Auf der Suche nach dem Besonderen

Fachgespräch: Kulturdezernent Thomas Egger (links) und Thomas Brandscheidt vor einem der Bilder des Trierer Künstlers. Foto: ttm

Fachgespräch: Kulturdezernent Thomas Egger (links) und Thomas Brandscheidt vor einem der Bilder des Trierer Künstlers. Foto: ttm

TRIER. Mit einem kleinen Empfang wurde am Donnerstagabend die Ausstellung “Trier – Luxemburg Stadtansichten. Zeichnungen in Tusche, Tinte, Aquarell” des Trierer Künstlers Thomas Brandscheidt in den Geschäftsräumen der Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm) eröffnet. In seiner Begrüßungsrede würdigte Kulturdezernent und ttm-Geschäftsführer Thomas Egger die heimatnahe Kunst des 53-Jährigen. “Es ist eine gute Tradition, in diesem Gebäude eine Heimat für Kunstausstellungen zu schaffen und die Wände mit etwas Schönem zu bestücken. Und die Arbeiten von Thomas Brandscheidt zeigen sehr gut, was unsere Region an Wunderschönem zu bieten hat.” Noch bis zum 30. April kommenden Jahres sind die rund 30 Zeichnungen aus Trier und Luxemburg in der Simeonstraße zu sehen.

Wasser, immer wieder Wasser. Es findet sich in Thomas Brandscheidts Werk nicht nur im technischen Sinne, wenn er seine Bilder mit Tusche vorzeichnet und danach aquarelliert. Es ist auch ein ständiger motivischer Begleiter. Im Wasser der Mosel spiegelt sich der alte Moselkrahnen, im kleinen See vor dem Eingang der Kaiserthermen sind es die Mauerreste des Warmbades, im Teichband des Palastgartens der Südflügel des Kurfürstlichen Palais. Und je länger man die filigranen Umrisse der Trierer Bauwerke betrachtet, desto mehr scheinen auch sie sich flirrend zu bewegen und nur Spiegelbilder ihrer selbst zu sein, die hinter der bloßen Realität etwas anderes preisgeben: den manchmal etwas nostalgischen, manchmal verliebten, immer jedoch das Besondere suchenden Blick des Künstlers.

“Früher habe ich es immer vermieden, typische Trier-Motive zu malen”, erinnert sich Thomas Brandscheidt an die Anfänge seit 1977, als er mit gerade einmal 15 Jahren bei der Europäischen Kunstakademie die ersten Schritte in Sachen Malerei unternahm.

Noch heute sucht er ungewöhnliche Motive, zeigt in seiner Ausstellung die Nordallee ebenso wie die kleinen Straßen hinter dem Dom, die Jakobstraße oder den Ortsteil Pallien. Doch mit den bekannteren Orten rund um den Hauptmarkt, mit der Judengasse oder dem Gangolfsturm, verbindet den gebürtigen Trierer eben auch einiges, was es wert ist, ins Bild gebannt zu werden. “Dort hat sich meine Kindheit abgespielt. Lange, bevor der Tourismus so ausgeprägt war wie heute.”

Der Trierer Künstler Thomas Brandscheidt. Foto: ttm

Der Trierer Künstler Thomas Brandscheidt. Foto: ttm

Auch Motive aus Luxemburg-Grund werden Teil der Ausstellung sein. Sie präsentierte Thomas Brandscheidt in diesem Jahr bereits in Niederanven. Seit 1997, als er im Brüderkrankenhaus seine erste Einzelausstellung eröffnete, wurde das Malen für ihn “immer intensiver”, wie er sagt. 15 Ausstellungen sind es seitdem, allein drei im letzten und zwei in diesem Jahr. Reiner Zeitvertreib, so hält er fest, war die Kunst nie. “Malen war für mich immer mehr als ein Hobby. Es ist eine Leidenschaft.”

Und so bildete der 53-Jährige sich umfassend weiter: In Kursen zu Landschaftsmalerei bei Erich Krämer, dem Gründer der Kunstakademie in Trier, aber auch in Akt- und Objektzeichnen. Studienreisen führten ihn quer durch Süd- und Westeuropa, wo Brandscheidt sich autodidaktisch weiterbildete – bis heute. “Ich versuche immer, selbst herauszufinden, was geht und was nicht”, erzählt er. Eine Experimentierfreudigkeit, die schon dazu führte, dass Brandscheidt Eifelmotive mit Kaffee auf Papier bannte und sie “Mokkarelle” taufte.

In seiner diesjährigen Trier-Ausstellung zeigt der Trierer Künstler jedoch ausschließlich Bilder aus Trier und Luxemburg in Tusch- und Aquarelltechnik, bei denen er bewusst auf Farbe verzichtet. “Ich verwende nur schwarz, grau und weiß – das ist eine besondere Herausforderung.” Insbesondere bei Vorzeichnungen mit Dokumententinte hat er schließlich nur einen Versuch. Dass dieses Risiko oft genug gut gegangen ist, zeigt sich in der Simeonstraße auf eindrucksvolle Weise. (tr/pk)


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Erstellt am Autor trier reporter in Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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