Wildparken – Rücksichtslos und vogelwild

Der komplett blockierte Gehweg in der Rahnenstraße.

Während die Kassen süßer nie klingen, tobt am Sonntag in der Trierer Innenstadt wieder einmal das Chaos. Der sogenannte Mantelsonntag, letzter verkaufsoffener Sonntag vor Weihnachten, hat schonungslos offengelegt: Der Verkehrsüberwachungsdienst (VÜD) ist mit seiner aktuellen Praxis und der personellen Ausstattung nicht in der Lage, das Wildparken einzudämmen. Die Park-Anarchie hat inzwischen Ausmaße angenommen, die republikweit für eine Stadt dieser Größenordnung einmalig sind. Trier ist das Eldorado für Wildparker. Leidtragende sind die Bewohner der Innenstadt, aber auch alle Verkehrsteilnehmer, die sich auch nur annähernd an Regeln halten. Während diese geduldig in den oft ellenlangen Schlangen vor den Parkhäusern stehen, fällt anderen die Blech-Karosse quasi aus der Hand – ohne Konsequenzen. Gerade einmal sechs Mitarbeiter hatte der VÜD laut Dezernent Thomas Schmitt (CDU) im Einsatz – nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Derweil blockiert Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) weiter die zügige Installation von Pollerbarrieren zur Absperrung der Innenstadt. Ein kommentierender Überblick von Eric Thielen

Kurz nach 15 Uhr in der Liebfrauenstraße. Ein Bewohner macht sich erbarmungslos Luft. “500 Euro, nein, 1000 Euro, ach was, 5000 Euro würde ich denen abknüpfen, wenn die hier falsch parken”, wütet er laut über die Straße hinweg, während die Shopping-Touristen in Richtung Dom flanieren. “Was sich hier inzwischen abspielt, spottet jeder Beschreibung!” Der ältere Mann kann mit seinem Auto nicht in seine Einfahrt hineinfahren, weil alles blockiert ist. Dann fallen noch ein paar derbe Bemerkungen in Richtung jener Autofahrer aus dem Nachbarland, die stets mit gelben Nummernschildern unterwegs sind. Wegen des Jugendschutzes sollen sie an dieser Stelle nicht zitiert werden. Unschwer lässt sich jedoch erahnen, dass sie mit dem verlängerten Rücken und gewissen Ausscheidungsprodukten zu tun hatten.



In der gesamten Innenstadt das gleiche Bild an diesem Sonntag: zugeparkte Gehwege und Plätze, blockierte Ein- und Durchfahrten bis hinunter zum Augustinerhof. Eine knappe Stunde reicht vollkommen aus, um sich einen Überblick zu verschaffen, wobei die hier veröffentlichten Fotos nicht annähernd das tatsächliche Bild der chaotischen Zustände spiegeln. Ganz grob überschlagen: Der VÜD hätte binnen einer einzigen Stunde mehr als 100 Autos abschleppen müssen − und das nur innerhalb des Alleenrings.

Bereits kurz nach 14 Uhr ist der gesamte Busparkplatz an der Weberbach dicht – trotz des Schildes “Nur Busse” und mit dem klaren Hinweis, “andere Fahrzeuge werden gegebenenfalls abgeschleppt”. In der Rahnenstraße ist der Gehweg komplett blockiert, in der Wechsel- und in der Neustraße sowie am Viehmarkt wird hemmungslos in den verkehrsberuhigten Bereichen und in der Fußgängerzone geparkt. Stockplatz und Domfreihof sind zugestellt. Am Domfreihof geht die Dreistigkeit sogar derart weit, dass die Wildparker ihre Autos neben einem Polizeiwagen abstellen. In aller Seelenruhe bringen die Shopping-Touristen ihre Einkäufe zu ihren Autos – als stünden sie auf einem regulären Parkplatz. Am Rindertanzplatz ist nicht ein Quadratzentimeter mehr blechfrei.



Trotzdem ist in der gesamten Innenstadt nicht ein einziger Abschleppwagen zu sehen. Laut reporter-Lesern kontrollierte der VÜD stattdessen bewirtschaftete Parkflächen. Weder an der Weberbach noch in der Wechselstraße und Rahnenstraße bis hinunter in die Neustraße, auch nicht am Domfreihof oder am Rindertanzplatz, auf den zugestellten Taxi-Plätzen, auf blockierten Gehwegen und Bewohnerparkplätzen klebte ein Knöllchen an den Autos, während der reporter seinen knapp einstündigen Rundgang unternahm. Nicht ein einziger Abschleppvorgang war zu beobachten.

