Auftakt, Ausnahmetalente und angelsächsischer Humor

Mnosil Brass. Foto: Daniela Mateischek, Bearbeitung Roman Rindberger.scratch

REGION. Magisch, mythisch, emotional und mitreißend: So präsentiert sich das Mosel Musikfestival 2017 vom 8. Juli bis zum 3. Oktober mit mehr als 70 Konzerten an 40 Spielstätten. Getreu dem Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz “Epochen und Episoden“ gehen im Lutherjahr außergewöhnliche Projekte, Konzerte mit legendären Solisten und spektakuläre Soloprogramme in Weingütern, Kirchen, Kapellen und Klöstern, Ruinen, Schlössern und open-air über die Bühne.

Die Programmübersicht für den Juli:

Auftakt: Arnold Schönbergs Werk „Survivor from Warsaw“ (Überlebender aus Warschau) gilt als eines der wichtigsten musikalischen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust. Opernsänger Franz Grundheber deklamiert sowohl den Erzähler auf Englisch als auch den Feldwebel (Sergeant), der auf Deutsch seine Befehle bellt. Es singt der Trierer Konzertchor, es spielt das Saarländische Staatsorchester Saarbrücken. Die neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven (Uraufführung 1824) ist weltweit eins der populärsten Werke der klassischen Musik. Unter der Leitung von Jochen Schaaf spielt das Saarländische Staatsorchester die letzte vollendete Sinfonie des Komponisten. Für dieses Konzert gibt es nur noch wenige Karten. (Eröffnungskonzert, Samstag, 8. Juli, 20 Uhr, St. Maximin Trier)

Franz Grundheber. Foto: Veranstalter

Ausnahmetalente: Geigenvirtuose Renaud Capuçon und Pianistin Kathia Buniatishvili interpretieren vier romantische Stücke für Violine und Klavier von Antonin Dvorák, die Sonate für Violine und Klavier Nr.3 c-Moll von Edvard Grieg und die Sonate für Violine und Klavier A-Dur von César Franck. Ein Kritiker des Mitteldeutschen Rundfunks schwärmt: “In Renaud Capuçon und Kathia Buniatishvili haben sich ein Geiger mit ausdrucksstarkem, intensivem Ton und eine einfühlsame Pianistin getroffen.“ Das Konzert findet statt am Dienstag, 11. Juli, um 20 Uhr im Barocksaal Kloster Machern, Bernkastel-Kues.

Musikkabarettisten: Schwarzer Humor, gesundes Selbstbewusstsein, ungebrochener Optimismus und wilde Improvisationslust vereint das österreichische Blechbläserensemble Mnozil Brass. In ihrem neuen Programm Cirque spielt das Septett “angewandte Blechmusik für alle Lebenslagen“ und mixt Coverversionen, Eigenkompositionen und kabarettistische Einlagen mit Blasmusik. Termin: Samstag, 15. Juli, 20 Uhr, im Eventum Wittlich.

Meisterpianist: Grigory Sokolov verzaubert die Menschen mit seiner Kunst, entführt sie in eine mystische Welt und bleibt doch nur ein Musiker, der sich uneingeschränkt seinem Spiel hingibt. Im Barocksaal von Kloster Machern spielt der Pianist Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate C-Dur, KV 545 und seine Fantasie und Sonate c-Moll, KV 475/457. Nach der Pause interpretiert der 67-jährige Russe Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nummer 27 e-Moll, opus 90 und die Klaviersonate Nummer 32, c-Moll opus 111. Zu erleben am Dienstag, 18. Juli, 20 Uhr, im Barocksaal Kloster Machern, Bernkastel-Kues.

Meistersinger: Sechs junge Slowenen zelebrieren ihre gemeinsame Leidenschaft, geistliche Musik der Renaissance, Romantik bis hin zu Jazz- und Pop a cappella zu singen. Ihre große Liebe gilt den Arrangements slowenischer Volkslieder sowie junger zeitgenössischer Komponisten aus Slowenien. Im nächtlichen Landesmuseum unterhält das Ingenium Ensemble mit einer Mischung aus internationalen Folksongs sowie Musik aus der Spätrenaissance. Sonntag, 16 . Juli, 20.30 Uhr, Rheinisches Landesmuseum Trier.

Die Musiker des Ukulele Orchesters. Foto: James Millar

Avantgardisten: Die gebürtigen Brasilianer Sérgio und Odair Assad beherrschen ihre Gitarren mit einer geradezu unheimlichen Virtuosität und kreieren dabei ihren eigenen Stil, ihre eigene Musik – neu, einfallsreich und ausdrucksstark. In ihrem klassischen Programm bearbeiten sie Werke des Barocks und adaptieren Arrangements von George Gershwin, Alberto Ginastera und Claude Debussy. Das Konzert ist am Samstag, 22. Juli, 20 Uhr, in der Promotionsaula, Trier.

Angelsachsen:Sie sind das Original. Sie sind originell. Die Musiker des Ukulele Orchesters von Großbritannien singen und pfeifen, während sie einfache Weisen, komplexe Akkorde oder komplizierte Melodien zupfen. Dabei darf das Publikum in den Moselauen von Bernkastel-Kues in den Picknick-Modus einschalten, Wein und Brot auspacken und den Abend genießen. Das Orchester tritt weltweit und zu verschiedenen Anlässen auf. So konzertierten sie bereits bei den Promenade Concerts in der Royal Albert Hall oder dem Geburtstag der englischen Queen. Bei uns sind sie zu erleben am Freitag, 28. Juli, ab 19 Uhr in den Moselauen Bernkastel-Kues.

Karten für das Mosel Musikfestival gibt es unter diesem Link. (tr)

 


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Kultur, Moselmusikfestival Hinterlasse einen Kommentar

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