Auch Trierer Grüne setzen auf Ludwig

Was sich bereits abzeichnete, ist jetzt auch offiziell: Der Christdemokrat Andreas Ludwig ist der gemeinsamer Kandidat von CDU und Grünen. Foto: Stadt Bad Kreuznach

Was sich bereits abzeichnete, ist jetzt auch offiziell: Der Christdemokrat Andreas Ludwig ist der gemeinsame Kandidat von CDU und Grünen. Foto: Stadt Bad Kreuznach

TRIER. Nach der CDU hat sich auch die Fraktion der Trierer Grünen auf Andreas Ludwig als Kandidat für die Wahl zum neuen Baudezernenten der Stadt festgelegt. Einstimmig sprach sich die Fraktion am Montagabend für den 53-jährigen Christdemokraten aus. Das bestätigte Reiner Marz am Dienstag gegenüber dem reporter. “Wir haben in unserer Fraktion eine Probeabstimmung durchgeführt”, so Marz, “und das Ergebnis war eindeutig und einstimmig: Andreas Ludwig ist auch der Kandidat der Grünen-Fraktion.” Unabhängig von der Entscheidung des Sonderparteitages am kommenden Samstag zum schwarz-grünen Bündnis habe die Fraktion sich in der Personalfrage festgelegt.

Laut Marz hatten die Grünen vier Kandidaten in die engere Wahl genommen – darunter auch Ludwig. Letztlich sei die Entscheidung zugunsten des ehemaligen Oberbürgermeisters von Bad Kreuznach gefallen. Dem Parteitag am kommenden Samstag misst Marz in der personellen Frage keine große Bedeutung bei. “Außer 2010, als wir mit Angelika Birk eine eigene Kandidatin gestellt haben, hat sich noch nie ein grüner Parteitag mit Personalentscheidung beschäftigt”, betonte Marz. Allerdings räumte der Grüne ein, “dass wir natürlich ein Problem bekommen, sollten die Mitglieder sich gegen die Zusammenarbeit mit der CDU aussprechen”. Unabhängig davon habe sich die Fraktion der Grünen aber jetzt schon festlegen müssen. Die Wahl des neuen Baudezernenten findet am 19. Januar statt.

“Es ist ja nicht so”, sagte Marz, “dass dann ein grüner Kandidat zur Wahl stünde.” So oder so müssten die Grünen sich für einen Grün-Fremden entscheiden. Nach der gemeinsamen Sitzung mit der CDU berieten die Grünen am Montagabend noch einmal parallel zur Union über die Personalfrage. Dabei ging es laut Marz auch um die Frage, ob Ludwig für die Fraktion tragbar sei. Die Probeabstimmung habe schließlich ein klares Ergebnis pro Ludwig geliefert. Auch die CDU-Fraktion hatte sich am Montagabend nach der gesscheiterten Probeabstimmung vom Samstag einstimmig für den Idar-Obersteiner ausgesprochen. Im neuen Entwurf des Bündnispapieres, das die Grünen ihren Mitgliedern am Samstag vorlegen werden, ist laut Marz analog zur ersten Version ebenfalls festgelegt, dass sich die Partner bei Personalentscheidungen zum Stadtvorstand gegenseitig nicht überstimmen dürfen.

CDU und Grüne sind gemeinsam für Ludwig.

CDU und Grüne sind gemeinsam für Ludwig.

Die SPD will am Mittwoch oder Donnerstag darüber entscheiden, wen sie als Kandidaten nominiert. Die Sozialdemokraten wollten zunächst die Entscheidungen von CDU und Grünen abwarten. Die Freien Wähler (FWG) tendieren nach reporter-Informationen aktuell dazu, Ludwig nicht zu unterstützen. Gleiches gilt für die AfD. Vor allem bei den Freien Wählern ist der Unmut über das sich abzeichnende Bündnis von CDU und Grünen groß. Innerhalb der FWG wird sogar überlegt, einen eigenen Kandidaten für die Wahl am kommenden Montag zu nominieren.