Wie viele Knöllchen wurden verteilt, wie viele Autos abgeschleppt? Dazu konnte Dezernent Thomas Schmitt (CDU) am Sonntag noch keine Angaben machen. Der Christdemokrat will die Zahlen bis zum Ende der Woche nachliefern. Mit sechs Mitarbeitern war der VÜD laut Schmitt gestern im Einsatz – kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Das weiß auch Schmitt. Deswegen betont er noch einmal, “dass die neuen Handlungsempfehlungen für den VÜD noch nicht herausgegeben wurden”. Die müssen nämlich zunächst einmal die Gremien durchlaufen – vom Stadtvorstand bis zum Stadtrat.



Derweil blockiert Schmitts Parteifreund und Baudezernent Andreas Ludwig weiter die zügige Installation von Poller-Barrieren, um die Innenstadt großflächig abzusperren. Wie aus einem Schreiben von Wolfgang van Bellen, Leiter des Tiefbauamtes, an eine Hausverwaltung hervorgeht, denkt sein Amt überhaupt nicht daran, großflächig Poller zu installieren. In dem Schreiben vom Mai 2017, das dem reporter vorliegt, fordert der Tiefbauamtschef von der Hausverwaltung “Verständnis dafür, dass man (…) auch aus Gründen der Stadtbildpflege nicht überall Poller, Barken u.ä. installieren kann”. Im Haus selbst, das in einem verkehrsberuhigten Bereich liegt, hatten sich mehrere Bewohner immer wieder scharf über die chaotischen Parkzustände in der Straße beschwert. Die Hausverwaltung wendete sich daraufhin an die Stadtverwaltung.

Übersetzt heißt van Bellen Schreiben: Das zuständige Amt im Ludwig-Dezernat zieht “aus Gründen der Stadtbildpflege” zugeparkte Straßen und Plätze den Pollerbarrieren vor. Wie die Auswüchse des Wildparkens für eine Stadt dieser Größenordnung republikweit einmalig sein dürften, so dürfte auch diese spezielle Trierer Begründung des Tiefbauamtes einmalig sein.



Für die Stadtspitze kann die Erfahrung des gestrigen Sonntages nur eines bedeuten: Sollte in Gesprächen mit der City-Initiative und dem Einzelhandelsverband, die allerdings erst noch zu führen sein werden, keine Einigung – etwa über einen umlagefinanzierten Shuttle-Betrieb – zustande kommen, muss das Rathaus die Innenstadt bei Veranstaltungen wie dem Mantelsonntag in Zukunft weiträumig abgesperren, sobald die Parkhäuser belegt sind. Die Mozartstadt Salzburg praktiziert das seit Jahren mit ihrer sogenannten “Regensperre”. Sind dort die Parkhäuser dicht, dürfen Nicht-Salzburger nicht mehr in die Stadt hineinfahren. Alle Autofahrer ohne Salzburger Kennzeichen werden dann von der Polizei bereits vor den Stadtgrenzen aus dem Verkehr gezogen.

Schließlich sind Stadträte und Stadtspitze zunächst und ausschließlich verpflichtet, sich um die Interessen der in der Stadt lebenden Menschen zu kümmern – und nicht primär um die Interessen jener, die mit dem Auto aus dem Umland auf Shopping-Tour nach Trier kommen. Darauf haben Räte, Dezernenten und Oberbürgermeister sogar einen Eid geleistet.

Extra

An der reporter-Umfrage “Wird in Trier zu lasch gegen Wildparker vorgegangen?” haben innerhalb von fünf Tagen mehr als 1.300 Nutzer teilgenommen, wobei jede IP-Adresse nur einmal in 24 Stunden abstimmen darf. 96 Prozent sagen, dass in Trier zu lasch gegen Wildparker vorgegangen wird. Lediglich vier Prozent sind der Meinung, dies sei nicht so.


