Aktion Arbeit macht auf Langzeitarbeitslose aufmerksam

Bischof Ackermann mit den Verantwortlichen der Aktion bei der Eröffnung. (Foto: Bischöflische Pressestelle)

Bischof Ackermann mit den Verantwortlichen der Aktion bei der Eröffnung. Foto: Bischöflische Pressestelle

TRIER.  Hier sprühen Funken vom Schweißen, dort wird gekickt und ein paar Meter weiter berichten Langzeitarbeitslose in einer Ausstellung von ihrem Leben. Mit einem bunten Programm hat die Aktion Arbeit im Bistum Trier am 9. September auf dem Trierer Domfreihof im Rahmen eines Aktionstags auf die Situation von Langzeitarbeitslosen aufmerksam gemacht. Trotz positiver Meldungen vom Arbeitsmarkt sind in Deutschland rund 2,6 Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, und davon über 1 Million schon mindestens über ein Jahr. “Diese Menschen dürfen nicht vergessen werden“, sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Begrüßung. “Sie dürfen nicht im toten Winkel bleiben.“

Konkrete Solidarität, Bewusstseinsbildung und politische Aktion. Das seien die Pfeiler der Aktion Arbeit, erklärte Dr. Hans Günther Ullrich, Bischöflicher Beauftragter für die Aktion Arbeit. Die von der Aktion Arbeit unterstützen Maßnahmen und Einrichtungen – von denen einige den Aktionstag mitgestalteten – leisteten “wichtige und unersetzliche Arbeit“. Zudem sei es wichtig, die Thematik zu veranschaulichen – und sich in Politik und Gesellschaft für die betroffenen Menschen einzusetzen. Seit über 30 Jahren gibt es die Aktion Arbeit, 1983 ins Leben gerufen von Bischof Hermann Josef Spital.  “Und wir sind stolz, dass wir uns mit unseren Partnern seither für dieses Thema einsetzen“, sagte Bischof Ackermann.

Mario Mula (23) aus Trier macht derzeit im Berufsbildungszentrum Haus Elisabeth eine Ausbildung zum Beikoch. Eine reguläre Ausbildung als Koch schaffe er nicht, erklärt er. Im Haus Elisabeth nähmen die Ausbilder sich Zeit, könnten auf ihn eingehen. Durch die Einrichtung des Trierer Caritasverbandes sehe er “Chancen für die Zukunft“. Beim Aktionstag beteiligt sich das Haus Elisabeth mit einem Essensstand. “Ohne die Aktion Arbeit hätten wir keine Lobby“, sagt Einrichtungsleiterin Tanja Reuter. Denn sie setze sich ein, dass auch junge Menschen mit Lern- und sozialer Benachteiligung, die Zielgruppe des Hauses, eine Möglichkeit haben, auf dem Arbeitsmarkt integriert zu werden. Weitere Infos: caritas-region-trier.

Ebenfalls präsent auf dem Domfreihof: Die Ausstellung “Stell mich an, nicht aus!“ der Caritas und der Integration durch Arbeit (ida). Dabei zeigen Langzeitarbeitslose auf Schautafeln und mit eingesprochenen Texten ihre Situation auf. Ihre Geschichten veranschaulichten, “dass es eine Umsteuerung in der Beschäftigungspolitik braucht“, sagt Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel. Sie forderte mehr staatliche finanzielle Mittel, um bedarfsgerecht Hilfen auszubauen. Im Rahmen des Aktionstages wurde zudem die Internetseite zur Unterstützung des Aufrufs umdenken-umsteuern-umfinanzieren des Bistums Trier und der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) offiziell freigeschaltet. Arbeitslosigkeit sei ein Schicksal, erklärte Ullrich. Die Betroffenen bräuchten Unterstützung, keine Ausgrenzung. Die politischen Maßnahmen zu dem Thema müssten überdacht, sowie die “gute und erfolgreiche Arbeit“ der zahlreichen Initiativen mit ausreichenden finanziellen Mitteln versorgt werden. “Wir als Kirchen sehen uns in der sozialen Verantwortung in der Gesellschaft“, erklärte Dr. Kordula Schlösser-Kost von der EKiR. “Wir wollen uns für die einsetzen, die keine Vertretung haben.“ (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft, inside54.de Hinterlasse einen Kommentar

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