60 Jahre jung und sehr beliebt: Das Freibad Süd

Sportdezernent Andreas Ludwig zeigt Kindern Fotos von der Eröffnung des Südbades vor 60 Jahren. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Vier Stunden lang Party und gute Laune in einem erfrischenden Ambiente, das gab es am Montagnachmittag im Freibad Süd. Anlass war der 60. Geburtstag des Bades. Und dass 60 Jahre für solch ein Spaßbad überhaupt kein Alter sind, das bewies der (zugegeben vor ein paar Jahren geliftete) Jubilar seinen Besuchern. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Schul- und Sportdezernent Andreas Ludwig.

Wettergott Petrus hatte es mit seinen jungen Trierer Bürgern dieses Mal nicht ganz so gut gemeint. Denn eigentlich hatte man den Geburtstag schon in der letzten Woche feiern wollen. Zwar nicht auf den Tag, da waren organisatorische Gründe vor. Aber der Termin in der vergangenen Woche hätte noch in der Ferienzeit gelegen. Und garantiert zum Beginn der Party um 13:30 Uhr mehr Kinder und Jugendliche mobilisiert. Doch das schlechte Wetter machte eine Verlegung zwingend erforderlich. Und damit leider in die Schulzeit, weshalb zu Beginn der Party noch nicht ganz so viele Besucher da waren. Aber das sollte sich im Laufe des Nachmittages noch ändern…

Disco und Animateure am Beckenrand, Soielgeräte und gut gelaunte Badegäste im Wasser – eine perfekte Geburtstagsparty.

Doch zurück zum eigentlichen Geburtstag. Der war eigentlich am 16. Juni 1957. Bürger, die schon bei dieser Eröffnung dabei waren, musste der Dezernent an diesem Nachmittag vergeblich suchen. Darum erinnerte er selbst an die Beweggründe für den Bau des Bades. Und die lagen laut alten Unterlagen in der damals schlechten Wasserqualität der Mosel, wo die Bürger dieser Stadt bislang das Schwimmen gelernt hatten. Also habe der Rat den Bau von zwei unterschiedlichen Freibädern beschlossen, so Ludwig. Während ‟das klassische Sportbad Nord‟ als erstes fertiggestellt und in Betrieb genommen werden konnte, ging das ‟Schönwetterbad‟ Süd etwas später in Betrieb. Mit einer Wasserfläche von 3500 m2 und einem Sprungturm mit Zehnmeter-Brett war es damals eines der größten und modernsten Bäder seiner Zeit. Für den Bau musste die Stadt 1,4 Mio. DM aufbringen, Zuschüsse vom Land habe es damals keine gegeben. Lediglich der Landessportbund habe sich wegen des Zehnmeter-Sprungturms mit 40.000 DM an den Kosten beteiligt. Beliebt sei das Bad auch heute noch wegen seiner Gesamtfläche von 40.000 m2, die am 19. August 2012 den Rekordbesuch von 6721 Besuchern ermöglichte.

22.000 Unterschriften für den Erhalt

Nachdem 2005 ein Sanierungsstau festgestellt worden war, kam es zu grundsätzlichen Überlegungen, bei denen selbst die Schließung des Bades angedacht wurde. ‟Was die bis dahin größte Unterschriftenaktion auslöste: 22.000 Unterzeichner setzten sich für den Erhalt ein‟, so Andreas Ludwig. Doch da die Stadt kein Geld übrig hatte, musste man neue Wege gehen. Hier sprang als Partner das österreichische Unternehmen Berndorf ein, verkleinerte die Wasserfläche etwas und fasste die Becken in Edelstahl ein. Im Mai 2010 eröffnete das Familien- und Freizeitbad erneut und bot den Trierer Bürgern fortan ungetrübten Bade- und Freizeitspaß.

Logischerweise galt der Dank des Dezernenten an diesem Nachmittag zum einen Betriebsleiter Frank Brandscheid und seinem Team sowie dem Partner aus Österreich, der durch sein Engagement das Freibad Süd erhalten hat. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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