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Meinung 29 Kommentare

29 Kommentare zu Wildparken – Rücksichtslos und vogelwild

  1. Elmar

    Nicht nur in der Stadt, auch in dem ach so schicken Wohnviertel hoch oben parken die Anwohner im Parkverbot um ihre Garagen in Abstellräume zu verwandeln…

     
  2. tonio

    Das ZIEL ist klar. Bei den Mitteln muss man wohl mehrere Maßnahmen ergreifen und lange genug durchhalten. Poller sind brachial und nicht gerade Stadtverschönerung. Wenn man es über a) engmaschige Bestreifung z.B. im Stundentakt b) anwenden des äußersten rechtlich möglichen Bussgeld/Strafrahmens versucht, daneben Wiederholungstäter ermittelt, wäre dies eine Aktion vor Ort z.B. von Freiwilligen am Samstagvormittag. !? Dazu : Kommunikation vor Ort, also an Innenstadtzugängen und im Vorfeld auf allen Kanälen : ” ab jetzt gehen die Uhren anders – Trier wird Erlebnisstadt, die ihren Namen verdient”. Dazu gehört auch, daß wir die Kompetenz der (unserer) Stadt nutzen und nicht
    anzweifeln. Wer sollte sich zum Beispiel besser auskennen mit den Problemen “ruhenden Verkehrs”, als das Tiefbauamt. Lassen wir sie zeigen, was sie können … und dürfen. Fester Starttag für die ’neue Zeit’+ fester Termin für die erste Bewertung, ob und wie sich die Situation geändert hat.
    Und: klar, ohne Aufbau und Druck für shuttlebusse bzw. park and ride-Lösungen wird es im engen Trierer Innstadtbereich nicht laufen.

     
    • Jupp de Fupp

      “…wäre dies eine Aktion vor Ort z.B. von Freiwilligen am Samstagvormittag.” – sag’ mal tonio: geht’s noch?!

       
    • Stephan Jäger

      „Wer sollte sich zum Beispiel besser auskennen mit den Problemen “ruhenden Verkehrs”, als das Tiefbauamt.“
      Ja, wer sollte sich da besser auskennen als das Tiefbauamt?

      …genau DAS Tiefbauamt, das, in (ehemaliger?) Komplitzenschaft mit dem Straßenverkehrsamt, seit Jahrzehnten den Anwalt der „armen gebeutelten Autofahrer“ gibt und damit diese Zustände erst möglich gemacht hat, sich nach wie vor – wie nun wieder im Falle der Poller -, gegen alle potenziell tatsächlich wirksamen Maßnahmen mit Händen und Füßen sperrt und letztlich, was den ruhenden Verkehr angeht, an seinen Aufgaben komplett versagt hat und immernoch weiter versagt! Vor dem „Zeigen, was man kann“ kommt eben normalerweise erst einmal das WOLLEN. Schon daran aber mangelt es dem Trierer Tiefbauamt.

      Und, was die Poller angeht: Mich stören diese „etwas dickeren Pföstchen“ optisch nicht halb so sehr wie die ständig komplett mit Blech vollgepfropften Plätze in der Innenstadt. Dass das, was Sie da vorscjlagen personell nicht zu leisten ist und niemals sein wird, wissen Sie selbst. Und „bessere Kommunikation“, am besten noch à la Apelle an die Vernunft? Ich lache mich wirklich scheckig!

       
  3. Max

    Es war noch viel schlimmer wie Reporter schildert, doppelt und dreifach über- und neben einander geparkt, rücksichtslos bis zum Anschlag. Ich hab nicht eine Streife, nicht ein Knöllchen an einem Fahrzeug, nicht einen Abschlepper gesehn.
    Das mindeste an solchen Tagen, da laß ich doch die ganze Mannschaft antreten, sowohl Außen- als auch Innendienst, kläre im Vorfeld ab das alle Apschlepper der Region zur Verfügung stehen und wenn das nicht reicht dann karre ich die aus Hamburg oder München ran.

    Aber nein und alles wie gehabt, es wird nicht im geringsten ein- und durch gegriffen, es wird sich nie was ändern.

    Und wie Herr Schmitt sagt”… neuen Handlungsempfehlungen”, alles schön und gut, nur wo ist das Problem? Man hat und hatte schon immer alles zur Hand.
    Kontrolle, Nachkontrolle und ab auf den Haken, einfacher geht es doch nicht, man macht es nur nicht, warum ?

