25 Jahre palliative Versorgung im Klinikum Mutterhaus

25 Jahre Palliativstation im Klinikum Mutterhaus feierten Mitarbeiter und Freunde des Klinikums mit Vertretern aus Stadt und Bistum mit einem Festakt in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars Trier. Foto: Bettina Leuchtenberg

TRIER. 2007 zog die Palliativabteilung aus dem ehemaligen Herz Jesu Krankenhaus, wo 1994 eine der bundesweit ersten Palliativstationen eingerichtet wurde, in das Hauptgebäude des Klinikums Mutterhaus in der Feldstraße. Patienten mit einer nicht heilbaren fortgeschrittenen Erkrankung werden hier intensiv und schmerztherapeutisch behandelt und betreut.

Zahlreiche Mitarbeiter, Wegbegleiter und Fachleute feierten am vergangenen Samstag in der Jesuitenkirche und in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars gemeinsam das 25-jährige Bestehen der Palliativstation im Klinikum Mutterhaus. Das interprofessionelle Team der Station setzt sich aus Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychotherapeutin, Musiktherapeuten und ehrenamtlichen Helfern zusammen. Gemeinsam werden hier die schwerstkranken Patienten physisch, psychisch, sozial und seelsorgerlich betreut. Mit der Stationsleiterin Annette Rommelfanger und ihrem Stellvertreter Werner Richarz sind bis heute zwei Personen aktiv, die bei der Gründung unter dem damaligen Chefarzt Franz-Josef Tentrup schon mit dabei waren.

Der buchstäbliche Fels in der Brandung der Akutmedizin

“Raum, Zeit und Haltung gegenüber den schwerstkranken Patienten sind uns besonders wichtig. Genau das bieten unsere professionellen und erfahrenen Mitarbeiter der Palliativstation. Sie sind der buchstäbliche Fels in der Brandung der Akutmedizin,“ sagte Geschäftsführer Jörg Mehr. “Den Mitarbeitern, die sich Tag und Nacht und mit viel Herzblut um die schwerkranken Patienten kümmern und diesen eine wichtige Kraftquelle sind, gilt heute mein ganz besonderer Dank.“ Er ergänzte: “Hervorzuheben ist auch im besonderem Maße das vernetzte Versorgungs- und Beratungssystem mit unseren ambulanten Partnern, den niedergelassenen Haus- und Fachärzten bis in die Eifel, das Saarland und den Hunsrück hinein.“

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe betonte in seinem Grußwort die gute Versorgungssituation: “Ich bin froh, dass wir in unserer kleinen Großstadt Trier mit ihrem großen Umland eine so gute Versorgung im Bereich der Medizin und der Rehabilitation haben. Dazu gehört auch, dass Menschen in Würde leben und sterben können. Denn in der palliativen Versorgung stehen die Menschen im Mittelpunkt und nicht vorrangig die Technik und die Medizin.“ Genau diese tröstende Arbeit stellte auch Bischof Dr. Stephan Ackermann in den Mittelpunkt seiner Predigt des Festgottesdienstes in der Jesuitenkirche des Bischöflichen Priesterseminars: “Es ist wichtig, die Menschen in ihrer Würde wahrzunehmen und auch, den Umgang mit Krankheit und Kranken zu lernen. Wir dürfen keine Berührungsängste haben und Kranke nicht ausgrenzen. Wir sind dafür da, auch die soziale Isolation der Kranken zu vermeiden. Deswegen danke ich allen, die ihren Beitrag in der palliativmedizinischen Versorgung und auch der Hospizarbeit leisten.“

Neu ist die ambulante palliative Versorgung

Die Region Trier ist für die Betreuung von Patienten in der letzten Lebensphase sehr gut aufgestellt, denn der ambulante Hospizdienst, das stationäre Hospiz, die Palliativstation sowie die Hausärzte und alle, die an der Versorgung der Schwerstkranken und Sterbenden beteiligt sind, arbeiten eng verzahnt zusammen. Chefarzt Lorenz Fischer ergänzt: “Neu ist die ambulante palliative Versorgung, die die ehemalige Stationsärztin Renate Langenbach anbietet. Damit ist sie ganz nah an den Patienten, die ihren letzten Lebensweg zu Hause gehen. Dort kann man noch besser auf den einzelnen Menschen eingehen und ihm die gesamte Aufmerksamkeit schenken.“ Seit dem Jahr 2003 bereits leitet er die Abteilung Schmerz- und Palliativmedizin im Klinikum Mutterhaus. Zusammen mit der Oberärztin Sabine Weykam-Mahlberg steht er für die enge Verzahnung der Station in die medizinischen Strukturen des Klinikums. Ein Festvortrag von Proessor Giovanni Maio zum Thema “Für eine Ethik der Sorge in der Medizin“ rundete die Jubiläumsfeier ab. (tr)

 

Die Palliativstation B9

Nur rund 10 Prozent aller Menschen sterben einen plötzlichen Tod. Die Mehrheit benötigt eine medizinische Betreuung. Die Palliativstation versteht sich als Intensiv-Behandlungseinheit für Patienten mit einer fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankung, deren Lebenserwartung begrenzt ist. Tumorerkrankungen, unheilbare neurologische und chronische internistische Erkrankungen profitieren von den ganzheitlichen Behandlungsmethoden, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Patienten orientieren. Die Linderung der körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Beschwerden fördert die Lebensqualität.

Die Behandlung erfolgt durch ein multidisziplinäres Team aus palliativmedizinisch erfahrenen Ärzten, Pflegenden, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Psychologen, Physiotherapeuten und ehrenamtlichen Helfern sowie einem Musiktherapeuten. Neben der personellen bietet die räumliche Ausstattung gute Voraussetzungen für eine ganzheitliche Betreuung.

Die Entlassung nach Hause, in ein Pflegeheim oder in ein Hospiz wird immer angestrebt. Die frühzeitige Einbindung der Angehörigen in die Pflege, Betreuung und Begleitung ihrer Kranken, aber auch ihre eigene Stützung, sind wichtige Bestandteile des Betreuungskonzeptes. Der Kontakt zu den Patienten, ihren Familien, Pflegediensten und Hausärzten wird auch nach der Entlassung aufrechterhalten, um im Falle einer erneuten Einweisung sofort zielgerecht handeln zu können. Mit dem ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst des Hospizvereins sowie dem stationären Hospiz Trier besteht eine enge Zusammenarbeit. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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