Aktionsplan Inklusion fertiggestellt

Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Uta Hemmerich-Bukowski bei der Vorstellung des Aktionsplans Inklusion. Foto: Rolf Lorig

Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Uta Hemmerich-Bukowski bei der Vorstellung des Aktionsplans Inklusion. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Vor eineinhalb Jahren begann die Arbeit am Aktionsplan Inklusion der Stadt Trier. Ziel dieses Prozesses war es, Ideen zu sammeln, wie das Leben in der Stadt Trier so gestaltet werden kann, dass Menschen mit Behinderungen an allen Lebensbereichen entsprechend ihrer Wünsche teilhaben können. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen, und der Aktionsplan Inklusion für die Stadt Trier liegt vor.

Etwa zehn Prozent der Menschen in Trier leben mit einer Behinderung, die ihnen in vielen Fällen nicht die gewünschte Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht. Dies zu verändern war die Intention des Aktionsplanes Inklusion, den Projektkoordinatorin Uta Hemmerich-Bukowski und Oberbürgermeister Wolfram Leibe am Montag beim Pressegespräch nach der Stadtvorstandssitzung vorstellten.

Der Stadtrat hatte die Erstellung eines Handlungskonzeptes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im November 2013 beschlossen. In die Entwicklung eines Aktionsplanes sollten der Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderungen sowie alle relevanten zivilgesellschaftlichen Kräfte eingebunden sein. Eineinhalb Jahre lang erarbeiteten fast 300 Personen in sieben Arbeitsgruppen Ziele und Maßnahmen für alle Lebensbereiche. Die Ergebnisse wurden in der Folge im im Frühjahr diesen Jahres im Internet vorgestellt und von 500 Bürgerinnen und Bürgern kommentiert und bewertet.

Im November 2014 wurde in verschiedenen Workshops intensiv über den Trierer Inklusionsplan diskutiert. Foto: Gabi Böhm

Im November 2014 wurde in verschiedenen Workshops intensiv über den Trierer Inklusionsplan diskutiert. Foto: Gabi Böhm

Der vorliegende Aktionsplan Inklusion enthält 119 Vorschläge in zwölf Handlungsfeldern, wie die Teilhabe von behinderten Menschen in Lebensbereichen wie beispielsweise Bildung und Erziehung, Gesundheit und Pflege, Mobilität und Verkehr, Freizeit und Sport verbessert werden kann. Es gebe eine ganze Reihe von Maßnahmen, die nach der Verabschiedung durch den Stadtrat sofort angegangen werden könnten, sagte die Projektkoordinatorin. Ein Beispiel dafür sah sie in den Kitas, wo bereits Arbeitsgruppen an der Formulierung neuer Standards arbeiten würden.

Viele Maßnahmen des Aktionsplanes würden zu Veränderungen führen, die allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zunutze kämen. Als Beispiele benannte Hemmerich-Bukowski les- und hörbare Angaben der Haltestellen in und an den Bussen, eine einheitliche Beschilderungen in der Stadt oder Behördenformulare, die in leichter Sprache verfasst sind.

Der Aktionsplan Inklusion, der fünf Jahre laufen und danach neu bewertet werden soll,  geht nun mit der Bitte um Annahme in den Stadtrat. Im Fall einer Annahme wird in der Folge die Verwaltung beauftragt konkrete Umsetzungsvorschläge vorzubereiten und zur Beschlussfassung vorzulegen. Die beschlossenen Maßnahmen sollen dann schrittweise in der Verwaltung und  in Kooperation mit weiteren Akteuren zur Umsetzung gelangen. Aus den vorliegenden Maßnahmen haben die Dezernate bereits eigene Leitprojekte benannt, die für sie zunächst Schwerpunkte sind. So steht für das Dezernat unter Leitung des Oberbürgermeisters das Thema: “Die Stadt als inklusiver Arbeitgeber“ als Leitprojekt fest.

Oberbürgermeister Leibe ließ keinen Zweifel daran, dass er Inklusion auch weiterhin als Chefsache sieht. Er stehe nachdrücklich hinter der Entwicklung zu einer besseren Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Die Verwaltung werde in regelmäßigen Abständen Bericht erstatten, wie die Entwicklung zu mehr Barrierefreiheit voranschreitet. (rl/tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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