     
    • V. Clemens

      Alleine aus den paar Bildausschnitten hier zähle ich 76! Fahrzeuge die alle ohne Wartezeit hätten sofort abgeschleppt werden dürfen/müssen. Bei den von der Stadt genannten Summe von 300 € (Der Abschlepper berechnet wohl ca. 70-80 € so berichtete seinerzeit die RAZ ) ein Einnahmeausfall von
      ca. 15.000 €. Nur von auf den Fotos zu sehenden Zuständen. Und es waren ja noch viel mehr.
      Warum Nachkontrollen? Normalerweise kann ein Streifenbeamter doch beim bloßen Ansichtigwerden des Busparkplatzes nur über Funk die Rückmeldung an die (mit 2 Beamten besetzte) Leitstelle Ordnungsamt-LEO-
      geben: ” Schicken Sie Abschleppwagen bis ich Stopp sage”
      Von den Beamten vor Ort wird man immer wieder aufgeklärt das man zu oft verklagt würde bzw. Wiedersprüche vor Gericht landen und man deswegen passiv agiere.
      Gibt es hier Zahlen dazu? Und wenn ja, wie gehen diese Verhandlungen aus? Wer siegt mehrheitlich? Fragen über Fragen. Der Jahresbericht des Ordnungsamtes gibt hierzu keine Antworten.
      Das aktuelle Amtsblatt zeigt eine Tagesleistung von ~310 Verwarnungen auf. Das ergibt bei den genannten 22 Mitarbeitern eine Tagesausbeute von 14 Vorgängen je Beamten. Also umgerechnet unter 2 je Stunde.
      Hinzu kommt, das in Trier dem Amt öffentliche Plätze bekannt sind auf denen teilweise seit Jahren abgemeldete, nicht fahrbereite Fahrzeuge vor sich hingammeln ohne das Eingegriffen wird. Nach Aussage der Sachbearbeiter auf Anweisung von oben.

       
  4. Sascha

    Handlungsempfehlungen heißt nicht Handlungsrichtlinien. Da kann man schon klar zwischen den Zeilen lesen.
    Was da vonseiten der Stadtverwaltung, des Stadtrates und des VÜD kommt, ist lächerlich. Seit wann bitte müssen geltende Gesetze erst im Kommunalparlament abgesegnet werden? So ein Stuss. Ich sage voraus, dass sich nichts ändern wird, bis es mal richtig kracht und jemand ernsthaft verletzt wird oder schlimmer, weil Falschparker mal wieder die Feuerwehr behindert haben.
    Wir haben jedenfalls längst die Konsequenzen gezogen: Meidung der Innenstadt so weit es nur möglich ist. Konsumiert wird online.
    Freunde und Verwandte kommen nicht mehr nach Trier, um sich das größte Freiluftautohaus Deutschlands anzuschauen. Sie fahren lieber in Städte mit blechfreien Fußgängerzonen. Verübeln kann ich es ihnen nicht…

     
    • V.Clemens

      Es kam schon zu Behinderungen der Feuerwehr. Und Feuerwehrautos standen im Alarmfall vor Stràßensperren weil Baustellen nicht weitergemeldet wurden.
      Bis jetzt war es reines Glück das es keine Toten und Verletzten gab. Mehr nicht.

       
  5. Volker Zemmer

    Es gibt noch Tausend andere Beispiele dafür, dass in Trier mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn ich einen “falschen” Wertstoff in meinen gelben Sack stecke, kriege ich sogar ein “Bußgeld”, wenn ich mein Auto auf dem Bürgersteige abstellen, werde ich dafür belohnt. Und wehe, ein Gastronom hat seine Sonnenschirme zu hoch eingestellt, sodass die Touris nicht mehr auf die Porta sehen können, dann ist das Ordnungsamt ruckzuck da und macht Palaver.
    Herr Thielen hat völlig Recht. Für wen wurde diese Kommunalpolitiker gewählt, für die Wittlicher, Bitburger und Luxemburger oder für die Trierer?
    Mit Erstaunen habe ich registriert, dass an jetzt erst nach der “Rechtslage” verfahren will. Das heißt also, die Verwaltung beugt die Rechtslage, wenn es ihr in den Kram passt aber vom Bürger wird die Einhaltung der Gesetze verlangt. Wo leben wir denn eigentlich? Achja, last but not least, was hat der Stadt dieser ganze Touri- und Einkaufsboom gebracht? Nichts hat es ihr gebracht. Wenn Trier dadurch schuldenfrei wäre, könnte ich es ja noch irgendwie verstehen, aber die Stadt ist immer noch arm wie eine Kirchenmaus und wird trotz boomenden Handel immer ärmer. Die Stadt profitiert davon nicht sondern nur die Profitgeier.

