umfangreicher Berichterstattung in den Medien, trotz der jüngsten Resolution des Trierer Stadtrates zum Bahnlärm auf der Westtrasse behauptet die Landesregierung weiter, ihr seien “die Ausmaße der durch Güterzüge verursachten Lärmbelastung an der Westtrasse im Bereich der Stadt Trier und darüber hinaus nicht bekannt”. Das geht aus der Antwort von Staatssekretär Günter Kern (SPD) vom Mainzer Verkehrsministerium zur Anfrage des Konzer Landtagsabgeordneten Bernhard Henter (CDU) hervor (wir berichteten).

Die Bahn habe mitgeteilt, so Kern, dass die Strecke fahrplanmäßig tagsüber für den Güterverkehr genutzt werde. Zusätzlich könnten Güterzüge “aus den verschiedensten Gründen” von der Hauptstrecke im Osten auf die Westtrasse umgeleitet werden – am Tag und auch in der Nacht. Laut Kern hat das Staatsunternehmen ferner erklärt, dass keine Beschränkungen für die Trasse bestünden. Die Strecke stehe für Eisenbahnverkehr jeder Art zur Verfügung. Damit hat die Bahn auch öffentlich erklärt, dass die Westrasse planmäßig für den Güterverkehr genutzt wird.

Der Staatssekretär verweist außerdem darauf, dass Auseinandersetzungen zwischen den Betroffenen selbst und der Bahn auszutragen seien. Zudem sei ausschließlich der Bund für die Strecken der Bahn und den Bahnlärm zuständig. Die Bahn sei berechtigt, erklärt Kern, die Strecke durch den Trierer Westen dauerhaft für den Güterverkehr zu nutzen. Die Landesregierung wolle sich jedoch, so Kern, “im Falle einer dauerhaften Nutzung für die Aufnahme der Stecke in die Prioritätenliste des Bundes zur Lärmsanierung an den Schienenstrecken einsetzen”. Diese dauerhafte Nutzung hat die Bahn aber längst erklärt – spätestens jedoch mit ihrer Antwort an die Mainzer Landesregierung. (et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen 1 Kommentar

Kommentar zu Westtrasse – “Ausmaß des Lärms nicht bekannt”

  1. Peter Müller

    Den Stellungnahmen des Staatssekretärs Kern und der Deutschen Bahn ist nichts hinzuzufügen. Die Stecke darf uneingeschränkt genutzt werden und es liegen keine Beschränkungen vor. Die Resolution des Stadtrats ist alles andere als klug und die Forderung nach Geschwindigkeitsbeschränkungen in Wohngebieten geradezu absurd. Da scheinen einige Leute nicht zu wissen, daß auch Güterzüge nach einem Fahrplan fahren. Man wird unglaubwürdig, wenn man auf Bundes- oder Landesebene dies und auf kommunaler Ebene jenes fordert. Eine politische Stringenz sollte schon erkennbar sein. Den durchaus berechtigten Klagen eines Teils der Anwohner wird man nur entgegenwirken können, wenn an den Fahrzeugen, am oder neben dem Fahrweg technische Änderungen zur Lärmminderung vorgenommen werden. Man sollte den Menschen aber auch ehrlicherweise sagen, daß dies seine Zeit braucht.

     

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