Bei Holzland Leyendecker in die Praxis geschaut

Hölzer aus aller Welt: Geschäftsführer Edwin Steffen (2. von rechts) führt Andreas Steier (Mitte) durch das große Lager von Leyendecker Holzland.

TRIER. Es sind nur noch wenige Tage hin bis zur kommenden Bundestagswahl. Was der Wähler daran merkt, dass einige recht prominente Politiker wie Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) an der Haustür klingeln und um ihre Stimme bitten. Natürlich sind zeitgleich auch weniger prominente Bewerber um ein Bundestagsmandat unterwegs. Da sie kein Ministeramt und damit keinen gleich hohen Bekanntheitsgrad haben, holen sie sich Unterstützung aus Berlin. So wie Andreas Steier (CDU), der seinem Parteikollegen Bernhard Kaster im Amt folgen will. Der Vorsitzende der Mittelstands-und Wirtschaftsvereinigung Trier und/Trier-Saarburg hatte deshalb Helge Braun, Staatsminister im Bundeskanzleramt, nach Trier zu einer Rede vor Unternehmern eingeladen.

Vor dessen Auftritt aber stand eine Betriebsbesichtigung bei Holzland Leyendecker auf dem Programm. Empfangen wurde die Gruppe und um Andreas Steier, Bernhard Kaster und dem Landtagsabgeordneten Arnold Schmitt hier von Senior-Chef Peter Leyendecker und Geschäftsführer Edwin Steffen, dem auch die Führung der Gruppe oblag. Mit 135 Beschäftigten und 16 Auszubildenden macht das Unternehmen einen Umsatz von 37 Millionen Euro. Fast 70 Prozent der Mitarbeiter haben den Ausführungen des Geschäftsführers zufolge einst als Auszubildende im Unternehmen angefangen.

Staatsminister Helge Braun spricht im Schulungszentrum von Leyendecker Holzland vor Trierer Unternehmern.

Das Einzugsgebiet des Unternehmens reicht von Aachen über Bonn entlang der Rheinschiene bis nach Ludwigshafen. Einen wesentlichen Anteil am Geschäft habe zudem die Kundschaft in Luxemburg und Belgien, so Steffen. Die Nachfrage nach den Materialien sei so groß, dass hier rund um die Uhr im Dreischicht-Betrieb gearbeitet werde.

Nach dieser beeindruckenden Präsentation hatte dann die Politik das Wort. Wobei auch hier Gastgeber Peter Leyendecker zunächst die Gelegenheit nutzte, dem Gast aus Berlin einige Worte mit auf den Weg zu geben. Denn der sollte laut Programm über Maßnahmen der Bundesregierung zum Bürokratie-Abbau sprechen. Für Leyendecker ist das ein längst überfälliges Vorhaben. In seinen 55 Jahren als Unternehmer in der fünften Generation habe ihn die Bürokratie viel Geld und Zeit gekostet. Geld, das man besser in Investitionen gesteckt hätte. Für den pragmatischen Unternehmer ist ‟Bürokratie nur Misstrauen in mündige, selbstdenkende, unternehmerische Menschen.”

Dem wollte der Staatsminister nicht widersprechen, in dieser Deutlichkeit aber auch nicht bestätigen. Als Koordinator der Bund-Länder-Beziehungen ist er im Bundeskanzleramt auch zuständig für Bürokratie-Abbau. Er berichtete der Runde von Bemühungen, die bestehenden Gesetze von Bürokratie-Vorgaben zu befreien. Zwar sei der Anfang gemacht, allerdings gebe es noch sehr viel zu tun, räumte der Staatsminister ein. Und das war dann auch das Stichwort für die Eröffnung des Wahlkampfes. Um alle Vorhaben umsetzen zu können, brauche man eine weitere Legislaturperiode, so der gelernte Mediziner. Und möglichst ohne Koalitionspartner, die das Vorhaben verwässern könnten.

Und einmal in Fahrt, schnitt Helge Braun auch noch die Themen ‟Digitalisierung‟ und ‟Innere Sicherheit‟ an. Ebenfalls zwei Themenbereiche, mit denen Braun bei den anwesenden Unternehmern auf offene Ohren stieß. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Politik Hinterlasse einen Kommentar

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