     
  6. Augustiner

    Da hilft nur noch der dicke Vorschlaghammer!!!

     
  7. tonio

    @jupp de fupp: es fehlt ein Stück/ein Wort in meinem Beitrag. Die Aktion vor Ort von Freiwliigen kann und soll legal, aufklärend und nicht eskalierend sein – Wildparker ansprechen,
    Infoblatt bereithalten/ausgeben. Im Notfall dem VÜD Bescheid sagen. Und (auch @ Herrn Jäger ) das WOLLEN schwarzer Schafe verbessern… Als ERGÄNZUNG zu anderen Maßnahmen, nicht statt dieser.

     
    • V. Clemens

      @Tonio: Und damit wird das Rad nicht neu erfunden:
      In vielen Städten gibt es diesbezüglich Aufklärungsaktionen der Feuerwehren und der Ordnungsämter. Hierbei werden enge (Wohn)straßen besonders an Abend-und Wochenendstunden mit Feuerwehrfahrzeugen getestet.
      Oft mit Medialer Begleitung.
      So können die Bürger live sehen was passt und was nicht. Dazu gibt es Handzettel (die auch tlw. direkt Mitglieder und Förderer der Feuerwehr einwerben).
      Und bei uneinsichtigen gibt es halt Bußgelder und Abschleppvorgänge.
      Warum die Stadt Trier diesen aufklärenden Weg nicht geht ist nicht bekannt.
      Bekannt ist nur das die Feuerwehr sich eher nicht sperren wird. Schon aus Eigeninteresse.

       
  8. Trier95

    Und dann sperren wir doch lieber die gesamte Stadt inklusive den Randbezirken. Wenn dann noch überall Nagelbänder auf den Straßen ist auch in jeder ecke Ordnung, natürlich bekommt “der Reporter” noch seine Poller aufgestellt, 3 vor der eigenen Tür sollten reichen. Schließlich machen es doch alle so oder zumindest die Salzburger und die sind doch das Maß aller Dinge. Aber mal Spaß bei Seite, es ist nicht so schlimm wie es beschrieben wird. Wenn ich überlege das es z.B. in Saarbrücken fast das ganze Jahr so aussieht und da keiner meckert sondern einfach damit umzugehen weiß. Vllt sollte so mancher Journalist einfach auf sein Auto verzichten und veräußern wenn dieser solche Probleme mit der Verkehrssituation hat.

     
    • Schniddi

      Schreiben Sie doch nicht so einen Blödsinn! Es war noch viel schlimmer wie vom Reporter dargestellt. Und weil die Kontrolleure alle in der City unterwegs waren war’s in den Stadtteilen der blanke Horror, z.B. Süd, wo kein Fitzelchen Beton mehr frei war, gleiches in Nord.

       
    • Stephan Jäger

      @Trier95
      Ja, für die Verursacher, also die, die, obwohl noch hunderte von Plätzen in den Parkhäusern frei sind, bis auf 50 Meter an ihr Café oder ihre Außengastro heranfahren und dabei allen das, was sie für ein Zeichen ihres sozialen Status halten, zeigen müssen, ist das Problem nur, dass ihre Mitmenschen mit dem rücksichtslosen Mist, den sie machen, einfach „nicht umzugehen wissen“.

      Für die Leute, die da mit einem Rollstuhl oder einem Kinderwagen durch müssen, die nur einfach mal gerne den Dom oder andere Sehenswürdigkeiten ohne anderer Leute Schrotthaufen davor sehen wollen, oder, die mal sorglos durch Straßen wie die Neustraße flanieren möchten ohne alle zwei Minuten irgendeinem Vollpfosten auf Parkplatzsuche Platz zu machen, sieht das schon ganz anders aus.

      JA, Salzburg SOLLTE in dieser Hinsicht Vorbild sein. Und Trier95 kann ja dann gerne Saarbrücken96 werden, wenn es ihm da besser gefällt.

      @tonio
      Leider habe ich mit WOLLEN nicht das der „schwarzen Schafe“ gemeint, die so parken. Sondern das der Sesselfurzer in den zuständigen Ämtern, deren Aufgabe es an sich wäre, solche Zustände zu verhindern, die sie aber – durch ihre Ignoranz und ihre, um es mal klar beim Namen zu nennen, ARBEITSVERWEIGERUNG trotz klaren politischen Auftrags – in entscheidendem Maße erst möglich machen.