Mit dem Bündnis aus CDU und Grünen verfügt Ludwig nur über eine Mehrheit von einer Stimme. Der letzte Kandidat, der bei einer Dezernenten-Wahl in Trier scheiterte, obwohl er ursprünglich eine Mehrheit hinter sich hatte, war Hans-Bernhard Nordhoff. Der Sozialdemokrat sollte 1991 als Nachfolger von Walter Blankenburg neuer Kulturdezernent der Stadt werden. Nordhoff saß im Technikraum neben dem Sitzungssaal, als der Rat ihm die Zustimmung verweigerte. Das kalte Buffet für die Feier war schon geordert. Damals musste die Sitzung abgebrochen werden. Kurz darauf wurde der Sozialdemokrat Jürgen Grabbe zum neuen Kulturdezernenten gewählt. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Politik 12 Kommentare

12 Kommentare zu Auch Trierer Grüne setzen auf Ludwig

  1. Frederick Zoller

    das ist ja super, dann kann sich schwarz ja nach der abstimmung vom grünen bündnispartner lösen und der stadt somit den unnötigen egbert neu bau ersparen ! damit könnten die dann wieder pluspunkte sammeln …

     
  2. Tanja Wilhelmi

    …. Das hätten Sie wohl gerne! Die CDU ist nicht die FDP und anders gestrickt als die SPD.

     
  3. Benni

    Wie auch immer, wir dürfen bestimmt auf einen “spannenden” Samstag gespannt sein. Ich hoffe Sie bieten wieder einen Livebericht an Herr Thielen !

     
  4. Markus Gerber

    Man kann drei Punkte festhalten, gerade für Herrn Landele
    1. Die so genannten “Spekulationen” von Trier Reporter haben sich bisher als wahrheitsgemäß entpuppt (übrigens habe ich als TV-Abonnent registriert, dass sich die dortigen Artikel nicht wesentlich von den hiesigen unterschieden) Anzunehmen ist, dass sich auch die letzte “Spekulation” am Samstag zur Wahrheit verwandelt.
    2. Die CDU ist anscheinend zusammen gerückt, Fahnenflüchtige wurden eingefangen. Eine Folge der Berichterstattung? Dann sollte Herr Ludwig sich bei den Medien bedanken.
    3. Die CDU begibt sich in die Hände der Klientelpartei Die Grünen, will sagen, sie verabaschiedet sich aus dem großen gesellschaftlichen Konsens für die Stadt, indem sie Vorhaben unterstützt, die Wenigen aber nicht der Allgemeinheit dienen.
    Sollte sich auch die letzte “Spekulation” bewahrheiten, nämlich dass die CDU den Neubau der Grundschule Egbert unterstützt, hat die CDU abgewirtschaftet.

     
    • Rainer Landele

      als waere es bei meiner kritik nur um herrn ludwig gegangen. oder als haette ich ueberhaupt bestritten, das herr ludwig ein moeglicher kandidat. nun gut, jeder liest eben mit und durch die eigene brille.

      der live ticker (der mir prinzipiell gut gefaellt!) wird dann ja auch wieder die wahrhaftig wahre wahrheit verkuenden. 🙂

       
  5. Frederick Zoller

    @frau wilhelmi: das einzige dass ich gerne hätte wäre dass die egbert diskussion ein für alle mal eingestellt wird. gerade im hinblick auf die marode turnhallen situation ist es unverantwortlich und unseriös von den grünen die abstruse neubauforderung aufrecht zu erhalten.

    @markus gerber: schöner post vor allem schöne einleitung (-: nagel uffn kopp !

    @reportier: schliesse mich an, bitte wieder live tickern !

     
  6. Frederick Zoller

    ja herr landele das wird er sicherlich … immerhin hat er schon 2 mal treue dienste getan und auch sicherlich massiven anteil an der verhinderung einer künftigen bürgermeisterin … da war euer koaltionsparteitag mit eurer schwarzen tochterpartei nicht ganz unschuldig meiner meinung … wie gut dass jeder trierer solche sachen durch seine brille und nicht durch die parteibrille sieht …

     
    • Rainer Landele

      1. gab es keinen koalitionsparteitag

      2. ach, ihnen ist noch nie eine diskrepanz zwischen bericht und veranstaltung (auf der sie waren) aufgefallen? kommen sie doch zur mitgliederversammlung, ist oeffentlich, wie fast immer, anstatt ihre wahrheiten aus zweiter hand zu glauben.

      3. parteibrille? lustig: ihr blick aus der ferne ist dagegen natuerlich vollkommen objektiv.

       
      • A.S.

        Benennen Sie mir bitte ein konkretes Thema wo CDU und Grüne genau gleich ticken. Dutzende gibt es wo beide wie Hund und Katz sind. Die Öffentlichkeit wird aber weiter über die wahren Hintergründe der ‘Verantwortungsgemeinschaft’ getäuscht und belogen.

