Arbeitslosenquote liegt in der Region bei drei Prozent

Heribert Wilhelmi und Heidrun Schulz präesntieren in Trier die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarktes. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Gute Nachrichten vom rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz ist weiter gesunken. Nach Angaben von Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, waren im November knapp 91.000 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 1.100 oder 1,2 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Gegenüber dem Monat November vor einem Jahr habe der Rückgang 6.300 Menschen oder 6,4 Prozent betragen, sagte Schulz bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Trier.

Die günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes habe sich auf fast alle Personengruppen positiv ausgewirkt. So seien die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen angestiegen. Lediglich bei dem Personenkreis ohne Ausbildung sei die Zahl der Arbeitslosen weiter angestiegen.

Positiv auch die Situation bei der Unterbeschäftigung. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind. Hier lag die Zahl im November bei 132.700 Personen. Gegenüber dem Vorjahr seien dies 8.800 Menschen oder 6,2 Prozent weniger. Ursächlich für diese Entwicklung sei zum einen die gute konjunkturelle Entwicklung, zum andren aber auch die Wirkung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente. “Der Wille, die Mitarbeiter zu halten und weiter zu beschäftigen, ist gegeben, selbst die Zahl der Arbeitnehmerüberlassung sinkt permanent”, so die Chefin der Regionaldirektion.

41.600 offene Stellen in der Großregion

Bei der Zahl der offenen Stellen registrierte Heidrun Schulz einen Anstieg von 3,4 Prozent oder 1.400 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. Aktuell stünden im November 2018 41.600 offene Stellen zur Verfügung. Die überwiegende Zahl der Stellen finde sich in der Zeitarbeit (13.710), im Handel (4.400), im Verarbeitenden Gewerbe (3.920), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.530) und im Bereich der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3.190).

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag laut Schulz im September 2018 bei 1.443.900 Beschäftigten in Rheinland-Pfalz. Das sei ein Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf Deutschland sei die Beschäftigung innerhalb eines Jahres um 2,1 Prozent angewachsen. Für das Mehr an Beschäftigung sorgten demnach vor allem das Verarbeitende Gewerbe, der Handel, das Sozialwesen, das Baugewerbe und der Bereich Verkehr und Lagerei.

Erste leichte saisonale Einbrüche in der Region Trier

Heribert Wilhelmi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier, registrierte beim Blick auf den Arbeitsmarkt in der Region Trier erste leichte saisonale Einbrüche. Witterungsbedingt sind hier derzeit 8.740 Menschen arbeitslos, “das sind 131 Personen mehr als im Oktober”. Im Vergleich zum November 2017 sei die Arbeitslosigkeit aber um 562 Menschen zurückgegangen. Damit verharre die Arbeitslosenquote wie schon im Oktober bei glatten drei Prozent. Noch vor einem Jahr habe diese bei 3,2 Prozent gelegen.

Vermutlich sei es den milden Temperaturen geschuldet, dass das Baugewerbe aktuell noch nicht so viele Menschen saisonal freigesetzt habe. “Aufgrund der guten Auftragslage und den milden Temperaturen bleibt die Lage im Baugewerbe aktuell stabil.” Ob sich dieser Trend im Laufe der kommenden Wintermonate weiter fortsetzen werde, sei jedoch noch offen.

Obwohl das Gastgewerbe begonnen habe, Personal freizusetzen, bestehe in dieser Branche eine anhaltend hohe Nachfrage nach Mitarbeitern.

Bei den Langzeitarbeitslosen, also den Menschen, die länger als zwölf Monate arbeitslos gemeldet sind, gebe es eine positive Entwicklung, berichtete Wilhelmi. Hier verzeichnete er einen Rückgang in Höhe von 15,2 Prozent. Aktuell sind im November 2.188 Menschen langzeitarbeitslos gemeldet.

Das Angebot an freien Stellen bewegt sich laut Heribert Wilhelmi weiter auf einem hohen Niveau, “wenn auch anhaltend rückläufig im Vergleich zum Vorjahr”. Demnach stehen Jobsuchenden aktuell 4.960 offene Arbeitsstellen zur Verfügung. “Das sind 118 Angebote weniger als im Vorjahr.” Besonders viele freie Stellengebe es naturgemäß in der Zeitarbeit, wo die Fluktuation sehr hoch sei, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Arbeitslosigkeit in der Stadt Trier rückläufig

Aufgrund des Einzelhandels entwickle sich die Arbeitslosigkeit in der Stadt Trier bisher noch entgegen dem saisonalen Trend der Gesamtagentur. Im November sei die Anzahl der Arbeitslosen leicht um 14 Personen auf 2.503 Menschen gesunken, die Arbeitslosenquote in der Stadt liege damit bei 4,2 Prozent. Noch vor einem Jahr habe diese Quote bei 4,4 Prozent gelegen.

Unter den 1.390 arbeitslosen Männern und 1.064 arbeitslosen Frauen befinden sich den Angaben zufolge 289 jüngere Menschen im Alter von unter 25 Jahren. Zudem gebe es 483 Ältere ab 55 Jahren, 646 Ausländer und 552 Langzeitarbeitslose. (-flo-/tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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