       
  9. Rainer Landele

    ““dass die neuen Handlungsempfehlungen für den VÜD noch nicht herausgegeben wurden”. Die müssen nämlich zunächst einmal die Gremien durchlaufen – vom Stadtvorstand bis zum Stadtrat”

    das wage ich ja mal zu bezweifeln, dass solche handlungsempfehlungen durch das “gremium stadtrat” laufen muss. als wäre der laxe umgang mit falschparkern jemals im stadtrat abgesegnet worden. wird da demnächst auch diskutiert, wie man korrekt toiletten der verwaltung putzt?

     
    • V.Clemens

      Wenn man den Aussagen des VÜD glau en schenken soll gibt es exakte Abweisungen des Stadtrates wann wo wie was zu kontrolliert werden soll/muss.
      Als Kinder nannten wir das Spiel Schwarzer Peter.
      Nur komisch das hierüber weder im Ratsinformationssystem was zu finden ist noch dad sich Räte daran erinnern können. Eher im Gegenteil

       
      • Rainer Landele

        “Wenn man den Aussagen des VÜD glau en schenken soll gibt es exakte Abweisungen des Stadtrates wann wo wie was zu kontrolliert werden soll/muss.”

        ja, das wird immer wieder mal gerne behauptet. vermutlich von jenen, die stadtrat, stadtverwaltung und stadtvorstand nicht unterscheiden können.

        jedenfalls ist es total lächerlich (oder bewußte lüge), was schnell klar wird, wenn man sich das prozedere klar macht:

        – es gibt eine tagesordnung auf der dieser punkt steht
        – die debatte wäre sicher öffentlich, denn da kann nicht einfach willkürlich mal die öffentlichkeit ausgeschlossen werden
        – es müßte ein protokoll über die debatte und die entscheidung dazu gegeben haben
        – irgendeine partei hätte dazu sicher “skandal” gerufen (raten sie mal welche 😉 )

        vermutlich hat es debatten im rat gegeben über die schlechten kontrollen (z.b. beim moselstadion bei spielen der eintracht). vielleicht auch die aufforderung an die verwaltung, dort (oder woanders) endlich richtig zu kontrollieren. aber sicher hat es keinen ratsbeschluss gegeben, wo nicht kontrolliert werden soll – so ein beschluss wäre ja auch rechtswidrig.

        aber eigentlich alles überflüssige gedanken: man kann ja die verwaltung fragen, wann es solch einen beschluss gegeben haben soll.

         
  10. Max

    Wie jetzt am Sonntag(Mantelsonntag), warum geht Herr Schmitt als auch der OB nicht am nächsten Tag hin und gestehen ein, das man nicht Herr der Lage ist, das man einfach nicht willens und bereit ist was dagegen zu unternehmen, das man kläglich auf ganzer Linie gescheitert ist und gesteht die Ohnmacht der Obrigkeit ein.
    Nein, es gibt nur fadenscheinheilige Ausreden. Herr Schmitt ist jetzt n halbes Jahr in Amt und Würden, in dieser Zeit ist nichts passiert und Herr Schmitt ist längst nicht mehr im Amt in ferner Zukunft, dann hat sich immer noch nichts geändert, vielen Dank Herr Schmitt, lassen Sie sich bitte weiter von den Falschparken dieser Stadt vorführen, vielen Dank.

     
    • Rainer Landele

      ein halbes jahr ist nicht viel zeit.

      ich bin sicher, es wird sich etwas ändern, da der druck mittlerweile sehr zugenommen. vermutlich werden es aber eben nur die üblichen tippelschritte sein. die nutzung von pollern wäre mal ein größerer schritt und es ist ja auch bezeichnend, wie groß die einigkeit im stadtrat hinsichtlich der einführung ist – und wie gespalten die verwaltung. da wäre zu fragen, wer koch und wer kellner ist…

       
    • Sascha

      Es wird genau wie bei Egger laufen. Die Vertreter der Bevölkerung lassen sich von paar unwilligen Leuten aus der Verwaltung vorführen und machen sich lächerlich.
      Ich dachte immer, die Stadtverwaltung hat dem Auftrag des Stadtrates Folge zu leisten. In meinen Augen wird hier von vielerlei Seite (ausgenommen einigen wenigen Mitgliedern des Stadtrates) Arbeitsverweigerung betrieben. Normalerweise würde es ein oder zwei Abmahnungen geben, und wenn dann nichts passiert die Kündigung. In Trier scheint das anders zu sein.

