§ 184b StGB: Klinikum Mutterhaus wirft Mitarbeiter raus

Das Klinikum Mutterhaus hat sich von einem Mitarbeiter getrennt, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornographischen Schriften ermittelt. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnenhat sich aktuell von einem Mitarbeiter getrennt, gegen den die Staatsanwaltschaft aktuell wegen des Verdachts einer strafbaren Handlung gemäß § 184b StGB (Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornographischen Schriften) ermittelt. Das teilte das Klinikum in einer Pressemitteilung mit.

Helga Bohnet, Sprecherin des Klinikums, verweist auf die “Null-Toleranz-Politik bei dem begründeten Verdacht von gravierenden Verstößen gegen Gesetze, Regelungen der AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes), Arbeitsverträge und interne Verhaltensanforderungen.” Ein entsprechendes Vorgehen in einem solchen Fall würden die Leitlinien des Klinikums klar regeln. “Das Klinikum ahndet im Sinne einer ‘Null-Toleranz-Politik‘ bewusstes, rechtswidriges Fehlverhalten und Verstöße gegen interne Richtlinien konsequent und ohne Rücksicht auf Rang und Position der handelnden Personen”, sagt die Sprecherin und verweist auf das gut funktionierende Compliance-System des Hauses, das den Mitarbeitern wertvolle Anleitung, Orientierung und Unterstützung für ein verantwortungsbewusstes Handeln und den Dienst am Menschen im Sinne des christlichen Leitbildes des Mutterhauses gebe.

Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses war für das Klinikum nicht mehr zumutbar

Gegen den Mitarbeiter war zuvor ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Darüber hatte der Mann das Klinikum als Arbeitgeber umgehend proaktiv, d. h. von sich aus, informiert. “Das private – außerdienstliche Verhalten – ist mit dem Leitbild des Klinikums und der katholischen Glaubens- und Sittenlehre nicht in Einklang zu bringen”, so Bohnet. Im Rahmen einer getroffenen Gesamtabwägung und unter Berücksichtigung aller Umstände sei eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für das Klinikum als Arbeitgeber nicht mehr zumutbar gewesen. Die Klinikleitung habe aufgrund der Sachlage schnell und entschlossen gehandelt. Sie sei mit dem Mitarbeiter zu der Überzeugung gelangt, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden. Im Zuge dessen habe die Leitung den Mann unverzüglich von seinen Dienstpflichten entbunden und freigestellt.

Bohnet betont aber auch, dass die Klinikleitung ausdrücklich keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten des Mitarbeiters bei der Ausübung seines Berufes im Klinikum habe. Zum Stand des staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens und den im Raum stehenden strafrechtlichen Vorwürfen lägen dem Klinikum keine näheren Informationen vor. Ungeachtet dessen sei es auch nicht Aufgabe des Krankenhauses, das Verhalten des Mitarbeiters strafrechtlich zu bewerten. (tr)


Drucken
Erstellt am Autor trier reporter in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.