Zeichen setzen für den Klima- und Umweltschutz

Der nach oben gerichtete Daumen steht symbolisch für die Arbeit der Diözesanversammlung. Fotos: Clemens Sarholz

REGION. Die Pfadfinder der Diözese Trier verpflichten sich dem Klimaschutz, der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, dem Abbau von Vorurteilen und dem kritischen Handeln. Kürzlich trafen sich 60 Pfadfinder, um über das kommende Jahr zu diskutieren und um etwas zu bewegen. So auch das Motto: “Pfadfinden bewegt den Diözesanverband Trier.“

Von Clemens Sarholz

Kürzlich trafen sich 60 Delegierte aller Pfadfinderbezirke aus der Diözese Trier zur Diözesanversammlung auf der Marienburg bei Bullay. Sie diskutierten das kommende Jahr, brachten Ideen ein und gestalteten miteinander die groben Richtlinien. Die Ziele waren klar definiert: Verantwortungsvoll miteinander leben und handeln.

“Eine Stunde lang wollen wir ein Zeichen setzen, für den Klima- und Umweltschutz“, bewirbt Nikolaj Stollhof ein Vorhaben. “Bei der kommenden Earth Hour am 30. März 2019 versuchen wir so viele wie möglich zu überzeugen, für eine Stunde das Licht auszumachen.“ Stollhof ist Pfadfinder vom Stamm Feldkirchen, aus dem Bezirk Rhein-Wied und gehört dem Diözesanverband der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) Trier an. Im Jahr 2007 konnten mit der “Earth Hour“ in Deutschland etwa 343 Tonnen CO2 eingespart werden. Das verbrauchen in der Bundesrepublik 35 Menschen durchschnittlich in einem Jahr, oder gut 12.500 Menschen am Tag. Doch das ist nur ein Projekt, das ansteht.

Es geht bei der Diözesanversammlung nicht nur um Umweltbewusstsein. Seit 1991 gibt es zwischen der Diözese Trier und dem Distrikt Cochabamba in Bolivien eine Partnerschaft. “Alle zwei Jahre besuchen wir uns gegenseitig“, erklärt Paul Berens, “dann fliegen entweder die Pfadfinder der Diözese Trier nach Bolivien oder die Bolivianer zu uns.“ “Erst die grenzüberschreitende Zusammenarbeit führt dazu, dass Vorurteile abgebaut werden können und Freundschaften, auch über große Distanzen, entstehen“, so Berens. Er selbst hat als Pfadfinder 13 Monate in Bolivien verbracht. Er wurde auf der Marienburg zum Referenten für die Bolivienpartnerschaft berufen und löste damit Nikolaj Stollhof ab.

Gestalten die Diözesanversammlung mit: Sebastian Kraus, Nikolaj Stollhof, Julia Lehn, Thomas Braun (Hintergrund).

Was darf der Pfadfinderleiter eigentlich?

Die DPSG verpflichtet sich jungen Menschen eine Hilfe zu sein, beim Erwachsenwerden und beim eigenverantwortlichen Handeln. Aber gibt es da eigentlich auch Grenzen? Was darf der Pfadfinderleiter eigentlich? Und vor allem: was nicht? Um solche Fragen zu beantworten, reist das Team innerhalb der Diözese zu den Gruppenleitern vor Ort und schult sie in Sachen Haftung und Versicherung, oder in der Planung und Durchführung von Zeltlagern oder Versammlungen. Dieses Jahr sei die Zusammenarbeit mit den Pfadfinderstämmen intensiviert worden, heißt es von Marc Basenach, dem Geschäftsführer der DPSG Trier.

Der Reiz des Pfadfindens äußert sich in der Genügsamkeit. “Eigentlich braucht es nicht viel, um glücklich zu sein. Das zeigt sich vor allem im Zeltlager, zwischen Bäumen, am Lagerfeuer, im Bach oder wenn man dreckig vom Holz hacken kommt“, heißt es auf der Versammlung. In der Zeit vom 29. Mai bis 1. Juni 2020 wird es ein Pfadfindercamp in Rehns bei Koblenz geben, bei dem die ganze Diözese eingeladen ist. “Wir rechnen mit etwa 1.000 Teilnehmern“, sagt Basenach.

Neuigkeiten gibt es auch zum Diözesanzentrum in Heddert: Nachdem sich die Diözese bereits im September 2017 von dem Pfadfinderhaus mitten im Grünen verabschiedet hat, steht es noch immer zum Verkauf. Schuld war bis dato die Bürokratie. Die Antragsverfahren zur Nutzungsänderung haben sich in die Länge gezogen. Der positive Bescheid kam schlussendlich im Oktober. Aktuell gibt es Verhandlungen mit einem Jugendhilfeträger als Kaufinteressenten.

Die DPSG ist der größte Jugendverband der Bundesrepublik. 95.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus allen gesellschaftlichen Schichten organisieren sich in dem Verband. Davon 5.000 in der Diözese Trier, die sich wiederum in 10 Bezirke und etwa 60 Stämme aufteilt.


Drucken
Erstellt am Autor Clemens Sarholz in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.