       
      • Rainer Landele

        sie beschreiben da einen jahrzehntealten konflikt: verwaltung oder stadtrat, wer hat die hosen an?

        absichtlich gefördert wurde dieser konflikt durch oberbürgermeister und dezernenten, die ihre rolle eher als autoritäre macher sahen und den stadtrat nur als abnickverein mit wechselnden mehrheiten brauchten. entsprechend feudal willkürlich wurden dann unter vorherigen dezernenten entscheidungen umgesetzt – oder eben nicht. das ist die verkehrsüberwachung ja nur ein beispiel.

        aber die zeiten haben sich geändert, der stadtrat seit jahren dabei, sich zu emanzipieren. und der stadtvorstand hat m.e. nicht mehr dieses alte verständnis, ganz einfach schon, weil die personen wechselten.

        daher bin ich auch viel optimistischer, dass sich da endlich was ändert.

         
  11. hans83

    Jetzt lassen wir doch die Kirche mal im Dorf? (Ja Trier ist ist Dorf).
    An den wenigen extrem kaufstarken Tagen ist die Stadt halt einfach überfüllt. Dies passiert auch in ähnlichen Städten die als Oberzentrum für ein solch großes Einzugsgebiet dienen.

    Vorschläge wie Park-and-Ride Verkehr bringen leider auch nichts, da der Provinz-Autofahrer den Umstieg auf den ÖPNV nicht anmint. Nichtmals wenn der P+R Kostenlos ist.

    Evtl. sollte sich “der Trierer” auch einmal fragen, wovon “die Stadt” eigentlich so lebt? Ohne kauf-freudige Einkaufstouristen würde es ganz schlecht für die Stadt aussehen. Neben dem Einzelhandel und den Touristen ist da nicht viel…

     
  12. Wolf

    Das Autofahren muss in Trier so unattraktiv und beschwerlich gemacht werden, z.B. mit Pollern, Schwellen, auch Spursperrungen auf der „Stadtautobahn“, daß irgendwann KEINER mehr Lust hat in die Stadt zu fahren. Wer mal drei Std. im Stau steht fährt nicht mehr mit dem Auto in die Stadt. Aber „der Autofahrer“ ist ja eine heilige Kuh !

     
  13. Stephan Jäger

    Hans, mich als Trierer interessiert es nicht, was der Provinz-Autofahrer „annimmt“. Der kann von mir aus mit seiner Karre auf seinem Kaff bleiben, wenn ihm hier was nicht gefällt. Oder er sollte zumindest, wie im Salzburger Beispiel, ob er nun irgendetwas „annimmt“ oder nicht, mit dem Auto aus der Stadt herausgehalten werden. Wirklich kaufen tut diese „ich sche… mir wegen ’nem Euro achtzig für’s Parkhaus ins Hemd“-Baggage in der Innenstadt eh nix. Wenn sie sich also darüber hinaus nicht einmal benehmen kann, sollte sie dringend Manieren beigebracht bekommen. Und zwar so, dass es im Geldbeutel endlich richtig weh tut.

     
  14. Elke Sommer

    Die Polizei in Trier (und weiten Teilen des Landes) kommt ihren Aufgaben nicht nach. Das Argument es ginge hier nur um Ordnungsamtsaufgaben würde wohl in vielen Fällen kein vorjuristisches Verfahren überstehen.

     
  15. Tom G. Warrior

    Bin auch dafür, um Trier einen Zaun zu ziehen. Oder eine Mauer zu bauen. Was für ein Gewinsel hier um ein paar Autos. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, von meinem Parkplatz am Dom schnell im Walderdorffs gewesen zu sein.

     
    • Spekulatius

      Verstehe. Keltischer Frost friert Hirn ein. Kann schon mal passieren. Der ehemalige Parkplatz auf dem Domfreihof war doch das reinste Pandämonium. Okay, erklärt allerdings die Begeisterung. Oder war es nächtliche Angst vor längeren Fußwegen? Fragen über Fragen.

      Wer das jetzt nicht versteht, hat keine Ahnung von Musik *hihi*

       
    • Förster

      Tja, Leute wie Sie, Herr Warrior, Troll of the Mutant Heroes brauchen wir in Trier nicht, fahren Sie doch bitte nächstes mal nach Bitburg! Gesichtserkennung würde in Ihrem Fall ausreichen! 😉

       

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