         
        • Rainer Landele

          haeh? natuerlich ticken gruene und cdu verschieden. deswegen sind es ja zwei parteien. na, immerhin mal nicht der vorwurf `blockparteien`.

          meine sicht, wieso es nun zu dieser zusammenarbeit kommt, wobei bei verschiedenen personen und parteien auch verschiedene motive vorherrschen. die reihenfolge sagt nix ueber die prioritaet aus, also:

          jahrzehntelang gab es in trier wechselnde mehrheiten, wie der ob und die dezernenten (verwaltung) es gerade brauchten. der vorteil fuer die gruenen war eine mehr oder weniger bequeme oppositionsrolle. der nachtteil war, dass nur wenig gruene akzente gesetzt werden konnten. die spaltung der spd hat dies verstaerkt.

          mit jensen und dem anwachsen der gruenen fraktion ( von sechs auf zehn, aktuell neun mitgliedern) wurden schritte aus der opposionsrolle moeglich und – wg. der waehlerschaft – auch pflicht. dies wurde zuerst mit spd und fdp versucht, wenngleich die bruchstelle fdp von beginn an deutlich erkennbar war. die gespraeche damals mit cdu machten damals klar, es wuerde auch mit ihnen gehen. aber weder die mitglieder noch wohl die waehlerinnen haetten da mit gemacht. der mediale gegenwind aktuell betaetigt die damalige einschaetzung. massgebliche mitglieder, die vor fuenf jahre noch klar gegen schwarz gruen waren, sehen das heute, nach den erfahrungen mit der ampel bzw. der spd, heute anders.

          die gruenen haben also, wie vor fuenf jahren, das interesse eine verbindliche mehrheit im rat zu organisieren, um den wechselnden mehrheiten zu entgehen.

          2. diese mehrheit soll,neben dem tagesgeschaeft, sich natuerlich auch personell niederschlagen. es ist ja nicht gerade so, dass das neue zu besetzende baudezernat unwichig waere. da moechte man schon mit sprechen, wer dies uebernimmt. hinzu kommt, mein persoenliches lieblingskind, aber meines wissens nicht teil der bisherigen papiere, der umbau der dezernate mit schaffung eines umweltdezernats.

          3. fuer mich ist klar, bei einer neuen rot gruenen mehrheit auf landesebene wird diese auch fortgefuehrt. sollte es aber nur zu einer schwarz gruenen mehrheit in mainz reichen, koennten die erfahrungen von trier hilfreich sein. klar, die gruenen haben sich nach rechts bewegt im laufe der jahre. die cdu soweit nach links, dass platz fuer afd ist.

          4. das verhaeltnis mancher gruene und mancher spdler in trier ist leicht angespannt. gaaanz leicht…

          5. birk retten? die beliebteste these der medien. ich haette – sage ich seit monaten – gerne erlebt, wie eine schwarz rote mehrheit dies begruendet und versucht. fuer mich ein aufgebauter popanz.

          6. bringt es spass.

           
        • Rainer Landele

          habe ich vergessen: ich wuerde mich freuen, die ihrer meinung nach wahren hintergruende zu lesen.

           
      • Frederick Zoller

        Sie springen auch auf jedes ach nur so kleine Stöckchen an und geben den grünen Verteidiger.

        1) Ok es gab keinen Koalitionsparteitag sondern ein “grünes Treffen im Cafe Baldiun auf dem das Papier für die Zusammenarbeit mit den Katholiken zur Verbesserung der Situation in der Stadt Trier” besprochen wurde. Oder wie würden Sie Herr Landele es denn korrekt umschrieben haben wollen … Es gab ein Treffen am Cafe Balduin. Dann kann sich jeder die Welt so basteln wie er will …

        2) Ich glaube keine Warhheiten aus 2. Hand sondern bin mündig genug mir mein eigenes Urteil zu bilden. Und wenn dies in meisten Teilen deckungsgleich mit dem von Herrn Thielen ist, dann ist das halt so.

        3) Nein genau so wenig wie der ihrige, nur dass mein Blick es mir erlaubt jederzeit jede beliebige Partei ins Fadenkreuz zu nehmen, wenn diese gerade an der Realität vorbeilebt, so wie das die ihrige halt leider zur Zeit tut. Ich gehöre halt keiner Partei an.

        Da aber ihre Partei derzeit beharrlich an der Egbert Forderung festhält (warum eigentlich genau ?) kann und wird sich meine Einstellung gegenüber den Grünen nicht ändern.
        Einfach mal hinnehmen und glauben dass es mehrere gibt die genau so denken (sollte eigentlich jeder der seine Kinder vernünftig in Schulen mit intakten Turnhallen und Toiletten untergebracht wissen will … auch sie kommen ja irgendwann wieder in die Situation dass ihr Kind eine Grundschule besuchen wird …)

         

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